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DuMont Noir, Nr.8, Lovejoys Gold
 
 
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DuMont Noir, Nr.8, Lovejoys Gold [Broschiert]

Jonathan Gash
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 268 Seiten
  • Verlag: DuMont Reiseverlag, Ostfildern (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 377014855X
  • ISBN-13: 978-3770148554
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.231.547 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Grosse Versprechen, schwaches Programm

Zwei Krimireihen bei Dumont

Seit Frühjahr 1999 wartet der Dumont-Verlag neben der «Kriminal-Bibliothek» mit einer zweiten Krimireihe auf. Ihr Titel, «Noir», ist ebenso programmatisch wie vage. Bezeichnete der Ausdruck «roman noir» im Französischen ursprünglich den Schauerroman, so benennt er inzwischen eine Richtung innerhalb der Kriminalliteratur. Entscheidenden Einfluss auf diese Entwicklung hatte die vom Verlag Gallimard gegründete «Série Noire», die nach dem Zweiten Weltkrieg, begünstigt durch das existentialistische Klima, der amerikanischen «hard-boiled school» in Frankreich zum Durchbruch verhalf. Allerdings waren es nicht nur Romane mit hartgesottenen Helden, die hier unter dem Etikett «roman noir» Aufnahme fanden, sondern auch solche mit schwachen oder verwerflichen Protagonisten. Amerikanische Krimikritiker übernahmen in der Folgezeit den französischen Terminus gerade für solche düsteren Kriminalromane – namentlich von Autoren wie Cornell Woolrich, David Goodis oder Jim Thompson –, auf die die Bezeichnung «hard-boiled» nicht passt. Sie bilden die Noir-Literatur im engeren Sinn, während in einem weiteren Verständnis auch der hartgesottene Detektivroman dazugehört.

«Cozy» und «noir»

Als Gegenbegriff zu «noir» fungiert «cozy». Er steht für den heiter-behaglichen Krimi. Der Form nach handelt es sich dabei oftmals um traditionelle Detektivromane, obwohl es falsch wäre, diese generell als «cozies» zu betrachten. Denn sie kommen durchaus nicht immer gemütlich daher, wie umgekehrt manche Privatdetektivromane weder hartgesotten noch «noir» sind. Überhaupt eignet sich die Gegenüberstellung von «cozy» und «noir» schlecht als Genrebestimmung und sollte eher als lockere Unterscheidung zweier Stilrichtungen innerhalb des Kriminalromans verstanden werden.

Dumonts Presseinformation zur neuen «Noir»-Reihe verfestigt dagegen die einfache Differenz zum weltanschaulichen Dualismus. «Alle Kriminalromane», heisst es hier, «lassen sich auf zwei Grundströmungen zurückführen: die bestätigende und die subversive.» Diese manichäistische Sicht entstammt der Krimidiskussion der siebziger Jahre; allerdings stand damals für «bestätigend» noch vornehm «affirmativ» und statt «subversiv» «sozialkritisch». Erscheint in dem Presseschreiben inzwischen selbst der «(pseudo)realistische Kriminalroman» der hartgesottenen Schule als eine Art gefallener Engel, so erhebt sich hier nun die Noir-Literatur zum «reinsten Ausdruck» des «subversiven Kriminalromans».

Angesichts der überwiegend schwachen Romane, die die «Noir»-Reihe eröffnen, erweist sich diese Verkündigung als reine Marktschreierei. Unter den ersten zehn Bänden hat der Rezensent überhaupt nur zwei lesenswerte Autoren gefunden, deren Romane bezeichnenderweise aus den siebziger Jahren stammen. Jonathan Gash ist dabei nicht einmal ein Noir-Autor. Die Kriminalfälle dienen ihm als Aufhänger, um mit ironischen Bonmots die Schliche des Antiquitätengeschäfts vorzuführen. Sein Amateurdetektiv mit dem sprechenden Namen Lovejoy personifiziert dabei als Filou und Frauenheld amüsant und schlagfertig den Hedonismus der siebziger Jahre und ist zugleich, im sympathischen Widerstreit, ein leidenschaftlicher Antiquitätenhändler, der für schöne alte Dinge jede schöne junge Frau stehen oder besser: liegen lässt.

Bei dem bisher einzigen gelungenen Noir-Roman der Reihe handelt es sich um eine Neuausgabe von «Puma», einem Gangsterthriller des vor zehn Jahren verstorbenen Autors und Regisseurs Ulf Miehe. Er erzählt von einem Kidnapping, das zu scheitern droht, weil die entführte Tochter und ihr reicher Vater einander misstrauen und hassen; der Unternehmer, selbst in illegale Rüstungsgeschäfte verwickelt, erweist sich dabei als härter als jeder der Gangster. Im Medium des Thrillers überlagern sich die Generations- und Klassenkonflikte der Nachkriegszeit, wobei das menschliche Drama aus geringfügigen Missachtungen der «Regeln» erwächst, die die Gangsterwelt wie das Gangstergenre zusammenhalten. Nicht zufällig wollte Miehe Lino Ventura für die Verfilmung des Romans gewinnen. Denn literarische Glaubwürdigkeit erzielt er durch einen bewusst künstlichen Stil, dessen melancholische Lakonie dem französischen «film noir» entlehnt ist.

Die Gleichgültigkeit der Welt

In den übrigen Bänden hingegen verflacht der Stil, und hervor tritt das Syndrom «Noir». In seinem Kern lauert eine Depression, die sich vor allem an der Gleichgültigkeit der modernen Welt festmacht. «Es gibt nur ein Verbrechen, dessen wir schuldig sind: Gleichgültigkeit», schreibt Derek Raymond in seinen Memoiren, dem ersten Band der «Noir»-Reihe, und: «Verzweiflung und Noir-Roman sind eins.»

Die Form ihrer Bewältigung im Noir-Roman – nämlich dem Leben durch Gewalt und Schmerz eine Art Sinn abzutrotzen – ist freilich männlich. Ungebrochen den Wert des Authentischen beschwörend, geriert sie sich als «harter» Realismus. Ihr Ressentiment richtet sich gegen einen Begriff von Literatur als Spiel und Maskerade. Es gelte, so Raymond, «das Irrelevante, Prätentiöse und Künstliche auszutilgen». Aber in den bisherigen Romanen der «Noir»-Reihe wird das «Echte» selbst zum Klischee: Sie langweilen mit der Attitüde des einsamen Wolfs, ein wenig pyromanischem SM, viel Sozialromantik oder einer sich im Showdown bewährenden Männerfreundschaft.

Pikanterweise hat der Dumont-Verlag den, um im Jargon zu bleiben, Kampf zweier Linien des Kriminalromans im eigenen Haus entfacht. Denn wenn eine Krimireihe auf «cozies» abonniert ist, dann Dumonts Kriminal-Bibliothek. Sie verkörpert, was die Noir-Dogmatiker ablehnen. Aber der Unterschied zwischen «cozy» und «noir» ist keiner des literarischen Werts. Als Beleg sei aus der Kriminal-Bibliothek Michael Innes' «Klagelied auf einen Dichter» empfohlen, ein berühmter Detektivroman von 1938, der das archaische Motiv des Bruderzwists mit der Schlossromantik der Schauerliteratur, dem Wechsel der Erzählerfiguren à la Wilkie Collins und dem Wendungsreichtum moderner Puzzletechnik verbindet. Statt wie der Noir-Roman den Anschein von Authentizität erwecken zu wollen, treibt Innes ein komplexes Spiel mit der Genretradition.

Lutz Krützfeldt

Kurzbeschreibung

Wieder einmal sucht Lovejoy entgegenkommende Damen - und findet Ärger. Römische Goldmünzen sind aus dem örtlichen Museum verschwunden. Lovejoy ist einer der originellsten Charaktere der Kriminalliteratur: Er und sein skrupelloser Handlanger Tinker, der immer pleite und auf der Suche nach dem nächsten Drink ist. Lovejoy ist ein egoistisches Ekel, dem man nicht lange böse sein kann, weil er eben zu unterhaltsam erzählt. Diese Romane haben einen hohen Risikofaktor: Wer Lovejoy liest, wird süchtig.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Lovejoy bleibt Loyejoy, wie auch schon in "Lovejoys Duell" Dumont Noir Nr. 3, aber wieso ist sein Cottage hier unversehrt, wenn es doch in dem vorangegangenen Band völlig abbrannte? Mit keinem Wort wird in diesem BAnd darauf Bezug genommen? Hmmm...
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
mittelmäßig 4. März 2000
Von Ein Kunde
Es herrscht eine nette Stimmung in der Geschichte. Leider hat die Erzählung nicht diesen koddrigen, schnodderigen (sprach) Stiel den ich bei einer im Ich-Stiel geschriebenen Geschichte erwarte.
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