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DuMont Noir, Nr.16, King Suckerman
 
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DuMont Noir, Nr.16, King Suckerman [Broschiert]

George P. Pelecanos
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Produktinformation

  • Broschiert: 327 Seiten
  • Verlag: DuMont Reiseverlag, Ostfildern (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3770150171
  • ISBN-13: 978-3770150175
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 841.113 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 31.08.2000
George P. Pelecanos` Romane um die Familie Karras ("Das große Umlegen" und King Suckerman", beide bei DuMont erschienen) sind ein Unikum des Noir-Kriminalromans, stellt Rezensent Alex Rühle fest, und scheut sich nicht, die Washington-Romane des Autors mit Don DeLillos Roman "Unterwelt" zu vergleichen. Die Perspektive sei die gleiche: in einer Jahrzehnte und Generationen umgreifenden Geschichte wird Amerika und seinen Mythen aus der Sicht von Arbeitern, Gangstern, Unterprivilegierten zu Leibe gerückt. Der Stadtplan wird zum "Palimpsest", dem eine alternative Geschichte der Stadt abzulesen ist. Bedauerlich nur, so Rühle, dass sich für Kriminalliteratur dieser Art in Deutschland nicht genug Leser finden: die Noir-Reihe des Dumont-Verlages soll eingestellt. Verkaufen, stellt er resigniert fest, lässt sich nur noch der gepflegte Unterhaltungskrimi.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Pelecanos schildert das Washington in den 70er Jahren: Black Music, Drogen, Soul Music und ein neues Bewußtsein des farbigen Bevölkerung sorgen für Aufbruchstimmung. Dimitri Karras und Marcus Clay sind alte Freunde, der eine griechischer Abstammung, der andere ein schwarzer Vietnamveteran. Bei Drogendeals kommen sie Wilton Cooper und seinem irren Partner in die Quere und betreten eine Welt, in der gnadenlose Grausamkeit das einzige ist, auf das man sich verlassen kann.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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Von Ein Kunde
"King Suckerman" hat alles, was einen amerikanischen Spitzenkrimi ausmacht: Er ist drastisch, brutal, blutrünstig, obszön - und moralisch. Eine Gruppe superbrutaler Underdogs, die vom großen Geld träumt, zieht eine Spur der Verwüstung durch Washington D.C. und Umgebung. Vor dem Hintergrund der siebziger Jahre sind auch die "good guys" eher halbseiden, doch sie haben sich ihre Menschlichkeit bewahrt. Pelecanos, selbst Mitte vierzig, kennt die Siebziger viel besser als den zeitlichen Hintergrund des ersten Bandes seiner Trilogie, der in den Vierzigern handelt. Wer mit dieser Zeit viele Erinnerungen verbindet, kommt auf seine Kosten: Genau so war's: so wichtig die Musik, Drogen, Sex, das ganze Feeling. Und eben exemplarisch der Film "King Suckerman", von dem immer wieder die Rede ist, als Projektionsfläche für die Identifikationssymbole dieser Zeit. Wer die "hard-boiled" Detektivromane der vierziger und fünfziger liebt, der wird in King Suckerman einen würdigen Nachfolger aus einer scheinbar nur ein wenig jüngeren Zeit finden - nur dass anstelle von Glenn Miller im Hintergrund Carlos Santana auf knirschenden Venylplatten spielt. Nebenbei wird, wie schon im "großen Umlegen", die Stadt Washington zu einer Kulisse, die mit Capitol und Weißem Haus nichts zu tun hat. Eher schon mit einer der amerikanischen Städte mit der höchsten Mordrate.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
George P. Pelecanos' Thriller 'King Suckerman' kommt ohne Polizei aus. Beinahe zumindest, denn die Ordnungshüter, welche in wenigen Szenen auftauchen, nehmen auf die Handlung keinen Einfluß: Nur Marcus Clay, Besitzer eines Schallplatten-Geschäfts und eine der Hauptfiguren, bekommt einmal wichtige Informationen von einem befreundeten Undercover-Polizisten.

Ort der Handlung ist das Washington der Schwarzen zur Zeit der amerikanischen Zweihundertjahr-Feier, also 1976. Zu Beginn des Buches reden alle über den gerade anlaufenden Film 'King Suckerman' ' und sind dann relativ enttäuscht, nachdem sie ihn gesehen haben. Denn der 'Held', ein brutaler Zuhälter, wird ins Gefängnis gesteckt. Doch für Wilton Cooper, einen kleinen Gangsterboß, stellt dieser Film 'das echte Leben dar'. Dieser Cooper soll für einen Großdealer Kokain auf einer Farm einkaufen, will jedoch sowohl das Geld als auch die Droge für sich behalten. Seine Bande besteht aus einem jugendlichen weißen Killer und zwei eher minderbemittelten Helfern.

Während Cooper beim unfähigen Kleinganoven Eddie Marchetti und dessen intelligenten Assistenten Tate Clarence gegen Honorar die Adresse der Drogen-Farm in Erfahrung bringt, kommt Marcus Clay mit seinem Freund, dem griechischen Kleindealer Dimitri Karras, vorbei. Als Marchetti seine chinesische Freundin Vivian Lee vor aller Augen demütigt, schlägt ihn Karras nieder; Clay, ein Vietnam-Veteran, hält die Bande in Schach ' und nimmt dann dummerweise das Geld mit, das Cooper für die Information bezahlt hat.

Das kann sich Cooper nicht gefallen lassen, und so gewalttätig es im Folgenden auch zugeht, 'King Suckerman' ist doch kein Thriller, der sich in brutaler Action erschöpft. Zum einen beschreibt Pelecanos differenzierte, glaubwürdige Charaktere, welche sich in Umstände hineinmanövriert haben, aus denen sie keinen Ausweg finden außer dem, weiterzumachen. Zum anderen sind die Akteure keine Superhelden, sondern vorwiegend Schmalspur-Kriminelle, die zum Teil nicht einmal das Zeug für ihre Art des Geldverdienens haben. Pelecanos betreibt gewissermaßen eine Milieustudie der kleinen Fische, die niemals auch nur in die Nähe des großen Kuchens kommen werden, so sehr sie sich auch ihre Hände schmutzig machen.

Diese Antihelden definieren sich sehr über die Musik (etwa von Jimi Hendrix, Mott the Hoople, Captain Beefheart, Gil Scott-Heron, Steppenwolf und Led Zeppelin), welche die Handlung ständig begleitet, und sie beziehen einen Großteil ihres überzogenen Selbstverständnisses von Drogen und aus den Filmen, für die sie vor den Kinos Schlange stehen. 'King Suckerman' ist ihnen zu realistisch. Sie wollen Sieger sehen, keine Verlierer.

Sieger kommen in Pelecanos' Buch nicht vor, höchstens Überlebende. Ein paar versuchen, 'anständig' zu werden, die anderen werden weiter ihre krummen Geschäfte betreiben. Und es braucht gar keine Polizei. Das 'echte Leben' hat all diese Nachahmungstäter schon längst verurteilt.
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