Es fällt mir schwer, über einen Band der DuMont Kunstreiseführer etwas Negatives zu sagen. Denn neben den Baedecker-Führern ist es die einzige Reihe, die (in der Regel) wirklich fundierte Informationen bietet und die Mode der grellen, bilderlastigen und informationsarmen Reiseführer nicht mitmacht.
Dennoch kann ich diesen Band nicht empfehlen, er hat mich geärgert statt mir zu helfen. Ärgerlich fand ich:
1. Die Orientierung fällt auch geduldigen Reisenden schwer. Viele Objekte werden in kursiver Schreibweise innerhalb langer Absätze "versteckt".
2. Es wird fast keine Gewichtung nach mehr oder weniger bedeutend vorgenommen (nur in den großen Städten werden Highlights erwähnt). Angesichts der Unmengen an Kunstobjekte am Mittelrhein wäre dies aber wichtig, um gezielt etwas auszusuchen zu können.
3. Sehenswürdigekeiten werden ausgelassen (z. B. werden die Fachwerkhäuser in Bacharach mit keinem Wort erwähnt).
4. Wichtige Informationen werden ausgelassen (z. B. wird angegeben, seit wann eine Kirche in Oberwesel evangelisch ist. Wann sie aber erbaut wurde, bleibt ein Geheimnis.)
5. Der Einleitungsteil zur Geschichte des Mittelrheins ist viel zu dünn und viele interessante Aspekte werden nicht erwähnt.
Dass hilfreiche Tipps zum Reisen, zu Öffnungszeiten u.ä. fehlen, ist man von DuMont ja gewohnt.
Insgesamt wirkt es ein bisschen, als ob der Autor nach Lust und Laune mal mehr, mal weniger geschrieben hätte. Schade. Der berühmte geschichtsträchtige "romantische" Mittelrhein hätte eine bessere Beschreibung verdient.