Dieses Buch macht auf den ersten Blick einen gediegenen Eindruck. Schleppt man es dann bis nach Japan und unterwirft es dem harten Druck der Praxis, sieht es doch etwas anders aus. Der Schwerpunkt liegt sehr deutlich auf Kyoto und der Umgebung.
Verläßt man diese Region, so erfährt man mitunter recht wenig. Eine Seite für den Stadtrundgang Tokyo, ein halber Satz über das dortige Nationalmuseum, das ist schon arg wenig für einen Kunstführer, auch wenn es im Anhang einen weiteren, eher statischen Überblick zu den Museen der Stadt gibt. Man würde doch gern wissen, was wo in welchem Museumsteil zu finden ist. Andere Orte, wie Kanazawa, werden fast mit Desinteresse abgehakt, denn das 2004 eröffnete "21st century art museum", ein architektonischer Glanzpunkt, kommt nicht vor (auch in der 3. Auflage von 2008)! Mancher Hinweis des Führers führt arg in die Irre: Der darin hochgelobte Tempel Yogen-in in Kyoto ist für alle, die nicht Japanisch sprechen, ohnehin unzugänglich.
Insgesamt muß man leider sagen, daß man das Buch getrost zuhause lassen kann und lieber die in Japan reichlich erhältlichen, englischsprachigen Broschüren von den Touristeninformationen lesen sollte.