Die 'harsche Ästhetik einer Landschaft, die trotz Eis und Kälte Leben zulässt', hat es Arved Fuchs angetan. Wie ihm geht es vielen Menschen. Sie sind fasziniert von den arktischen Lebenswelten, von der grandiosen Natur, den Extremen, und sie träumen von einer Reise an die Enden unserer Welt. Doch die Polarlandschaften sind bedroht. Der Klimawandel lässt nicht nur die Gletscher schmelzen, sondern gefährdet auch die Artenvielfalt in der Arktis und der Antarktis.
Was da tatsächlich auf dem Spiel steht, das führt dieser im wahrsten Sinn des Wortes gewichtige Bildband vor Augen. Der Tier- und Naturfotograf Thorsten Milse war jahrelang in den oft menschenfeindlichen Regionen unterwegs, seine beeindruckenden Fotografien nehmen den Betrachter mit auf eine Reise in eisige Welten. Milse spielt mit Klischees und Gefühlen, er zeigt schmusende Eisbären und Babyrobben mit großen Augen, flauschige Pinguine und wie blutrot die Sonne hinter den Eisbergen versinkt. Seine Fotos lassen aber auch ahnen, wie brüchig diese auf Eis gebaute Welt ist, wie gefährdet die Tiere sind, deren Kuschelfaktor er so sensationell in Szene gesetzt hat. Die kurzen Texte erläutern nur das Allernötigste ' das Wo, Was und Wer, die großformatigen Bilder sprechen für sich. Sie führen den Betrachter so nah an diese fremde, kalte Welt heran, wie er ihr bei einer Reise nur selten kommen kann. Und sie regen ihn zum Nachdenken an über die Verantwortung, die der Mensch trägt, damit diese Erde mit all ihren Extremen überdauern kann. Sfl