Im Herbst 2004 debütierte Astrid Vits auf dem Buchmarkt mit einer hochgelobten Interview-Sammlung, welche die deutsche Musikszene auf spielerische Art beleuchtete. Das Lorbeer-Kränzchen auf dem Kopf zog sie weiter mit einer Retro-Tasche, prall gefüllt mit dem Erstwerk, Aufnahmegerät, Digicam und CDs, und schon ein Jahr später reüssiert die studierte Journalistin mit dem Nachfolger "Du Und Viele Von Deinen Freunden / 2". Darin 28 exklusive Interviews mit Bands von Anajo bis Wolke, bereist von Aachen bis Wuppertal. 407 Seiten: groß, schwer, gebunden - etwas unpraktisch beim Lesen. Man muss sich die Freude am Buch erst erarbeiten. Konzept und Aufbau gleichen dem des ersten Buches, d. h. vorweg gibt es Informationen satt: Bandname, Label, Cover-Abbildungen, Kurzbiographie, Line-Up, Diskographie und Links. Zur weiteren Einstimmung folgen dann jeweils ein Songzitat sowie Gesprächsdaten (Datum und Ort, Speisen und Getränke, Gesprächspartner). Die Auswahl der Bands und Solo-Künstler ist wieder sehr gut, weil unterschiedlichste Genres und Bekanntheitsgrade ihren Platz finden. Vits' Intention ist wie beim ersten Buch, in dem sie schon das Beobachten über das Bewerten stellte, das ehrliche Interesse an den Menschen hinter der Musik. Einige Fragen tauchen bewusst in fast allen Interviews auf, "damit man auch mal einen Vergleich hat". Es sind gut gestellte, mal zeitlose und mal zeitgeistige Fragen. Die Antworten sind erwartungsgemäß individuell und vielschichtig, wenn auch nicht diametral abweichend, und lassen sich zum Glück nicht auf einen Nenner bringen. Während in Teil 1 dieser Interview-Reihe eher wirkliche Gespräche zustande kamen, sind es in Teil 2 leider recht starre Frage-Antwort-Schemata, die einem zwar vertraut sind, aber nicht so richtig viel Spaß bringen. Nur selten kommen die Künstler in Redefluss, dann aber lässt Vits sie erzählen. Insgesamt hält dieses wunderbare Buch der Schnelllebigkeit heutiger Musik ein Stoppschild entgegen und vermittelt über kreative, denkende und liebende Menschen, dass Musik eben nicht nur ein Produkt, sondern Kunst ist.