Aus der Amazon.de Redaktion
Viele TV-Abende haben wir schon mit Manuel Andrack verbracht. Jetzt ist der Kölner unter die Buchautoren gegangen. Seine Taschenausgabe liest sich so, als ob ein guter Kumpel plaudert. Erlebnisse sind im Tagebuch-Stil verpackt. Konkret nimmt uns der Hobby-Wanderer mit in Eifel, Hunsrück, Teutoburger Wald, Rothaargebirge, Harz, Sächsische und Böhmische Schweiz sowie den Weg, auf dem Goethe zu seiner Geliebten raste. Der Leser ist mit Manuel allein als auch zusammen mit Vater, Freund und Kindern unterwegs.
Sachlich beschreibt Andrack Stationen der Wanderungen. Daneben finden sich pragmatische Tipps zur Ausrüstung, geologische, historische, pädagogische und literarische Einsprengsel -- darunter die Frage, warum ein Fluss Fluss heißt oder auch Dinge ohne viel Belang. Ein Tipp lautet: Wenn ich früh aufstehe, kann ich mehr am Tag schaffen. Übrigens: Wandern ist prima, um das Rauchen aufzugeben. Andrack hat es jedenfalls so geschafft. Gegen ein frisches Bier hat der Kölner jedoch nichts einzuwenden, was seine Schwarzweiß-Bilder verraten. Aber Manuel, es heißt Budvar und nicht Bubvar.
Ob auf den Brocken oder entlang des böhmischen Amazonas: Natürlich kann jeder nach der Lektüre die Touren selbst gehen. Geheimtipp des Kölners: Im Frühling und im Frühsommer sind die Voraussetzungen genau so gut wie im Herbst, aber es ist weniger los. Zudem sind die vorgestellten Routen jetzt noch höher frequentiert, da das Buch zu einem kleinen Bestseller avanciert. Aber Hand aufs Herz: Wenn wir Manuel Andrack nicht durch Harald Schmidt kennen würden, verkauften sich seine literarischen Wander-Wunder weit weniger gut. --Herwig Slezak
Kurzbeschreibung
Ohne Stock und Hut im deutschen Mittelgebirge
Warum wird Manuel Andrack in Böhmen beim Wandern von einem Fährmann übergesetzt und was zum Teufel hat es mit der WDG (Wanderdurchschnittsgeschwindigkeit) auf sich? Darf man Mountainbiker im Wald grüßen und sind Wanderstöcke peinlich? Kommt nach der New Economy und der Neuen Mitte nun das Neue Wandern?
Wanderer brauchen Glück. Denn häufig genug ziehen sich manche der ausgewiesenen Wege an viel befahrenen Bundesstraßen entlang. Hat man dann endlich den rettenden Forstweg erreicht, wird man von riesigen Holztransportern überholt, so dass nur noch der Sprung in den nächsten Graben Schlimmeres verhindert. Was aber immer noch besser ist, als Auge in Auge mit einem aggressiven Riesenhund ohne Herrchen mitten im Wald zu stehen. Manuel Andrack kennt das alles. Seit fast zehn Jahren wandert er in der Eifel, dem Harz oder durch die Sächsische und Böhmische Schweiz. Von seinen persönlichen Lieblingswanderwegen erzählt er in "Du musst wandern".
Dabei wandert er mit Freunden, seinen Kindern und seinen Eltern, aber am liebsten wandert er allein und lange. Oft ist Manuel Andrack den ganzen Tag unterwegs, geht bis zu 40 Kilometer. Er wandert nach dem Abstieg des 1. FC Köln (mit jedem Schritt wurde der Schmerz weniger) und findet Trost beim großen Wanderer Johann Wolfgang von Goethe: "Was ich nicht erlernt habe, das habe ich erwandert."