Ein vergleichsweise kurzer Roman, ein vergleichsweise leichtes Thema - und doch eine wunderbare Lektüre.
Jonathan Lethem schreibt über eine Band, deren Bassistin Lucinda sich gerade von ihrem Freund getrennt hat, der ebenfalls in der Band spielt. Hauptberuflich arbeitet Linda als Telefonistin in einem Call-Center für Nörgeleien. (Alleine für diesen urkomischen Einfall müsste man Lethem auf Knien danken.) Bei mehreren Telefonaten verliebt sie sich leidenschaftlich in einen ihrer Anrufer, beginnt eine Affäre mit ihm - bis er aus nachvollziehbaren Gründen darauf besteht, in die Band aufgenommen zu werden...
Das Buch hat alles, was man braucht: Sex, Drugs, Rock & Roll - sogar echte Liebe. Es ist in Lethems makellosem (und übrigens bis auf den Titel sehr gut übersetztem) Stil geschrieben. Und doch fehlt dem Buch ein klitzekleines bisschen Länge und Tiefe. Gerade dann, wenn man erwartet, dass es jetzt richtig zur Sache geht, löst Lethem die Story auch schon wieder in Wohlgefallen auf und die letzte Seite des Buchs ist umgeblättert.
Bis dahin ist die Lektüre spannend, witzig und immer lohnend. Doch am Ende hat man das Gefühl, dass es für den Autor nicht mehr als eine Fingerübung war. Aber was für eine! Und den für einen gebundenen Roman relativ fairen Preis ist "Du liebst mich, du liebst mich nicht" auf jeden Fall wert.
Gut zu gebrauchen als Einstiegsdroge zu Lethem (dann mit "Motherless Brooklyn" fortfahren), oder als Zwischengang im Warten auf den nächsten großen Wurf.