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Du fehlst mir, du fehlst mir! [Taschenbuch]

Peter Pohl , Birgitta Kicherer
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (39 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Peter Pohl ist in Deutschland als herausragender Jugendbuchautor bekannt. Für seinen Erstling Jan, mein Freund hat er den Jugendliteraturpreis erhalten. Jetzt sind zwei weitere, ebenfalls sehr empfehlenswerte Romane auf deutsch von ihm erschienen.

Auf dem schwedischen Rosenhof leben die beiden eineiigen Zwillingsschwestern Cilla und Tina. Als sie vor einigen Jahren hierher zogen, dachten sie, sie seien im Paradies gelandet. Doch wie es im Paradies so ist, liegt die Hölle gleich vor der Tür. Am Rosenhof vorbei führt die Straße des Todes und an einem wunderschönen Sommertag im Mai, es ist der Geburtstag ihrer Mutter, hat Cilla beim Überqueren dieser Straße den tödlichen Unfall.

So bleibt Tina als einzelner Zwilling zurück. Von ihrem Schmerz, ihrer Trauer erzählt das Buch des Schweden Peter Pohl. Er hat zusammen mit Kinna Gieth, die das Mädchen Tina in seinem Buch ist, die Erzählung Du fehlst mir, du fehlst mir! geschrieben. Er schrieb nach ihren Briefen, Tagebuchaufzeichnungen und Erzählungen. Es ist ein zutiefst ergreifender Bericht über die Trauer geworden und über den Versuch, mit der Traurigkeit zu leben. Das Buch berichtet aber auch darüber, wie verschieden die Zwillinge doch waren, obwohl sie dachten, einander ganz zu kennen. Nach dem Tod von Cilla wird deutlich, dass sie -- bei aller äußeren Ähnlichkeit -- ein völlig anderer Mensch als Tina war.

Seitenlang schreibt Tina in ihrem Tagebuch nur den einen Satz: "Du fehlst mir, du fehlst mir, du fehlst mir". Nie mehr wird sie mit ihrer Schwester gemeinsam über etwas Komisches lachen können, nie mehr miteinander eine ganze Nacht lang reden und nie mehr miteinander streiten, dass die Fetzen nur so fliegen, auch das -- nie mehr.

Peter Pohl beschreibt das Jahr nach dem Unfall und wie Tina in dieser Zeit an Reife und Tiefe gewinnt. "Wer sich nur oben auf der Oberfläche bewegt, hat kein volles Leben. Das ganze tiefe Meer enthält so viel mehr als die Oberfläche, wo die Wellen nur hin und her plätschern. In der Tiefe verbirgt sich all das Große -- wenn man es entdeckt, ist es wunderbar, aber für den, der sich nicht hinunterwagt, wirkt es nur abschreckend."

Er schreibt -- wie auch schon in seinen anderen Jugendbüchern -- über die Entwicklung eines jungen Menschen, über seine Bemühungen um Freundschaft und Anerkennung, um im Leben Fuß fassen zu können. Pohl schildert, wie Tina erwachsen wird und dabei eine Reife erlangt, die vielen Erwachsenen trotz ihres Alters fehlt. Es sind die großen Fragen, die Pohl in seinen Romanen aufgreift und auf seine eigene, sensible Art beantwortet. Ein gutes Buch, dem man viele Leser wünscht -- und zwar nicht nur jugendliche. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»So einfühlsam und zugleich realistisch wie hier wird dieses schwierige Thema selten abgehandelt.«
Der Tagesspiegel

Kurzbeschreibung

Cilla und Tina sind Zwillingsschwestern und unzertrennlich. Jede freie Minute verbringen sie zusammen. Kurz vor ihrem vierzehnten Geburtstag passiert das Schreckliche. Die beiden rennen dem wartenden Schulbus hinterher, es gibt einen riesigen Knall – und Cilla liegt leblos auf der Straße.

Noch am gleichen Tag stirbt sie im Krankenhaus an den Folgen. Tina versteht nicht, was der Tod ihrer Schwester für sie bedeutet. Sie guckt in den Spiegel, sieht ihre Schwester und redet mit ihr. Tina hat Angst, verrückt zu werden. Ganz langsam beginnt Tina, ihren Weg alleine zu gehen.

Der Verlag über das Buch

»So einfühlsam und zugleich realistisch wie hier wird dieses schwierige Thema selten abgehandelt.« ›Der Tagesspiegel‹

Klappentext

Frühling, April, und im Rosenhof sitzen zwei Mädchen, Cilla und Tina. Die beiden sind eineiige Zwillinge und werden im Sommer vierzehn Jahre alt. Doch das wird Cilla nicht mehr erleben - sie wird bald bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen. Cillas Unfall ist das Grauenhafteste, was ich je erlebt habe, und ich erzähle es lieber gleich, dies soll nämlich keine spannende Story mit einem effektvollen Schluß sein, der so lange wie möglich geheimgehalten werden muß, sondern ein Bericht über Tina, die übrigblieb und versuchen mußte, in einem Leben ohne Cilla aufrecht zu stehen und das Gleichgewicht zu halten. Und diejenige, die dies erzählt, bin ich, Tina, aber ich weiß, daß ich es nicht schaffen werde, »ich« zu sagen, wenn ich erzähle, daher sage ich lieber »sie«.

Peter Pohl schrieb diesen Roman nach Erzählungen, Briefen und Tagebuchaufzeichnungen von Kinna Gieth. Sie ist die Tina des Buches. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Autorenportrait

Peter Pohl, geboren 1940 in Deutschland, zieht mit fünf Jahren nach Schweden und wächst dort auf. Er lehrt an der Technischen Hochschule und lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Stockholm. Anhand von Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und Gesprächen mit Kinna Gieth hat er das Buch "Du fehlst mir, du fehlst mir" geschrieben.

Auszug aus Du fehlst mir, du fehlst mir! von Peter Pohl, Kinna Gieth. Copyright © 1999. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Frühling, April, und im Rosenhof sitzen zwei Mädchen, Cilla und Tina. Die beiden sind eineiige Zwillinge und werden im Sommer vierzehn Jahre alt. Doch das wird Cilla nicht mehr erleben - sie wird bald bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen. Cillas Unfall ist das Grauenhafteste, was ich je erlebt habe, und ich erzähle es lieber gleich, dies soll nämlich keine spannende Story mit einem effektvollen Schluß sein, der so lange wie möglich geheimgehalten werden muß, sondern ein Bericht über Tina, die übrigblieb und versuchen mußte, in einem Leben ohne Cilla aufrecht zu stehen und das Gleichgewicht zu halten. Und diejenige, die dies erzählt, bin ich, Tina, aber ich weiß, daß ich es nicht schaffen werde, »ich« zu sagen, wenn ich erzähle, daher sage ich lieber »sie«. (...)

Überraschend viele glauben, daß es irgendwie besonders interessant ist, Zwillinge zu sein, vor allem eineiige Zwillinge, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen. Aber interessant ist wohl doch nicht das richtige Wort. Die Zwillinge Tina und Cilla vereint ein starkes Band, das nicht besonders viel mit der äußeren Ähnlichkeit zu tun hat. Eher handelt es sich darum, einander so nahe zu sein, daß die eine manchmal ein Teil der anderen ist. Manchmal wird die Liebe so beschrieben, und wenn dies die richtige Definition der Liebe ist, haben Tina und Cilla das Glück, schon früh von der Liebe berührt worden zu sein. Und dafür ist »interessant« nicht das richtige Wort.

Interessant, natürlich muß jeder, der unvorbereitet auf zwei gleiche Exemplare des normalerweise so einzigartigen Menschen stößt, das interessant finden. Aber man gewöhnt sich daran, alle Freunde von Cilla und Tina haben sich daran gewöhnt. Als die Mädchen nach den relativ idyllischen ersten sechs Schuljahren in die weiterführende Schule in der Stadt überwechselten, kam eine neuen Gewöhnungsphase auf sie zu. Schon die Tatsache, zu zweit zu sein, war ungewöhnlich.

Die Mädchen traten zwar ziemlich verschieden auf, doch es dauerte seine Zeit, bevor die Umwelt das entdeckte. Cilla trug sackartige Sachen, oft Blazer oder ausgebeulte Herrenjacken. Tina dagegen war eher normal mädchenhaft gekleidet. Was dieser oberflächliche Unterschied auch für eine tiefergehende Bedeutung haben mochte, auf jeden Fall führte er dazu, daß Cilla oft als etwas sonderbar galt, während Tina sich leichter ihrer Umgebung anpaßte, jener Umgebung, die das Normale bevorzugt.

Wer als etwas sonderbar gilt, wird von manchen mit gewissem Respekt behandelt, während andere darin einen willkommenen Anlaß für Boshaftigkeiten sehen. Kaufst du deine Kleider »second-hand«? wurde Cilla manchmal gefragt. Das ging ja noch. Dagegen ging es überhaupt nicht mehr, als drei Jungs aus der Achten sie plötzlich umkreisten und dabei die Worte auf sie abfeuerten: »Ich hasse sie! - Ich hasse sie noch mehr! - Ich hasse sie am meisten! Nein, ich! - Nein, ich...«

Das war zuviel. Zuviel für Cilla und zuviel für Tina, die gerade in einen der drei verknallt war. Jähes Ende der Liebe. Tina baute sich an der Seite ihrer Schwester auf. »Was, ihr seid bloß zu dritt gegen eine! Scheißschwächlinge, holt doch noch Verstärkung, aber warnt sie rechtzeitig, jetzt sind wir nämlich zu zweit!« In diesem Augenblick sahen sie tatsächlich gleich aus! Die zornblitzenden Augen, die Schimpfkanonaden... Die Jungs versuchten, das doppelte Bild wegzuzwinkern, waren aber bald keinen Schuß Pulver mehr wert. Der Respekt vor den Zwillingen wuchs zusehends. Du und ich wir sind ein und dieselbe, geliebte Schwester mein.« ...

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