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Du dachtest, du hättest vergessen
 
 

Du dachtest, du hättest vergessen [Kindle Edition]

Leena Lehtolainen , Gabriele Schrey-Vasara
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Leena Lehtolainen hat einen Alles-wird-gut-Roman geschrieben und ihn in ein Krimikostüm gezwängt. "Du dachtest, du hättest vergessen" handelt von einer Familie, in der vor einem Vierteljahrhundert Tragisches passierte: Der Großvater wurde von seinem Sohn erschlagen, der Verurteilte beging später im Gefängnis Selbstmord. Die restliche Familie schweigt auch 25 Jahre später beharrlich über den Vorfall - nur Katja, Enkelin des Ermordeten, stellt neugierige Fragen. So beginnt der neue Roman der finnischen Autorin, doch schon nach wenigen Seiten geht es nicht mehr um den alten Mordfall. Stattdessen porträtiert Lehtolainen Katja, ihre Verwandten und deren Probleme - Katja selbst ist alkoholabhängige Bulimikerin, ihre Mutter eine vertrocknete Hausfrau, ihr Bruder ein tablettensüchtiger Autobahnraser, ihr Onkel ein misanthropischer Autor, die Tante eine egozentrische Esotussi. Abwechselnd schlüpft Leena Lehtolainen als Ich-Erzählerin in ihre verschiedenen Figuren und präsentiert Biografien, die sprachlich gut beschrieben, in ihrer Klischeehaftigkeit aber nahezu unerträglich sind. Obendrein führt sie fast alle Familienmitglieder am Ende auf einen besseren Weg, sie beschert ihnen die große Liebe, Erfolg, Zufriedenheit, lässt sie optimistischer in die Zukunft blicken. Der letzte Satz des Romans lautet: "Alles ist möglich." Eine Wahrheit für Lehtolainens Figuren. Eine maßlose Übertreibung für den Leser. (jul)

Kurzbeschreibung

Denn keine Familie ist ohne Schuld.Finnland im Spätsommer. Katja fährt zur Beerdigung ihrer Großmutter ins abgelegene Pielavesi. Sie ahnt, dass nicht nur der Abschied von einem geliebten Menschen ansteht. Schon zu lange lastet ein schreckliches Geheimnis auf ihrer Familie. Als Katja versucht, die Wahrheit ans Licht zu bringen, stellt sie bald fest, dass die Schuld nicht nur einen trifft …«Nach dem Erfolg ihrer Krimiserie mit Kommissarin Maria Kallio ist Leena Lehtolainen nun ein Roman gelungen, der immer tiefer in den Morast eines gutgehüteten Familiengeheimnisses eindringt.» (Brigitte)«Beklemmend und kunstvoll verwoben.» (Hamburger Morgenpost)«Die finnische Starautorin erzählt mitreißend aus fünf Perspektiven, die sie kunstvoll verbindet.» (Emotion)

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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Oh schön, ein neuer Lehtolainen Roman, schnell gekauft, eingepackt und zu Hause erst den Klappentext gelesen - welch eine Enttäuschung, es handelt sich nicht um einen weiteren Fall für die Kommisarin Maria Kallio, sondern um einen Familienroman.
Doch schnell siegt die Neugier und ich fange an zu lesen.

Eine Familie trifft sich zur Beerdigung der Großmutter:
da ist die Tochter Sirkka, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Der Vater hatte sich schon früh aus dem Staub gemacht, die nächste große Liebe wurde ihr von ihrer Schwester ausgespannt. Ihre 8 Jahre jüngere Schwester Sara, erfolglose Malerin, ständig pleite und außerordentlich egozentrisch. Der Bruder Veikko, Schriftsteller, beziehungsunfähig, arbeitet in seinen Romanen die Probleme der Familie auf.
Sirkkas Sohn Kaitsu, Computerspezialist dessen Firma allerdings Konkurs gegangen ist und der nun Taxi fährt, allerdings immer ein wenig zu schnell.
Und dann ist da Katja, die Hauptperson des Romans, Sirkkas Tochter, Musikstudentin, leidet an Bulimie und hat Alkoholprobleme.
Katja wurde von ihrem Freund und großer Liebe verlassen weil dieser schwul war und nun will sie herausfinden wer der wahre Mörder ihres Großvaters war, der vor fast 25 Jahren von seinem Sohn Rane mit einem Hammer erschlagen wurde. Rane hatte die Tat nie zugegeben und sich in der Haft erhängt.
Mann - mit dieser verkorksten Familie will ich nicht Weihnachten feiern!

Und dennoch - im Laufe des Romans entwickelte ich eine gewisse Zuneigung zu dieser Familie. In jedem Kapitel ist ein anderes Familienmitglied der Ich-Erzähler, das heißt, die Familiegeschichte wird ständig aus einer anderen Perspektive erzählt. Das macht den Roman interessant und kurzweilig.
Ich hoffte und bangte mit Katja mit, die trotz aller Probleme versucht, ihr Leben in den Griff zu kriegen. Der eigene Kriminalfall gerät dabei in den Hintergrund, was der Spannung des Romans allerdings nicht schadet.
Nach 415 Seiten war ich traurig als ich mich von dieser Familie verabschieden mußte.
Dieser Roman ist wirklich lesenswert!
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Silke Schröder, hallo-buch.de TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Dass die Finnen Probleme mit Alkohol und monatelangen Winterdepressionen haben, weiß man nicht erst seit Aki Karusmäki, dem Kult-Regisseur der Leningrad Cowboys. Auch Leena Lehtolainen befasst sich in ihrem neuen Familienroman mit diesen Themen. Doch sie versinkt nicht in Klagen, sondern sie tritt die Flucht nach vorne an.

Die bekannte finnische Krimautorin zeigt uns, wie man trotz Schicksalsschlägen, verkorkstem Elternhaus, Ozeanen von Alkohol und fehlendem Selbstvertrauen Wege aus der Krise findet. Und das macht Mut, nicht nur den nächsten Winter (oder deutschen Sommer) zu meistern. Weit weg von ihrer Heldin Maria Kallio, liefert uns Lehtolainen einen fesselnden Familienroman aus dem hohen Norden.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lehtolainen ohne Kalio 9. Dezember 2008
Von Heidi Zengerling TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Ich muss vorweg sagen dass es nicht ein Krimi im eigentlichen Sinne, sondern eigentlich eine Familienchronik ist, ein Stück Geschichte einer Familie ...., die ich hier bewerte.

die Autorin:
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Frau Lehtolainen ist Jahrgang 1964 und lebt und arbeitet als Literaturkritikerin und Autorin in Degerby in der Nähne von Helsinki.

Inhalt:
====

Das Buch ist in 27 Kapitel untergliedert, die jeweils mit einem Namen versehen sind.

Es geht um ein Familiengeheimnis. Die Hauptperson ist Katja, die dieses Familiengeheimnis endlich lüften möchte. Alle Familienmitglieder sind involviert und als die Großmutter stirbt wird sich Katja klar, dass etwas passieren muss.

Es passierte vor ca. 25 Jahren, als Rane seinen Vater erschlug. Dieser war Alkoholiker und schlug seinen Sohn im Suff. Rane wird inhaftiert und erhängt sich, weil er mit seiner Schuld nicht leben kann. Rane ist Katjas Cousin. Rane hat Geschwister - sie schweigen und bringen die Wahrheit nicht ans Licht - sie schweigen die ganze Zeit über die vielen Jahre hinweg. Ranes Tante Sirkka - auch sie schweigt. Aber Katja möchte endlich Klarheit.

Der Roman - die Handlung spielt in der unmittelbaren Nähe von Helsinki - in Pielavesi.

Dieser Roman hat mal ausnahmsweise nicht Maria Kalio zur Kommissarin ist aber nicht weniger spannungsgeladen.

hier gleich eine kurze Leseprobe:
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.... Ich legte dann eine Platte von Mariah Carey auf und holte Juhani zum Tanzen. Zuerst wollte er nicht so recht, aber dann kam er doch mit. Über seine Schulter hinweg sah ich, wie Katja ihre Gitarre einpackte, und dachte erst jetzt daran, dass ich ihr versprochen hatte, für sie den Hut herumgehen zu lassen. Aber vielleicht war es besser so, es wäre peinlich gewesen, wenn jeder nur Kleingeld gegeben hätte. Das Wichtigste für sie war wohl, dass sie überhaupt auftreten durfte. Juhanis Alte zerrte ihren Mann schon nach dem ersten Tanz von mir weg, angeblich, weil der babysitter nicht länger bleiben konnte. Das war natürlich ein Vorwand. Sie war eifersüchtig, und dazu hatte sie allen Grund. der Jüngere der beiden Männer aus der Keramikgruppe versuchte Katja auf die Tanzfläche zu ziehen .....

meine Meinung:
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Der Roman rollt praktisch die Geschichte der Familie nochmal auf, die Geschichte, die vor 25 Jahren passierte. Wie alles so kommen konnte und es ist vom Spannungsbogen her unheimlich gut gestaltet. Der Leser erfährt sehr viele Details zu den handelnden Personen, die Charaktere und deren Handlungsweisen werden sehr präzise und detailliert dargestellt und die Art, wie Leena Lehtolainen diesen Roman schreibt, ist, wie man das von ihr nicht anders kennt, sehr flüssig, sehr detaillliert und sehr spannend.

In die Vergangenheitsbearbeitung, die im Buch eigentlich im Hintergrund mitläuft lässt die Autorin die heutige Zeit zum Leben erwachen. Was die Enkelin des damals Ermordeten und deren Familienangehörige jetzt sind und machen, dass wird von der Autorin beschrieben. Und all dies hängt halt auch irgendwie untrennbar mit dem alten "Fall" zusammen.

Ob es nun als ein Krimi bezeichnet werden kann, kann man so nicht genau definieren, ich würde eher zu NEIN tendieren.

Die Charaktere rund um die Hauptperson Katja, die alkoholsüchtig ist, haben auch alle ihre Vergangenheit und ihre negativen Seiten. So ist ihr Onkel z.B. ein menschenscheuer Schriftsteller, ihr Bruder tablettensüchtig, ihre Tante eine Esotherikerin, ihre Mutter wird als Hausfrau dargestellt und alle haben ihre Eigenheiten, wie das auch im normalen Leben so der Fall ist. Irgendwie ist alles ziemlich extrem dargestellt, aber so kann das ja in einem fiktiven Roman gern der Fall sein.

Ob es nun als positiv oder negativ zu bewerten ist, dass am Ende des Buches alles gut wird, das kann jeder für sich entscheiden. Der Schluss jedenfalls bringt für alle Protagonisten eine "Happyend" - ich fand es gut so, man kann als Leser das Buch ruhig zur Seite legen und beruhigt sagen, ich habe die Geschichte um diese Familie gelesen und es geht ihnen soweit gut.

Geschrieben ist das Buch so, als ob die einzelnen Personen ihre Geschichte selbst erzählen, also jeweils in der Ich-Form.

Ich habe das Buch mit Genuß gelesen und empfehle es allen Lehtolainen-Fans, sie hat ihren Stil beibehalten, obwohl es kein Maria-Kalio-Fall ist, mit dem es der Leser hier zu tun hat.
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