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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
- mit dieser Familie will ich nicht Weihnachten feiern -,
Von
Rezension bezieht sich auf: Du dachtest, du hättest vergessen (Gebundene Ausgabe)
Oh schön, ein neuer Lehtolainen Roman, schnell gekauft, eingepackt und zu Hause erst den Klappentext gelesen - welch eine Enttäuschung, es handelt sich nicht um einen weiteren Fall für die Kommisarin Maria Kallio, sondern um einen Familienroman.Doch schnell siegt die Neugier und ich fange an zu lesen. Eine Familie trifft sich zur Beerdigung der Großmutter: da ist die Tochter Sirkka, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Der Vater hatte sich schon früh aus dem Staub gemacht, die nächste große Liebe wurde ihr von ihrer Schwester ausgespannt. Ihre 8 Jahre jüngere Schwester Sara, erfolglose Malerin, ständig pleite und außerordentlich egozentrisch. Der Bruder Veikko, Schriftsteller, beziehungsunfähig, arbeitet in seinen Romanen die Probleme der Familie auf. Sirkkas Sohn Kaitsu, Computerspezialist dessen Firma allerdings Konkurs gegangen ist und der nun Taxi fährt, allerdings immer ein wenig zu schnell. Und dann ist da Katja, die Hauptperson des Romans, Sirkkas Tochter, Musikstudentin, leidet an Bulimie und hat Alkoholprobleme. Katja wurde von ihrem Freund und großer Liebe verlassen weil dieser schwul war und nun will sie herausfinden wer der wahre Mörder ihres Großvaters war, der vor fast 25 Jahren von seinem Sohn Rane mit einem Hammer erschlagen wurde. Rane hatte die Tat nie zugegeben und sich in der Haft erhängt. Mann - mit dieser verkorksten Familie will ich nicht Weihnachten feiern! Und dennoch - im Laufe des Romans entwickelte ich eine gewisse Zuneigung zu dieser Familie. In jedem Kapitel ist ein anderes Familienmitglied der Ich-Erzähler, das heißt, die Familiegeschichte wird ständig aus einer anderen Perspektive erzählt. Das macht den Roman interessant und kurzweilig. Ich hoffte und bangte mit Katja mit, die trotz aller Probleme versucht, ihr Leben in den Griff zu kriegen. Der eigene Kriminalfall gerät dabei in den Hintergrund, was der Spannung des Romans allerdings nicht schadet. Nach 415 Seiten war ich traurig als ich mich von dieser Familie verabschieden mußte. Dieser Roman ist wirklich lesenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein fesselnder Familienroman aus dem hohen Norden,
Von Silke Schröder, hallo-buch.de "hallobuch" (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Du dachtest, du hättest vergessen (Gebundene Ausgabe)
Dass die Finnen Probleme mit Alkohol und monatelangen Winterdepressionen haben, weiß man nicht erst seit Aki Karusmäki, dem Kult-Regisseur der Leningrad Cowboys. Auch Leena Lehtolainen befasst sich in ihrem neuen Familienroman mit diesen Themen. Doch sie versinkt nicht in Klagen, sondern sie tritt die Flucht nach vorne an.Die bekannte finnische Krimautorin zeigt uns, wie man trotz Schicksalsschlägen, verkorkstem Elternhaus, Ozeanen von Alkohol und fehlendem Selbstvertrauen Wege aus der Krise findet. Und das macht Mut, nicht nur den nächsten Winter (oder deutschen Sommer) zu meistern. Weit weg von ihrer Heldin Maria Kallio, liefert uns Lehtolainen einen fesselnden Familienroman aus dem hohen Norden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mehr ein psychologisch einfühlsamer Familienroman, der krankmachende Beziehungsstrukturen und Schuldzusammenhänge beschreibt,
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 10 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Du dachtest, du hättest vergessen (Gebundene Ausgabe)
"Du dachtest, du hättest vergessen", der neue Roman der finnischen Autorin Leena Lehtolainen, die mit ihrer Serie um die Anwältin und Kommissarin Maria Kallio auch in Deutschland sich einen Namen gemacht hat, ist eine Geschichte der Vergessens und der schmerzhaften Arbeit des Erinnerns. Sie erzählt über Zusammenhänge in einer Familie, die über Generationen wirken, über Schuldverstrickungen ins zweite und dritte Glied, über den Fluch des Alkoholismus und den Schaden, den er anrichtet, einen rätselhaften Mord eines Sohnes an seinem Vater und über den mutigen, mühsamen und anstrengenden, von dauerndem Scheitern bedrohten Versuch einer jungen Frau, sich aus all diesem Gewirr zu lösen und zu einem eigenen, sinnvollen und glücklichen Leben zu finden.Vor 25 Jahren hat ein junger Mann namens Rane seinen Vater getötet. Beide waren stockbetrunken, Rane konnte sich vor Gericht an nichts mehr erinnern, und auch die anderen Familienmitgliedern wissen nichts. Rane kommt ins Gefängnis und erhängt sich kurze Zeit später, für viele der nachträgliche Beweis seiner Schuld. Ranes Geschwister schweigen auch die Jahre danach eisern über diesen Vorfall, er wird behandelt in der Familie, als sei er nicht geschehen. Leena Lehtolainen verarbeitet brillant die Erkenntnisse der Familienforschung und Familientherapie und schildert in zum Teil quälenden Selbstzeugnissen von betroffenen Familienmitgliedern aus verschiedenen Generationen, was dieses Schweigen mit ihrem Leben macht. Alle haben sie auf unterschiedliche Weise mit ihrem Leben zu kämpfen, sind suchtkrank oder hüpfen von einer esoterischen Mode zur anderen. Keiner packt wirklich sein Leben, und alles hat letztlich damit zu tun, daß es in dieser Familie ein großes Geheimnis gibt, von dem alle denken, es wäre vergessen. Wie es so oft ist, traut sich erst die dritte Generation, dieses Schweigen zu brechen. Katja, die junge Tochter von Ranes Schwester Sirkka, spürt seit vielen Jahren, daß man ihr etwas verheimlicht. Zwar leidet sie nicht akut, doch ihr Alkoholkonsum macht ihr große Probleme und hindert sie an einem wirklichen Leben. Als die Großmutter stirbt und Katja zur Beerdigung in ihr Heimatdorf Pielavesi fährt, beschließt sie für sich, daß es an der Zeit ist, dieses dunkle Schweigen zu brechen und Licht in die Familiengeheimnisse zu bringen, die sich wie ein schwerer Mantel über die Seelen und Leben aller Familienmitglieder gelegt haben. Ziemlich schnell findet sie heraus, daß das damalige Ereignis, der Mord an dem Großvater, vielfältige Ursachen hatte. Nicht alle Familienmitglieder sind begeistert von Katjas Fragen, konfrontieren sie sie doch mit all ihren Lebenslügen. Leena Lehtolainen lässt die Geschwister Ranes und Katja immer abwechselnd auftreten, sie geben sich den Stab der Erzählung sozusagen gegenseitig in die Hand und führen den Leser immer tiefer hinein in eine Familiengeschichte, wie es eine Hellersche Familienaufstellung nicht besser herausarbeiten könnte. Und Katja stellt sich der Qual und dem Schmerz der Erinnerung, fragt beständig weiter und wird am Ende heil. Sie löst sich von ihrem Alkoholismus und wird fähig zu einer wirklichen liebevollen und echten Beziehung. Das Buch ist absolut empfehlenswert. Es ist mehr ein psychologisch einfühlsamer Familienroman, der krankmachende Beziehungsstrukturen und Schuldzusammenhänge beschreibt, als ein Thriller. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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