Ich muss vorweg sagen dass es nicht ein Krimi im eigentlichen Sinne, sondern eigentlich eine Familienchronik ist, ein Stück Geschichte einer Familie ...., die ich hier bewerte.
die Autorin:
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Frau Lehtolainen ist Jahrgang 1964 und lebt und arbeitet als Literaturkritikerin und Autorin in Degerby in der Nähne von Helsinki.
Inhalt:
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Das Buch ist in 27 Kapitel untergliedert, die jeweils mit einem Namen versehen sind.
Es geht um ein Familiengeheimnis. Die Hauptperson ist Katja, die dieses Familiengeheimnis endlich lüften möchte. Alle Familienmitglieder sind involviert und als die Großmutter stirbt wird sich Katja klar, dass etwas passieren muss.
Es passierte vor ca. 25 Jahren, als Rane seinen Vater erschlug. Dieser war Alkoholiker und schlug seinen Sohn im Suff. Rane wird inhaftiert und erhängt sich, weil er mit seiner Schuld nicht leben kann. Rane ist Katjas Cousin. Rane hat Geschwister - sie schweigen und bringen die Wahrheit nicht ans Licht - sie schweigen die ganze Zeit über die vielen Jahre hinweg. Ranes Tante Sirkka - auch sie schweigt. Aber Katja möchte endlich Klarheit.
Der Roman - die Handlung spielt in der unmittelbaren Nähe von Helsinki - in Pielavesi.
Dieser Roman hat mal ausnahmsweise nicht Maria Kalio zur Kommissarin ist aber nicht weniger spannungsgeladen.
hier gleich eine kurze Leseprobe:
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.... Ich legte dann eine Platte von Mariah Carey auf und holte Juhani zum Tanzen. Zuerst wollte er nicht so recht, aber dann kam er doch mit. Über seine Schulter hinweg sah ich, wie Katja ihre Gitarre einpackte, und dachte erst jetzt daran, dass ich ihr versprochen hatte, für sie den Hut herumgehen zu lassen. Aber vielleicht war es besser so, es wäre peinlich gewesen, wenn jeder nur Kleingeld gegeben hätte. Das Wichtigste für sie war wohl, dass sie überhaupt auftreten durfte. Juhanis Alte zerrte ihren Mann schon nach dem ersten Tanz von mir weg, angeblich, weil der babysitter nicht länger bleiben konnte. Das war natürlich ein Vorwand. Sie war eifersüchtig, und dazu hatte sie allen Grund. der Jüngere der beiden Männer aus der Keramikgruppe versuchte Katja auf die Tanzfläche zu ziehen .....
meine Meinung:
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Der Roman rollt praktisch die Geschichte der Familie nochmal auf, die Geschichte, die vor 25 Jahren passierte. Wie alles so kommen konnte und es ist vom Spannungsbogen her unheimlich gut gestaltet. Der Leser erfährt sehr viele Details zu den handelnden Personen, die Charaktere und deren Handlungsweisen werden sehr präzise und detailliert dargestellt und die Art, wie Leena Lehtolainen diesen Roman schreibt, ist, wie man das von ihr nicht anders kennt, sehr flüssig, sehr detaillliert und sehr spannend.
In die Vergangenheitsbearbeitung, die im Buch eigentlich im Hintergrund mitläuft lässt die Autorin die heutige Zeit zum Leben erwachen. Was die Enkelin des damals Ermordeten und deren Familienangehörige jetzt sind und machen, dass wird von der Autorin beschrieben. Und all dies hängt halt auch irgendwie untrennbar mit dem alten "Fall" zusammen.
Ob es nun als ein Krimi bezeichnet werden kann, kann man so nicht genau definieren, ich würde eher zu NEIN tendieren.
Die Charaktere rund um die Hauptperson Katja, die alkoholsüchtig ist, haben auch alle ihre Vergangenheit und ihre negativen Seiten. So ist ihr Onkel z.B. ein menschenscheuer Schriftsteller, ihr Bruder tablettensüchtig, ihre Tante eine Esotherikerin, ihre Mutter wird als Hausfrau dargestellt und alle haben ihre Eigenheiten, wie das auch im normalen Leben so der Fall ist. Irgendwie ist alles ziemlich extrem dargestellt, aber so kann das ja in einem fiktiven Roman gern der Fall sein.
Ob es nun als positiv oder negativ zu bewerten ist, dass am Ende des Buches alles gut wird, das kann jeder für sich entscheiden. Der Schluss jedenfalls bringt für alle Protagonisten eine "Happyend" - ich fand es gut so, man kann als Leser das Buch ruhig zur Seite legen und beruhigt sagen, ich habe die Geschichte um diese Familie gelesen und es geht ihnen soweit gut.
Geschrieben ist das Buch so, als ob die einzelnen Personen ihre Geschichte selbst erzählen, also jeweils in der Ich-Form.
Ich habe das Buch mit Genuß gelesen und empfehle es allen Lehtolainen-Fans, sie hat ihren Stil beibehalten, obwohl es kein Maria-Kalio-Fall ist, mit dem es der Leser hier zu tun hat.