die es schon können. Was verbindet Gerhard Schröder, Verona Pooth, Paris Hilton und Barack Obama miteinander? Sie sind geniale Selbstinszenierer. Vorbei sind die Zeiten, in denen es langte, dass jemand etwas zu sagen hat - nun muss er die Inhalte auch noch ansprechend präsentieren, um sein Gegenüber zu fesseln. Das wird im Buch hervorragend am Beispiel Schröder contra Stoiber deutlich gemacht.Wer gar nichts zu sagen hat, sollte sich natürlich auch inszenieren - siehe P. Hilton und V. Pooth.
Ein Buch, das sich durch Schreibstil, Aufbau und eben durch diesen Bezug auf die Prominenten aus Film, Fernsehen und Politik von den üblichen Ratgebern abhebt. Anhand zahlreicher Beispiele aus dem Film-Business wird der Leser angeleitet, sich darüber Gedanken zu machen, was er sein möchte und wie er sich nach außen präsentieren möchte. Denn: Wer sich nicht bewusst inszeniert, wird von seinen Mitmenschen in eine Schublade gesteckt, die vielleicht weder passt, noch gefällt. In den vier Buchabschnitten "Der Entertainment-Faktor", "Strategische Selbstinszenierung", "Die Tools aus Hollywood" und "Action", die jeweils in zahlreiche Kapitel unterteilt sind, wird der Leser angeleitet, sein eigenes Dreh- oder Figurenbuch der Selbstinszenierung zu schreiben und Schritt für Schritt umzusetzen. Zu diesem Zweck werden auch immer wieder Filmzitate eingeworfen oder die Geschichten von A-, B-, oder C-Promis angerissen.
Mein Fazit: Die 250 Seiten sind gespickt mit Ratschlägen, die man schon irgendwo einmal gelesen hat. Mir persönlich erscheint der Inhalt wie eine Mixtur aus den Bereichen Branding (s. Robin Fisher Roffer mit "Goodbye, Mrs. Nobody" - ein älteres, aber immer noch sehr empfehlenswertes Buch), Persönlichkeitsfindung (á la Barbara Sheer "Lebe das Leben von dem du träumst", Martha Beck "Polaris-Prinzip" u.v.m.) - allerdings sagt mir der Schreibstil der aufgezählten Bücher deutlich mehr zu, weil diese sich kurzweiliger lesen lassen und ich für mich persönlich mehr Wissenswertes herausfiltern konnte. Gálvez würzt sein Buch noch mit ein wenig Storytellung und NLP - und fertig ist das Drehbuch zur Selbstinszenierung. Wirklich befriedigend empfinde ich das Buch nicht, denn dafür mangelt es einfach an Tiefgang. Mag sein, dass das während einer Live-Performance besser rüberkommt, aber im Buchformat zündet es nicht so. Zudem macht der starke Hollywood-Bezug das Buch in meinen Augen nur bedingt brauchbar für den hiesigen Einsatz. Wer mit den oft zitierten Filmbeispielen so gar nichts am Hut hat, überfliegt schnell ganze Textpassagen und fragt sich hinterher, ob er womöglich irgendwas verpasst hat. Wer sich schon intensiv mit dem Thema "Selbstdarstellung" beschäftigt hat, wird kaum bahnbrechenden Erkenntnisse aus dem Buch filtern können. Allerdings wird das bisherige Wissen aufgefrischt und gefestigt - und das ist ja auch nicht verkehrt. Zu den Büchern, die ich noch ein zweites oder drittes Mal lesen werde, gehört dieses hier allerdings ganz sicher nicht.