Zum Inhalt des Buches
Wie bei Einführungsbüchern zu Content Management Systemen üblich, beginnt auch Schwarz mit der Installationsbeschreibung. Was er allerdings im Vergleich zu andern Büchern nicht macht, ist die Installation unter verschiedenen System (Linux, Windows usw.) zu beschreiben. Außerdem geht er nicht auf die lokale Installation ein ' etwa mit der Hilfe von XAMPP. Diese Beschreibung der lokalen Testumgebung packt er in den Anhang und beschreibt hier, wie er mit Acquia Drupal lokal arbeitet.
Nach der Installation werden die ersten Schritte im Backend von Drupal erläutert. Hier werden die wichtigsten Bereiche und Begriffe erklärt. Schwarz geht dabei sehr ausführlich vor, so dass absolute Einsteiger etwas überfordert sein dürften. Ansonsten ist der Einstieg umfangreich und ausführlich, alle wichtigen Bereiche vom ersten Beitrag bis hin zu neuen Themen werden behandelt.
Nach dieser Einleitung beginnt der Autor damit, die Beispielwebsite für das Buch sehr genau vorzustellen. Das ist super, denn so weiß der Leser direkt, was ihn später erwartet und in welche Richtung es gehen wird. Allerdings verliert man ab und an in den folgenden Kapiteln den Überblick und den Bezug zur Beispielseite.
Danach geht es direkt ans Eingemachte: Schwarz behandelt umfassend und ausführlich die Thematik der Inhaltstypen in Drupal. Dazu stellt er auch verschiedene Module vor, die beispielsweise die Nutzung von Drupal als Blog oder Forum ermöglichen. Ein Blick in die Benutzerverwaltung, die Kategorisierung von Inhalten mit Taxonomie und die Bearbeitung von Inhalten mittels Editoren wird ebenfalls gewährt.
Wie von einem Praxisbuch zu erwarten, gibt es viele Tipps für die praktische Arbeit mit Drupal. Es werden mögliche Workflows für die Redaktion der Website vorgestellt und konfiguriert. Zudem zeigt das Buch einen Einstieg in die Verwendung von mehrsprachigen Websites.
Zum Ende hin wird der Inhalt anspruchsvoller: Hier zeigt Schwarz, wie das System benutzerfreundlich eingerichtet wird. Diese Tipps sind allerdings eher für Administratoren gedacht, die es für Dritte entwickelt haben. Schwarz, der selbst als Webentwickler arbeitet, berichtet hier von seiner täglichen Erfahrung und der Möglichkeit der Dokumentation.
Anschließend geht es um weitere fortgeschrittene Themen wie das Erstellen von eigenen Themes. Wie so oft in Einführungsbüchern ist dieses Kapitel mehr ein Einstieg als eine vollständige Anleitung. Allerdings gelingt der Spagat recht gut. Allerdings: Kenntnisse von HTML, CSS und natürlich auch PHP sind wichtig und erforderlich.
Das letzte Kapitel zeigt verschiedene Projekt-Hilfsmittel wie Test- und Kommandozeilen-Tools. Auch ein kurzer Ausflug in die Entwicklung eines eigenen Moduls für Drupal darf nicht fehlen. Der Blick in den Anhang lohnt sich ebenfalls: Es werden verschiedene Zusatzprogramme für Content Management Systeme vorgestellt. Unter anderem der Klassiker für die Sicherungen der Datenbanken: MySQLDumper sowie die freie Analyse-Software Piwik.
Die beigelegte DVD enthält die aktuelle Drupal-Umgebung, im Buch besprochene Module und die Beispieldateien. Außerdem findet sich auf der DVD ein Auszug aus dem Video-Training zu jQuery.
Aufbau des Buches
Nicolai Schwarz kommt aus der Praxis und das zeigt sich auch in seinem Buch. Mit vielen Tipps und Anmerkungen hilft er dem Leser, das System zu verstehen. Er beschreibt die einzelnen Bereiche sehr detailliert und ausführlich und veranschaulicht dies zudem mit vielen Screenshots. Aufgrund der Masse von Informationen fällt es gelegentlich etwas schwer, dem Inhalt zu folgen. Dabei finde ich die Ansprache des Lesers mit Sätzen wie "Hier können Sie" oder "Hier sehen Sie" nicht sehr gelungen. Allerdings ist das auch eine Geschmacksfrage.
Das Layout des Buches ist, wie bei Galileo-Büchern üblich, sehr hochwertig und durchdacht. Der Satzbau ist gleichmäßig und der Lesefluss wird nicht durch unruhige Elemente gestört. Durch den Schwarz-Weiß-Druck wirkt das Layout des Buches jedoch etwas langweilig und trocken.
Fazit
Die Bücher von Galileo Computing stehen für hochwertige Qualität und sehr gute Ausarbeitung durch die Autoren. Ich selbst habe unzählige Verlagsausgaben auf und um meinen Schreibtisch verteilt. Das Drupal-Buch macht hier keine Ausnahme. Es ist sehr umfassend und gut strukturiert aufgebaut. Allerdings ist es wirklich primär für Ein- und Umsteiger geeignet. Ich selbst war bisher Joomla- und WordPress-Nutzer. Jetzt aber werde ich mich auch zunehmend mit Drupal befassen (etwa mit Open Atrium, einer Projektverwaltung auf Drupal-Basis).
Die Idee, ein Beispielprojekt zu integrieren, finde ich gut. Zu Beginn wird dem Leser gezeigt, wie die Seite später aussehen soll, und im laufenden Buch wird kontinuierlich auf das Beispielprojekt hingearbeitet. Schade ist, dass ab und an der Bezug dazu verloren geht, da sich Schwarz in den Tiefen der Erklärungen zu verlieren scheint.
Gut gefallen hat mir außerdem das Glossar. Hier sind noch mal die wichtigsten Begriffe kurz und knapp erklärt. Möchte man mehr dazu wissen, stehen die entsprechenden Verweise in andere Kapitel bereit.
Durch seinen Anspruch, ein Praxisbuch für Ein- und Umsteiger zu schreiben, gibt es zwar viele Praxistipps, aber eben auch sehr viele Informationen. Die Schritt-Für-Schritt-Anleitungen sind leider im allgemeinen Text enthalten und optisch nicht gut herausgearbeitet. Dem Buch fehlt daher ein gewisser Workshop-Charakter.
Für Drupal-Anfänger ist das Werk auf jeden Fall eine Herausforderung, weil es sehr umfangreich ist, aber nach der Lektüre des Buches sollte die Arbeit mit Drupal keine Probleme mehr machen. Falls mal etwas nicht erklärt wird, gibt es Google- und auch Link-Tipps des Autors. (Rezension von Benjamin Dämon)