vorerst einmal bedauere ich, dass mir hier im vorfeld entgangen ist, dass es offenbar auch eine luxuriösere edition mit leineneinband, umfangreicheren booklet und einer zweiten CD gibt bzw. gegeben hat.
andererseits enthält die zweite CD dem vernehmen nach nur instrumental-tracks und da bin ich - was Eno betrifft - sowieso über gebühr ausgestattet. meine rezension richtet sich demnach ausschliesslich nach meinen hörerlebnissen mit der einzel-CD.
Brian Peter George St. John le Baptiste de la Salle Eno zählt vielleicht nicht zu den ganz großen und bekannten und doch hat er wohl mit unzähligen nadelstichen die entwicklung der alternativen pop/rock-musik massgeblich beeinflusst, sei mit seinen beiträgen zum sound von roxy-music, sei es mit den ergebnissen seiner arbeiten mit David Byrne (talking heads) oder der erfindung der ambient music - musik, die die aufgabe hat, ein ambiente aufzuwerten, so wie farben- und formkombinationen...
Brian Eno hat sich bei seinen musikalischen patenschaften immer nobel zurückgenommen und seinen beitrag im hintergrund geleistet, so ist sein werk auch ebenso vielschichtig wie die anzahl der von ihm inspirierten und unterstützten musiker. Robert Fripp sei hier unter anderen genannt, Daniel Lanois, Peter Sinfield, John Hassel, Harold Budd oder der große John Cale...
hier knöpft sich der meister der stillen, schrägen töne die obskuren dichtungen von Rick Holland vor und lässt ihn auch ein wenig singen oder vielmehr sprechen. wieder ist ein seltsam klingendes werk entstanden, eines in dem tatsächlich primär "drums" den ton angeben, ja sogar "bells" vorkommen, in dem die seltsamen texte von verschiedenen stimmen (die angaben dazu sind leider spärlich) gesungen werden.
stilistische weiterentwicklungen meines lieblingsalbums "another green world" sind ebenso zu vernehmen wir klangwolkiges ala "music for airports", vielschichtig und überraschend ist dieses werk jedenfalls, zu immer neuen expeditionen in diesen seltsamen klangkosmos einladend, da es auch immer wieder neues zu entdecken gibt.
ein originelles pop-album, bei dem sich eine menge unter der oberfläche bewegt, man muss sich aber drauf einlassen und bereit sein zu fühlen und nachzuspüren.
auch klanglich sehr fein, transparent und sauber aufgenommen, auch die virtuellen räume der verschiedenen sounds sind gekonnt festgehalten, sehr schön!