Woher Boyle seine bis ins psychodetail beschilderten Personen in den erdenklich unwirklichsten Situationen herholt ist immer wieder, auch dank seiner Sprache, ein Lesetraum.
Mit Drop City dringt er tief in die Gefühlswelt der Hippie's, Peace, brother and sister, we are one family, one world - ein. Die Kommune Drop City aus Kalifornien, die auf ihrer Flucht vor der Konsumgesellschaft, und doch nur auf der Suche nach ihrer eigenen Identität und einer beängstigenden Naivität nach Alaska aufbricht, dem letzten Winkel einer Zivilisation, die ihrer vorgestelllten Lebensweise einen Raum zu gewähren scheint. Was sie dort antreffen sind Menschen, die das Leben in der Wildniss gewählt haben, jenseits der Bedürfnisswelt, im Bewußtsein der Einsamkeit der langen dunklen kalten Polarnächte, und dem lebensnotwenigen Jagen und Töten.
Wie sich die Angste und Hoffnungen in dieser extremen Natur treffen, und was dann so passiert ist absolut unerwartet, und doch in den Charakteren von Anfang an vorhanden.
Auch ein Appell an die eigenen Gefühle zu glauben, die nicht nur in den massenhaft konsumierten Joints und Trips zu finden sind, die vom Anfang bis zum tragischen Ende in ihrer Obsessivität zerstörerisch wirken.
Die Geschichte geht zu Ende, die Zukunft bleibt offen, und doch - wir haben gelernt - daraus entsteht das Gute.
Danke T.C. Boyle. Wie lange bis zum nächsten Buch?