Obgleich es T.C.Boyle wie stets schafft einen durch seinen dichten und plastischen Schreibstil in die Story zu ziehen und auch die thematische Situation vielversprechend ist, hat mich dieses Buch etwas enttäuscht zurückgelassen.
Die Beschreibung der kalifornischen Hippiekommune inklusive der Charaktere ist so lebensnah wie ich das all Nachgeborener nur nachvollziehen kann und macht Appetit auf mehr. Die parallele Storyline aus der ganz anderen Welt Alaskas laesst einen auf ein interessantes Zusammentreffen der gänzlich verschiedenen Charaktere der beiden Handlungsstränge hoffen. Aber irgendwie ist bei diesem Buch der Weg das Ziel. Die Hinführung der Story zu diesem Punkt nimmt nicht nur zwei Drittel des Buches ein, sie ist auch inhaltlich viel unterhaltsamer als die letztliche Konfrontation und das Ende der Geschichte. Ob Boyle am Ende keine Lust oder keine Zeit mehr hatte - irgendwie verliert das Buch dort, wo es am spannendensten sein sollte die Detailliertheit die es am Anfang auszeichnet. An Meisterwerke wie "Tortilla Curtain" reicht es insofern nicht ran.
Das Buch ist aber trotzdem unbedingt lesenswert. Man sollte nur nicht den Fehler machen, es mit Hinblick auf das Ende zu lesen, sondern sich lieber an der wunderbaren Darstellung und Erzählung der "Vorgeschichte" erfreuen.