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Drood: Roman Gebundene Ausgabe – 12. Oktober 2009

48 Kundenrezensionen

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 976 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (12. Oktober 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 345326598X
  • ISBN-13: 978-3453265981
  • Originaltitel: Drood
  • Größe und/oder Gewicht: 15 x 5,8 x 22,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (48 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 515.647 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Dan Simmons hat sich bisher vor allem als Autor von Horror- und Science-Fiction-Romanen einen Namen gemacht. Mit Drood wagt er sich in neue Gefilde und legt ein beeindruckendes Genremix aus Grusel- und Detektivgeschichte, Biografie und Gesellschaftsroman vor. Drood entführt seine Leser ins England des 19. Jahrhunderts als sich die beiden Schriftsteller Charles Dickens und Wilkie Collins auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs befinden. Die Handlung rankt sich um den letzten, unvollendeten Roman Dickens, Das Geheimnis des Edwin Drood, um den es seit seinem Tod wilde Spekulationen gibt.

Bei einem schrecklichen Eisenbahnunglück im Sommer 1865 gehören Charles Dickens und seine Geliebte zu den wenigen Überlebenden. Als Dickens den Verletzten zur Hilfe eilt, begegnet er einem seltsamen, entstellten Fremden: Drood. Doch so plötzlich wie diese mysteriöse Gestalt aufgetaucht ist, verschwindet sie auch wieder. Wer ist dieser Drood wirklich? Diese Frage nimmt Dickens völlig gefangen und wird zu seiner Obsession: Er muss diesen Drood finden. Gemeinsam mit seinem Kollegen Wilkie Collins macht er sich auf Spurensuche, die die beiden in die Unterwelt führt -- in Opiumhöhlen, Slums, Katakomben und die Kanalisation des viktorianischen Londons.

Erzählt aus der Perspektive des Ich-Erzählers Collins verwischen für den Leser schnell die Grenzen zwischen realen Begebnissen und Collins Opiumfantasien. Man wird von der düsteren, beklemmenden Atmosphäre gefangen genommen und erlebt die Schrecken der stinkenden Londoner Unterwelt hautnah mit. Auch wenn bei der Lektüre des beinahe 1000 Seiten umfassenden Romans so manche Länge zu überwinden ist, so beweist Dan Simmons mit Drood abermals, dass er sehr bildhaft und plastisch erzählen kann. Ein schauriges Lesevergnügen! -- Alexandra Plath

Pressestimmen

"Faszinierend fantastisch wie eine Geschichte aus 'Tausendundeine Nacht'. Herrlich Barock und versponnen und zugleich bis ins kleinste Detail schlüssig - eben wie ein Roman von Dickens, vorzüglich recherchiert und mit einem Arsenal skurriler Typen und schrulliger Originale." (Rainer Schmitz in Focus)

"Dan Simmons schreibt wie ein Gott! Ich kann kaum sagen, wie sehr ich ihn beneide." (Stephen King)

"Simmons ist ein faszinierender Autor, dessen schier unerschöpfliche Fantasie sich nach Horror und Science Fiction nun dem historischen Roman zugewandt hat, dem er mit irritierend schaurigen Einsprengseln zu neuen Dimensionen verhilft. (...) Für Leser, die sich mit Abenteuerlust in ein umfangreiches Werk stürzen, bietet Dan Simmons reiche Beute. Ein starkes Stück spekulativer Literatur." (Westfälische Rundschau über "Drood")

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40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von baroquemaniac am 15. Oktober 2009
Format: Gebundene Ausgabe
In gewisser Hinsicht folgt 'Drood' dem Strickmuster von 'Amadeus': Beide stellen in einer Mischung aus historischen Fakten und extravaganter Fiktion dem Genie (Mozart/Dickens) einen hoch talentierten, aber deutlich unterlegenen Künstler gegenüber (Salieri/Collins).

Thematische kreist 'Drood' dementsprechend um Künstlertum und Kreativität; und obwohl ein beachtliches Arsenal an Versatzstücken des Schauerromans aufgeboten wird (mysteriöse Wesen mit spitz zulaufenden Zähnen, finstere Kulte, unterirdische Labyrinthe), treten diese Elemente über weite Strecken in den Hintergrund, während derer es dann um das literarische Schaffen der Hauptfiguren geht und die teilweise recht bizarre Art, wie sie ihr Privat- und Intimleben arrangiert haben.

Wer sich also einen flott erzählten Thriller erwartet, der von einer Sensation zur nächsten hastet, und wer sich noch nie im Geringsten für Leben und Werk von Charles Dickens und Wilkien Collins interessiert hat, der wird das Buch wohl bald enttäuscht zur Seite legen. Aber auch wer gerne bereit ist, sich für längere Zeit in die literarischen Zirkel im London des 19. Jahrhunderts zurückversetzen zu lassen, wird sich nach der Lektüre vielleicht fragen, ob eine etwas straffere Struktur dem Buch nicht gut getan hätte.
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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Peter Wacker am 18. Oktober 2009
Format: Gebundene Ausgabe
Mit Spannung hatte ich Simmons neuen Roman erwartet. "Song of Kali", "Sommer der Nacht" und "Im Auge des Winters" habe ich verschlungen und war teilweise von der Bösartigkeit dieser Werke und ihrer tiefen Spannung mehr als gefesselt. Bei "Terror" hatte ich bereits gemischte Gefühle, wobei die ersten achthundert Seiten dieses Expeditionsromans wirklich richtig gut sind. Bei der Lektüre von "Drood" allerdings ertappte ich mich mehr als einmal bei den Fragen: "Was soll das denn hier alles? Wo ist denn hier die Handlung?" - Es ist sicherlich gewagt einen Roman zu schreiben, dessen Protagonisten Charles Dickens und Wilkie Collins sind. Diese Konstellation lädt nicht gerade zum Gruseln, sondern eher zum Gähnen ein und dennoch ist diese Idee von Simmons ganz gut umgesetzt. Dickens wird äußerst egomanisch, egoistisch und teilweise gigantisch unsympathisch geschildert. Wilkie Collins, den Simmons als Ich-Erzähler auftreten lässt, wird mehr und mehr zum paranoiden Drogenwrack, das sich mit Opium vollpumpen muss. Dazwischen taucht dann immer wieder die geheimnisvolle Gestalt des Mr. Drood auf. Ja, und das war bereits grob gesagt die ganze Handlung und das auf mehr als 900 Seiten. Würde man hier die Bestandsaufnahme schließen, dann würde für dieses Werk vielleicht ein Punkt herausspringen. Aber nein! Drood ist auf seine Art ein gutes Buch, allerdings vielleicht das schlechteste, das Simmons bis jetzt geschrieben hat. Das Buch lebt streckenweise von seiner düsteren Atmosphäre. Die Beschreibungen des dunklen, stinkenden Londons sind sehr plastisch. Die Schilderung der labyrinthischen Kanalisation, die als Unterstadt bezeichnet wird, und in der Horden von opiumsüchtigem Gesindel haust, ist einfach klasse.Lesen Sie weiter... ›
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Christina Liebeck (Media-Mania) TOP 500 REZENSENT am 2. März 2010
Format: Gebundene Ausgabe
Im Jahr 1865 ereignete sich tatsächlich ein katastrophales Zugunglück im englischen Staplehurst, bei dem zehn Menschen ums Leben kamen und mindestens vierzig verletzt wurden. Einer der Überlebenden war Charles Dickens, Autor von so berühmten Werken wie "Great Expectations", "A Christmas Carol", "The Pickwickiers" oder "Bleak House". Das Unglück beeindruckte den Schriftsteller tief und hatte zahlreiche Auswirkungen auf sein Leben; unter anderem war es ihm kaum noch möglich, ohne Beschwerden und Angstanfälle mit dem Zug oder mit schnellen Kutschen zu reisen. Dan Simmons neuester Roman "Drood" beschreibt die letzten fünf Jahre in Charles Dickens Leben, also das, was sich zwischen dem Zugunglück und dem Tod des Autors im Jahr 1870 zutrug - oder vielmehr: was sich zugetragen haben könnte, denn der Roman trägt deutlich phantastische Züge. Simmons lässt diese Ereignisse aus der Sicht von Dickens Freund und Schriftstellerkollegen Wilkie Collins berichten (auch Collins hat natürlich wirklich gelebt und zahlreiche Bücher veröffentlicht, mehrere auch zusammen mit Charles Dickens; zu seinen bekanntesten Werken dürften "The Woman in White" und "The Moonstone" zählen).

Als Einstieg in die Geschichte dient das genannte Zugunglück; Dreh- und Angelpunkt des Romans ist aber die Tatsache, dass Charles Dickens seinen letzten Roman mit dem Titel "The Mystery of Edwin Drood" niemals beendete; vorher ereilte den gesundheitlich stark angeschlagenen Autor ein Schlaganfall, und niemand erfuhr jemals, wie die Romanfigur Edwin Drood ums Leben gekommen war. Simmons Roman umfasst knapp 1000 Seiten, und mancher Leser mag vielleicht denken, dass der Roman zu lang, zu ereignislos, zu wenig handlungs- und temporeich sei.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Andre Sitter am 27. Juni 2010
Format: Gebundene Ausgabe
An alle interessierten Leserinnen und Leser: Bitte vom Titel und der Beschreibung des Buches nicht täuschen lassen! Hier handelt es sich nicht um eine Geschichte über eine Sagenfigur Drood, noch um einen Horrorroman. Vielmehr ist dies die Geschichte einer schwierigen Beziehung zweier Freunde und Rivalen im London des 19. Jahrhunderts. Und gleich als nächste Aussage: Bitte nicht abschrecken lassen! Die Geschichte ist eines der besten Werke, die Simmons je veröffentlicht hat.

Dan Simmons hat sich als Autor in den letzten Jahren weiterentwickelt. Bekannt geworden durch seine fantastischen, tiefgehenden und detaillierten Geschichten im Science Fiction Genre, war bereits in seinem letzten Roman 'The Terror' nicht mehr das fantastische Element im Mittelpunkt, sondern die Geschichte wäre auch ohne diese Facette durch das allgemeine historische Setting spannend und durchdacht gewesen. Während in 'The Terror' die Charaktere um ihr Überleben in den Weiten der Arktis kämpfen, kämpft in dieser Geschichte der Autor Wilkie Collins um Anerkennung, Freundschaft und Identität.

Freundschaften sind oft schwierig, voller Konflikte, Täuschungen und Verletzungen. Wilkie Collins Freunschaft mit dem weit begabteren Autor Charles Dickens ist voll von diesen Aspekten. Wir erleben wie Collins das Leben des alternden Dickens bis zu seinem Tod schildert. Ein Leben in dem eine mysteriöse Schreckensfigur und ein legendärer Verbrecher des Untergrunds namens Drood eine immer größere Rolle zu spielen scheint und die beiden Freunde in den Abgrund zieht. Oder ist das alles nur eine Einbildung, die Collins in seinem von Drogen, Neid und Kreativität vollen Geist erschafft?
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