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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dan Simmons- Eine Klasse für sich, 2. März 2009
Mit diesem Roman kann Dan Simmons einmal mehr überzeugen. Eine Geschichte über Charles Dickens, erzählt aus der Sicht seines langjährigen Kollegen Wilkie Collins, der weitaus weniger bekannt ist als Dickens selber.
Simmons verbindet in sprachlich wunderbarer Weise (ok... das dürfte bei Simmons wohl wirklich nicht überraschen) Biographisches mit Schaurigem.
Besonders der Tempuswechsel auf den letzten beiden Seiten ins Futur bildet einen tollen Abschluss des Buches. Die Figur des Drood zieht sich durch das gesamte Buch (ist vergleichbar mit dem "Eismonster" in The Terror) und bleibt immer geheimnisvoll.
Drood ist ein spannender, literarisch anspruchsvoller (man bekommt auch Lust unbekanntere Werke von Dickens, aber auch Bücher von Collins zu lesen) , biographischer Kriminal - Gruselroman, den man gelesen haben muss. Simmons Angewohnheit (sehr lange) Zusätze in Klammern zu schreiben tun der Genialtät des Werks keinen Abbruch!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
excellent work, 28. Februar 2009
"Terror" was a book that fascinated me in many ways and one that I thought of as being on a much higher level of quality than other books by Dan Simmons I had read so far. Therefore, ever since I learned that there would be a new book by Dan Simmons, I was curious to see whether the author would keep up the excellent quality of his work in "Drood". I was stunned to discover that in fact he did. He at least equalled "Terror".
The atmosphere of "Drood" is absolutely fascinating. Never, not one single page, did a have a feeling of being bored. I was instantly drawn into the plot of the story and the only time I would stop reading was when I was forced to do so by far less interesting activities such as "sleep" or "work". It is one of these special books where you instantly forget the rest of the world around you and where you dive completely into the fictitious world of the plot. When reading you feel as if you are right in Victorian England standing, walking, living just right next to Charles Dickens and Wilkie Collins.
Once again, just as in Simmons's earlier work "Terror", the author fascinates his readers with a skillful mixture of fact and fiction and a marvellous blend of different genres which inter alia includes elements of horror, historic and detective narratives.
I once again applaude Dan Simmons's creativity in structuring the book. The story is not always linear, includes flashbacks, lots of twists and it changes its pace very often between rapid excitement and tension, commonplace events in Dickens's or Collins's life and an ample portion of inner monologue and inner plot in Wilkie Collins's mind. The narrative is told from the perspective of Wilkie Collins's memoirs which he wrote down intending to reveal it to the public not earlier than more than a century after his demise. We, the readers of "Drood" in the year 2009, are therefore the first ones to read these memoirs which often include plenty humour when Collins tries to picture what the world in our present time and therefore his distant future would be like.
It is an outright pleasure to read the language Dan Simmons uses with whose employment he manages perfectly to transfer the reader to the appropriate time of the plot. It is unerring and never once does it slip into an improper historical style.
The characters are wonderfully drawn, in particular of course Wilkie Collins and Charles Dickens. Their depiction is elaborate and they are multidimensional with numerous good and bad character traits which is just superb considering how often especially the latter aspect is lacking in so many books.
Dan Simmons offers a delicacy for readers who also read "Terror" in that he refers to the Franklin Expedition in the story. As in all books I read by him he also includes a reference to Edgar Allan Poe which I appreciate deeply as a staunch admirer of the great author.
Both of his two latest books "Drood" and "Terror" outshine by far all of Dan Simmonss previous work that I read. I think he developed tremendously in the course of time and it is the greatest of pleasures to witness this author on his tentative peek of skill.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Weniger wäre mehr gewesen, 22. März 2009
Drood beginnt viel versprechend. Bei einem Zugunglück gehören Charles Dickens und seine heimliche Geliebte zu den wenigen Überlebenden. Während sich Dickens um die Verletzten kümmert, begegnet ihm Drood, ein scheinbar aus dem Nichts auftauchender Fremder. Jeder, dem sich der entstellte Drood nähert, stirbt. Umgeben von einer unheimlichen Aura gleicht er dem personifizierten Tod. Gerüchten zufolge hat man ihn in einem Sarg transportiert. So unvermittelt wie Drood aufgetaucht ist, verschwindet er auch wieder.
In den folgenden Monaten wird Drood zu einer Obsession Dickens. Der alternde Schriftsteller begibt sich mit seinem Kollegen Wilkie Collins auf Spurensuche in den Opiumhöhlen, Katakomben und der Kanalisation des viktorianischen Londons.
Wer, wie ich, einen viktorianischen Schauerroman erwartet, wird bitter enttäuscht. Was folgt, sind biografische Episoden über die letzten fünf Jahre aus Dickens Leben, eine fiktive Autobiografie des Autors Wilkie Collins, die Entstehungsgeschichte des Romans "Der Monddiamant", eine Krimihandlung, die ebenso wie die Geschichte um Drood im Sande verläuft, eine Studie über das konkurrierende Verhalten zweier Egomanen und eine Anekdotensammlung aus Dan Simmons akribischer Recherche.
Erzählt aus der Perspektive des Ich-Erzählers Wilkie Collins erweisen sich die Schilderungen als wenig zuverlässig. Collins, der seine Gicht mit immer stärkeren Dosen Laudanum und später auch Opium betäubt, leidet seit seiner Kindheit unter Wahnvorstellungen. Somit bleibt der Wahrheitsgehalt seiner Schilderungen bis zum Schluss des Romans unüberprüfbar. Seine hitzigen, von Neid und Unterwürfigkeit geprägten Debatten mit Dickens über die Kunst des Romanschreibens geben zwar einen interessanten Einblick in ein zerrüttetes Seelenleben, bieten dem Leser jedoch keine Möglichkeit, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Wer Collins Romane "Die Frau in Weiß", "Der Monddiamant", das Theaterstück "The Frozen Deep", Dickens "Bleak House" und das Romanfragment "Das Geheimnis von Edwin Drood" gelesen hat, für den mag diese persönliche Perspektive überaus reizvoll sein.
Gegen Ende des Romans beschwert sich Collins darüber, dass der Leser von ihm "Dickens und Drood" erwartet habe. Wie wahr. Mir wäre eine solide Biografie über Dickens oder der von mir erwartete Schauerroman lieber gewesen. Stattdessen empfiehlt Dickens Collins an einer Stelle, den Leser warten zu lassen. Bei "Drood" wird dieses Warten zu einer streckenweise ermüdenden Geduldsprobe. Obwohl der Roman stilistisch einwandfrei ist, liefert er im Vergleich zu Simmons "Terror" wenige Spannungsbögen. So wie Dickens den "Sensationsroman" als billige Effekthascherei kritisiert, verzichtet auch Simmons darauf, die Erwartungen seiner Leser zu erfüllen. Wer darauf verzichten mag und sich unvoreingenommen auf einen Genremix einlassen kann, wird sich sicherlich an einzelnen hervorragenden Passagen erfreuen können. Mir hingegen wäre ein einziges zentrales Thema lieber gewesen. Simmons "Hyperion Gesange", "Terror" oder "Sommer der Nacht" haben mir sehr gefallen. Die Lektüre dieses Romans fand ich hingegen langatmig.
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