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Drogenkrieg ohne/mit Ausweg
 
 

Drogenkrieg ohne/mit Ausweg [Kindle Edition]

Peter Michael Lingens
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Kampf gegen Drogen: Warum er scheitert. Wer ihn gewinnt. Wie es anders gehen könnte. In den Kriegen gegen die Drogen sterben mittlerweile mehr Menschen als durch ihren Konsum. Und die Zahl derer, die in Drogenabhängigkeit geraten, steigt weiter, statt zu fallen. Der mit Hilfe der USA geführte blutige Kampf in Afghanistan, in Kolumbien, in Mexiko scheitert: Die Gewinne aus dem Drogenhandel finanzieren Taliban, Rebellen und Drogenmafia. Mit den Erlösen werden neue Waffen angeschafft und der Kreislauf aus Unterdrückung und Gewalt dreht sich weiter. Richter, Staatsanwälte, Polizeioffiziere und Ärzte, die das Drogenproblem aus ihrer täglichen Arbeit kennen, fordern immer energischer ein radikales Umdenken.

Peter Michael Lingens präsentiert in diesem Buch ein neues Modell der Drogenpolitik, abseits immer härterer Strafen und militärischer Einsätze, aber auch abseits der völligen Legalisierung. Die radikale Verstaatlichung des Drogenvertriebs und die kontrollierte Abgabe könnten den Teufelskreis aus Korruption, Gewalt und tödlichen Geschäften durchbrechen.

Über den Autor

Peter Michael Lingens, geboren 1939 als Sohn von Kurt und Ella Lingens, zwei Widerstandskämpfern gegen das Naziregime, ist einer der ganz großen Journalisten Österreichs. Nach Stationen bei der Arbeiter Zeitung und dem Kurier holte ihn Oscar Bronner 1970 zum neu gegründeten profil , das er bis 1987 als Herausgeber und Chefredakteur leitete. 1990 übernahm er die Herausgeberschaft und Chefredaktion der österreichischen Ausgabe der deutschen Wirtschaftswoche . 1993 wechselte er in die Chefredaktion des Standard . Heute ist Peter Michael Lingens Kolumnist beim profil .

Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 922 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Verlag Kremayr & Scheriau; Auflage: 1 (30. September 2011)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B005TB7YD6
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: #95.116 Bezahlt in Kindle-Shop (Siehe Top 100 Bezahlt in Kindle-Shop)

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Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Krieg gegen die Drogen mittlerweile jährlich mehr Tote als ihr weltweiter Konsum und Staaten wie Mexiko versinken dabei immer mehr in einer von den Kartellen befeuerten Anarchie. Es ist keine Seltenheit dass mexikanische Drogenfahnder gar in die USA flüchten, um dort ein Ansuchen um Asyl zu stellen, seit sie ihr eigener Staat nicht mehr schützen kann. Dass der Krieg gegen die Drogen gerade vor der Haustür der USA blutig und mit Hilfe der Armee ausgetragen werden muss entbehrt nicht einer symbolischen Wirkungen, waren es doch die im 19. und frühen 20. Jahrhundert aufstrebenden Vereinigten Staaten die aus puritanischen Idealen, rassistischen Ressentiments und dem Ringen mit der Wirtschaftsmacht des Britischen Empire heraus die Drogenprohibition forcierten. Am Beginn des 21. Jahrhundert reichen die Schlachtfelder des War on Drugs nun von Mexiko bis Afghanistan und sind damit vor die Haustür der Amerikaner zurückgekehrt.

Der Krieg gegen die Drogen ist eben ein amerikanischer Krieg, der mit Ablehnung des chinesischen Brauchs des Opiumrauchens während des großen Eisenbahnbaus von der Ost- zur Westküste seinen Anfang nahm. Opium war zudem einer der ertragreichsten Handelsgüter des Ostasien dominierenden Britischen Empire und nährte auch daher amerikanische Feindseligkeiten, ungeachtet der Bedeutung von Opiaten in medizinischen Tinkturen und Schmerzmitteln, welche bei den amerikanischen WASPs nicht wegzudenken waren. Was das Opium für die chinesische Minderheit, waren Hanfzigaretten für die südlichen Zuwanderer. Für die amerikanische Gesellschaft die im 19. Jahrhundert stark von rassistischen Tendenzen (gegen Iren, Chinesen, Mexikaner, Indianer und Afroamerikaner) geprägt war eine einfache Übung Rauschmittel sozialethnisch zuzuordnen. Dabei gab es mit Alkoholkonsum in den USA (der im 19. Jahrhundert 3mal höher als heute lag) eine Geißel, die weit ernst zu nehmender war und unter dem Slogan "ein denkender Arbeiter trinkt nicht" zur demonstrativen Abstinenz der Arbeitführer führte. Mit dem Beginn der Alkoholprohibition setzten die USA schließlich auch eine ungleich globalere Drogenprohibition durch und auch wenn erstere unter Roosevelt beseitigt wurde genoss sie doch trotz aller Nebeneffekte bis zuletzt erstaunlich hohe Zustimmungsraten anhand derer sie wohl nie zu Fall gebracht worden wäre. Die Alkoholprohibition hatte aber auch den Aufstieg krimineller Größen wie Al Capone und ein Aublühen der amerikanischen Unterwelt zur Folge, welche regional zu Krisenzuständen führte, wie sie heute in Mexiko zu finden. Korruption, Expansion in anderer kriminelle Machenschaften, Morde und ein alltägliches Eskalieren der Gewalt.

Es ist eine interessante Herangehensweise die der ehemalige profil-Herausgeber und Chefredakteur Peter Michael Lingens für seine Auseinandersetzung mit dem globalen "War on Drugs" gewählt hat. Er konzentriert sich zunächst einmal auf den historischen Exkurs und die amerikanischen Wurzeln der Drogenprohibition, samt ihres Fundaments. Dabei spielt Lingens vor allem mit den politischen Überlegungen die hinter diesem Phänomen steckten. Daran reiht und darin bettet er aber auch einige kürzere Exkurse etwa zum "Teufelskraut Marihuana" besser bekannt unter dem ursprünglichen Namen Hanf. Der zweite Kern seines Werks besteht schließlich aus einer Befundaufnahme zu den Drogenkartellen und ihrer Geschichte. Nach dem einstigen Imperium Pablo Escobars wendet sich Lingens vor allem den gegenwärtigen mexikanischen Drogenkartelle zu und erläutert wie diese operieren. Den Abschluss bildet als Tribut an den Titel dann eine Sammlung von Vorschlägen wie der derzeit verfahrenen Situation beizukommen sein könnte.

- Resümee -
Peter Michael Lingens "Drogenkrieg ohne/mit Ausweg" bietet von allem ein wenig, was dieses Thema spannend und interessant macht. Lingens Buch ist eine Art Überblickslektüre, der Stoff aus dem auch eine mehrteilige Reportagereihe im profil hätte gemacht werden können. Der Stil ist daher auf flüssige Leserlichkeit bedacht und das steht dem Werk auch gut zu Gesicht.
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