Ausgangspunkt der Verf. ist die Frage nach den Ursachen der Zunahme der Verwendung von psychoaktiven Substanzen. Dabei wenden sich die Verf. auch den ansonsten in diesem Kontext häufig mißachteten legalen Drogen wie Tabak, Medikamenten und Alkohol zu. Nicht nur Bestandsaufnahme und Konstatuierung ist Inhalt des Buches, sondern auch die Möglichkeiten und Grenzen der Suchtprävention. Das erste Kapitel thematisiert den Zusammenhang von Gesundheit und Drogengebrauch unter der Annahme psycho-sozialer Wechselwirkungen zwischen Person, Umwelt und Droge. Nach der Vorstellung verschiedener theoretischer Modelle zum Drogenkonsum fragen die Verf. im zweiten Kapitel nach den Gebrauchs- und Nutzungsmustern legaler und illegaler Drogen im Hinblick auf die einzelnen Lebensphasen Kindheit und Jugend, Erwachsenenalter und höheres Alter. Der Zusammenhang zwischen sozialer Belastung und Drogenkonsum bildet den Fokus des dritten Kapitels, in dem nach Belastungen aus den Lebensbereichen Schule, Familie, Beruf und Freizeit und dem Zusammenhang zum Drogenkonsum gefragt wird. Darauf aufbauend beschreiben die Verf. die Möglichkeiten und Grenzen von Suchtprävention am Beispiel von den Institutionen Familien, Kindergarten und Schule. Anschließend erfolgt eine größere Dimensionierung der Suchtprävention im Rahmen der Vorstellung von Ansatzpunkten einer Drogen- und Suchtpolitik, die unter Hervorhebung der Doppelgesichtigkeit (145) der bisherigen staatlichen Drogenpolitik für die politische Gleichbehandlung der weichen Drogen wie Tabak, Alkohol und Cannabisprodukten plädiert und für die Entpönalisierung bei Kokain und Heroin. Die vorliegende Abhandlung erteilt der einseitig strafrechtlichen Fokussierung der deutschen Drogenpolitik eine eindeutige Absage und entwirft Leitlinien für die Bereiche Drogenvorbeugung, Drogenpolitik und Suchthilfe. Ein überzeugendes Buch, welches Klarheit verschaffen mag in dem von Vorurteilen gekennzeichnetem Feld der Drogenpolitik.