Erster Eindruck: Die Lage spitzt sich zu...
Auf Drängen seines dämonischen Beraters und der Stimme des "gesprungenen Kristalls" folgend, will Akar Kessel den Krieg seiner Armeen aus Trollen, Orks, Eisriesen und anderen Gestalten starten. Doch noch immer finden Drizzt und seine Kumpanen kaum Gehör. So entschließt sich Wulfgar letztendlich, zu seinem Volk, den Barbaren der Tundra, zurückzukehren. Aber auf seiner Reise hat er vorher noch ein wichtiges Ziel: Er will den "Weißen Tod", einen schrecklichen Eisdrachen töten. Warum? Weil der Vollbringer einer wahren Heldentat König der Barbaren werden kann. Ob Drizzt ihn gut auf seinen Plan vorbereitet hat? Wie werden die Bewohner von Zehnstädten auf den Kampf reagieren? Und wird Drizzt Akar Kessel Einhalt gebieten können?
Die achte Folge der Drizzt-Reihe ist wieder ein Meisterwerk der Hörspiel-Fantasy-Unterhaltung. Im Vordergrund stehen dieses Mal eindeutig epische Schlachten. Schon direkt zu Beginn werden wir Zeuge eines Kampfes der Zwerge gegen die Eisriesen, doch die große, alles entscheidende Schlacht stellt sie weit in den Schatten. Aufgrund der detaillierten Erzählweise und der geschickt eingewobenen Geräusche entstehen automatisch Bilder dieser Kampfszenen. Auch die Beschreibung des riesigen Kristallturms ist realistisch und glaubhaft geschildert. Eine imposante Umsetzung, dessen Ende in heldenhafter Weise doch "Mann gegen Mann" heißt. Doch auch die Charaktere und ihre Entwicklung kommen nicht zu kurz: So ist besonders Wulfgars Metamorphose vom kleinen Jungen über den kämpferischen Mann bis zum Köig der Barbaren beeindruckend nachgezeichnet worden.
Hört man die Geschichten um den Dunkelelfen, kann man sich keine besseren Sprecher vorstellen als die ausgewählten. Neben dem fantastischen Tobias Meister sind Uwe Hügle als Bruenor und Bernd Hölscher als Wulfgar besonders glaubhaft und arbeiten die Heldenhaftigkeit und die freundschaftliche Treue gut heraus. Die Verwandlungsfähigkeit von Oliver Elias muss wieder lobend betont werden. Die Spanne seines Charakters Akar Kessel reicht von dem machthungriegen Tyrannen bis zum kleinen, verschüchterten Jungen. All diese Facetten werden von ihm genau beleuchtet und hauchen ihm Leben ein. Auch die restlichen Sprecher, wie Philipp Otto, Günter Merlau und Annabelle Krieg hinterlassen einen durchweg positiven Eindruck.
Eine Freude für die Ohren ist die Musik, die die Geschichte untermalt und begleitet. In den Schlachtszenen beeindruckende Orchesterarragements, in den ruhigeren Phasen der Story sind leisere Klänge eingesetzt, sodass für jede Situation die passende Stimmung erzeugt wird. Produzent Günter Merlau webt so einen dichten Klangteppich, der neben der spannenden Story und den tollen Sprechern das Hörspiel trägt.
Schon die Gestaltung des Covers weckt mit seiner Zeichnung eine gewisse Vorfreude. Doch diese wird beim durchblättern des Booklets sogar noch übertroffen: weitere Zeichnungen aus der Welt der "Vergessenen Reiche", eine Karte sowie das mittlerweile serientypische Glossar einiger Begriffe. Selbst der Platz hinter der CD ist mit einer äußerst gelungenen Illustration gestaltet.
Fazit: Wieder mal ein bombastisches Fantasy-Spektakel des Lables Lausch, das mit seiner Atmosphäre für Gänsehaut sorgt. So klingt Hörspielunterhaltung auf hohem Niveau!