'...startet der junge Ben(Rupert Grint). Dazu muss er allerdings einige Hürden überspringen. Ben ist Sohn einer Pfarrersfamilie. Das Regiment schwingt seine resolut christliche Mutter Laura(perfekt gespielt von Laura Linney). Ihre Einstellung bei der Verbreitung der christlichen Lehre kann durchaus als radikal bezeichnet werden. Darunter leidet Ben, vor allem aber sein Vater. Denn Laura ist nicht nur erzkonservativ mit ihrer Umwelt zugange, sondern gönnt sich nebenbei noch einige Schäferstündchen mit dem Chorleiter. Bens Bewegungsspielraum ist, wenn Laura in der Nähe ist, gleich Null. Eine Chance, diesem kirchlichen Terror zu entkommen, ergibt sich, als Ben einen Job annehmen soll. Auf eine Annonce hin, sucht er Evie(Julie Walters) auf, die einen Assistenten benötigt.
So verknöchert, starr und intolerant Laura gegenüber Ben ist, so offen, locker und verschroben gestaltet sich Evies Verhältnis zu Ben. Die beiden lesen Shakespeare, proben sich in Sprechrollen und absolvieren stundenlange Shoppingtouren, allerdings ohne etwas zu kaufen. Evie spricht dem Leben, wie dem Wein, mit voller Hingabe zu. Sie will unbedingt zelten, das ist ein Traum von ihr. Ben soll sie begleiten, bekommt allerdings keine Erlaubnis. Evie schert sich darum nicht, nimmt den jungen in ihrem alten Citroen mit. Was Evie und Ben dabei verbindet ist, dass beide keinen Führerschein haben. So entflieht Ben seiner Mutter und seiner Welt und fährt mit Evie nach Edinburgh. Auf der Fahrt dorthin wird gespielt, geredet, gelogen und gelebt. Evie soll eine Vorlesung halten, sie ist eine Schauspielerin im Ruhestand. Als dieser Auftritt gründlich in die Hose geht, treten die ersten Spannungen zwischen Evie und Ben auf. Ben muss sich entscheiden, wie sein Leben weitergehen soll. Nicht einfach für einen Siebzehnjährigen.
-Driving lessons- ist wunderbares, ruhiges, intelligentes, besinnliches, englisches Kino. Julie Walters als Evie ist eine Traumbesetzung. Sie und Rupert Grint spielen sich gekonnt die Bälle der Story zu. Laura Linney ist als fiese Mutter das Nonplusultra der Charaktere dieser Geschichte. Da kann man wirklich hassen lernen. Regisseur Jeremy Brock hat einen wenig aufgeregten, melancholischen Film geschaffen. Sicher mag die Story in Kleinigkeiten nicht ganz dicht oder nachvollziehbar sein, aber egal. Dazu gibt es einen Soundtrack, der gewöhnungsbedürftig, aber interessant ist. Driving lessons wird sie unterhalten. Oder wie(so meint jedenfalls Lady Evie) Shakespeare sagen würde: Wenn die Kacke richtig am Dampfen ist, brauchst Du ein Zelt.