"Driving Home" ist eine hervorragende Sammlung von insgesamt 18 kurzen Weihnachtsgeschichten, jede von einem anderen deutschsprachigen Autor.
Das Hauptthema, welches sich wie ein roter Faden durch alle Geschichten zieht, sind die vielen Emotionen und Konflikte, die alljährlich unzählige Erwachsene zur Weihnachtszeit durchleben, wenn der Ruf ihrer Eltern nach der Anwesenheit der Sprösslinge zum Fest laut wird.
Die Autoren erzählen nicht von einer heilen Welt oder gar von kitschigen Weihnachtswundern. Vielmehr ist das Büchlein prall gefüllt mit kleinen, feinen Geschichten, die direkt aus dem Leben gegriffen sind. Es ist eine Sammlung, die Amüsantes genauso enthält wie zutiefst Berührendes, in der viele, viele Wahrheiten zur Sprache kommen und in der man sich als Leser häufiger wieder finden wird als einem lieb ist.
Die für mich herausragendsten Geschichten (5 Sterne) sind:
- Ein Drittel Weihnachten von Stefan Rehberger (dieses "Schicksal" erleiden viele)
- Weihnachten in Wanne-Eickel von Sonja Müller (ja, so ist das wahre Leben)
- Gespräch im November von Guy Helminger (brillant erzählt, tragisch, zutiefst berührend!)
- 24.12.75 - 2005 von Kathrin Passig (Alle Jahre wieder im Niederbayerischen!)
- Weihnachten in Berlin von Ulrike Sterblich (knapp, real, gut)
Neben diesen meinen ganz persönlichen Favoriten enthält der Band natürlich noch viele weitere, absolut empfehlenswerte Geschichten. Drei Autoren haben meinen Geschmack nicht ganz getroffen, deshalb habe ich "nur" 4 Sterne vergeben.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass für mich das Buch eine absolute Entdeckung war. Es ist eine wohltuende Abwechslung zu dem üblichen zuckergussverklebten Einheitsbrei, den so viele andere Weihnachtsgeschichtenbände bieten.