"DRIVE" mit Ryan Gosling ("THE NOTEBOOK - Wie ein einziger Tag") in der Hauptrolle ist ein ungewöhnlicher und sehenswerter Film.
Ruhig, fast minimalistisch, mit einigen wirklich derben und heftig expliziten Gewaltspitzen (bei denen der Regisseur Gaspar Noe ("IRREVERSIBLE") als Berater zur Seite stand !), exzellent besetzt (u.a. Carey Mulligan ("WALL STREET - MONEY NEVER SLEEPS - Wall Street : Geld schläft nicht"), einem absolut hinterhältigen und fiesen Albert Brooks ("THE MUSE - Die Muse", "THE IN-LAWS - Wild Wedding : Ein ungleiches Paar") und Ron Perlman ("HELLBOY 1 & 2")) - ein echter Geheimtip !
Regisseur Nicolas Winding Refn ("WALHALLA RISING") dürfte sich durchaus von Walter Hill's 1978'er Klassiker "DRIVER" mit Ryan O`Neal, Bruce Dern und Isabelle Adjani inspiriert lassen haben, denn wie "DRIVER" bezieht "DRIVE" seinen Reiz aus der Zeichnung der Charaktere, ihrem Zusammenspiel, der nicht dialoglastigen und doch aussagekräftigen Storyline , und den handverlesenen, funktionalen und perfekten Actionsequenzen, in denen Gosling sein Können als Fluchtwagenfahrer unter Beweis stellt.
Ein Film mit einer wunderbaren Sogwirkung, der einen aufgrund seiner Erzählweise und Optik schon von den ersten Minuten an gefangennimmt - und was zu einem erheblichen Teil auch an der Filmmusik aus der Feder von Cliff Martinez ("THE LIMEY") liegt.
Und was für ein absolutes Prachtstück von Film-Score !
Getragen und sphärisch, unterschwellig treibend und ruhelos - man stelle sich Cliff's meisterhaften Score zu Steven Soderbergh's Version von "SOLARIS" gemischt mit Elementen aus seinem ebenfalls gelungenen Score zu "TRAFFIC - Die Macht des Kartells" einfach als urbane, mit unterschwelligem Rhythmus versehene Variante vor !
Ganz im Stil der 80iger Jahre komplett elektronisch gehalten, erinnert er vom Klang her stellenweise ganz famos an die beste Score-Arbeit von TANGERINE DREAM für Regisseur Michael Mann, "THIEF - Der Einzelgänger" mit James Caan von 1981 : Fabelhaft ausgearbeitete, melodische Klangbögen !
Dazu noch eine Prise Mark Isham und seinem Score zu dem legendären "THE HITCHER" mit Rutger Hauer von 1986 - wie Isham seinerzeit "tuned" Martinez sein elektronisches Equipment in fast flirrende Höhen hinauf !
Wenn man sich das alles zusammen vor seinem geistigen Ohr vorstellen kann - dann kommt man dem hier vorliegenden geschliffenen Diamanten so nah wie nur irgendmöglich !
Die fünf Songs am Anfang der Scheibe passen im Übrigen hervorragend zu Martinez' Arbeit - alle im Stil der elektronischen Musik der 80iger gehalten (bis auf den vierten Track, der aus dem Jahre 1971 stammt, sich aber dennoch wunderbar in das Gesamtbild einfügt, und im Film absolut perfekt platziert ist).
Anspieltip wäre hier Track 1, der grandiose Opener von Kavinsky & Lovefoxxx, "Nightcall".
Mehr möchte ich hier nicht sagen.
Außer : Eine absolute Empfehlung !!!!