Die Autorin liefert mit diesem Buch eine Geschichte, die schlichtweg rührend ist. Alle auftretenden Personen sind sehr liebevoll gezeichnet, wirken sehr authentisch und kämpfen sich mehr oder weniger durch die Steine des Alltags. Viele Aspekte, viele Erinnerungen des Lebens der Figuren sind traurig oder gar tragisch, aber Christine Vogeley erlaubt ihren Charakteren nicht, ausschließlich in Selbstmitleid zu zerfließen. Selbst der trauernde Edwin ist davon nicht ausgenommen. Ihre Charaktere finden Wege, beißen sich durch, haben das Herz auf dem rechten Fleck und finden immer irgendwie einen Ausweg - auch, wenn dies nicht der optimale ist. Stets am Rande des Abgrunds zieht die Autorin ihre Figuren nicht am Schopf an eine königliche Tafel, sondern bleibt bei realistischen Lösungen, was das Buch besonders lesenswert macht.
Kitschig wird es zum Ende hin dann doch ein wenig, doch bis dahin verspürt man beim Lesen dieses Romans vor allem eine Art echter Herzenswärme.
Die 336 Seiten verfliegen im Nu, so rasch, dass man den Roman gut und gern an einem Nachmittag gelesen hat. Dann kann man den Deckel schließen und zugleich auch die Geschichte. Es ist im Grunde, trotz aller in der Geschichte auftretenden Probleme, eine leichte Kost, die Frau Vogeley serviert, aber dies ist keineswegs abwertend gemeint. Vielmehr hängt man der Geschichte nicht lang nach und ist nicht durch hohen Spannungsgehalt aufgewühlt, aber die beschriebene Herzenswärme und ein Gefühl der Lebenslust, das bleibt auch nach der Geschichte noch und hält ein wenig vor.
Ein schönes und unterhaltsames Buch, das sich jederzeit und für jedermann eignet, besonders aber an tristen Tagen ein kleines Leuchten in den Tag bringen kann - Sonnenblumen eben.