Aus der Amazon.de-Redaktion
Literaturvertonungen scheinen wieder angesagt. Mutig ist das, wenn es ein relativ Unbekannter wagt wie der Kölner Musiker und Schauspieler Michael Hansonis mit seinem Solodebüt
Drink and Drive with Dylan Thomas. Der ehemalige Kopf der Band King Candy vertonte dafür acht Gedichte des walisischen Poeten Dylan Thomas und ergänzte sie durch zwei selbst verfasste Hommagen, "Cool" und "Swansea Monster". Dabei sind ihm hoch melodische Songs wie das rhythmische "The Gossipers", die Country-Ballade "Last Night I Dived My Beggar Arm" oder das Glanzstück "You Shall Not Despair" mit Wah-Wah-Gitarre und Synthistreichern gelungen, die er mit seiner angenehmen Stimme und dem ganz eigenen Gitarrensound völlig unmanieriert und entspannt vorträgt.
Seine Vorliebe für den Glamrock, für Roxy Music, David Bowie, Nick Cave und Lou Reed setzen die drei versierten und sehr sensiblen Begleitmusiker Stefan Krachten, Schlagzeug (Unknown Cases), Bassist Hans Bäär (Flowerpornos) und Keyboarder Friso Lücht (Westernhagen) kongenial um. Vor allem auf "This Side Of The Truth" bestimmt der trockene Rums-Bass die Stimmung, ein Lou-Reed-Riff als Reminiszenz an den Titel "The Sun Burns The Morning". Nie ein Ton zu viel, keine große Inszenierung, dafür eine schwebende Leichtigkeit, auch wenn Dramatik angesagt ist wie auf "Paper And Sticks". Das zarte "Lie Still, Sleep Becalmed" überwältigt jeden Romantiker. --Ingeborg Schober