Die Story: In dem Film Dreizehn geht es um die dreizehnjährige Tracy, die sich mit dem coolsten Mädchen der Schule anfreundet: Evie. Zuvor eher unauffällig und strebsam verändert sich Tracy unter Evies Einfluss. Sie klaut, pierct sich und gerät in ein Leben, dass von Drogen, Alkohol und Sex bestimmt ist. In der Schule sackt sie völlig ab.
Tracy's Mutter ist alleinerziehend und arbeitet hart um Tracy und ihrem Bruder ein einigermaßen angenehmes Leben zu ermöglichen. Sie erkennt erst zu spät die Veränderungen die mit ihrer Tochter durchgehen und verzweifelt weil sie einfach nicht mehr an sie herankommt.
Tracy leidet sehr darunter, dass ihr Vater nur für seinen Job lebt und nie Zeit für sie hat. Dies und die Drogen führen schließlich dazu, dass sie sich selbst mit einer Schere in den Arm ritzt.
Nun zu Evie. Evie ist eine schwer einzuschätzende Persönlichkeit. Nach Außen hin ist sie das beliebteste Mädchen das in Sachen Coolness und Party den Ton angibt. Aber in ihrem Inneren sieht es ganz anders aus und man erfährt Details aus ihrer Vergangenheit die aus ihr das Mädchen gemacht haben das sie ist.
Dreizehn zeigt die Probleme und Veränderungen von Teenagern auf. Das natürlich nicht jeder 13-jährige Teenager zu Drogen greift oder sich selbst zerstümmelt ist klar. Nein es sind viel eher die Details in der sich fast jede(r) 13-Jährige wiederfinden kann. Beispielsweise die plötzliche Veränderung in der Mutter-Tochter Beziehung oder die aufkommende Wichtigkeit von Aussehen und Coolsein. Doch das ist meiner Meinung nach nicht das einzige Interessante an dem Film, ich finde auch die Beziehung zwischen den zwei Freundinnen sehr interessant.
Im ganzen Film wird nicht ganz klar wie Evie tatsächlich zu Tracy steht. Zuerst zeigt Evie Tracy ihre Welt aus Jungs und Drogenexzessen. Tracy wird zu einem regelrechten Klon von Evie und die beiden werden unzertrennlich. Sie machen alles zusammen, es geht sogar so weit, dass Evie vorrübergehend bei Tracy's Familie einzieht. Es scheint als suche sie eine Familie die sie nie hatte, deshalb versucht sie ja auch in Tracy's Familie aufgenommen zu werden. Man fragt sich ob sie nur deshalb mit Tracy befreundet bleibt oder ob ihr wirklich etwas an ihr liegt. Die ähnliche Frage stellt sich auch am Schluss als sie Tracy an ihre Mutter " verrät ". Vielleicht will sie Tracy aber auch einfach aus dem Sumpf retten in welchen sie sie eigenhändig hineingezogen hat.
Ich muss sagen ich schaute den Film zuerst nicht ohne Vorbehalte an, ich dachte er wäre absolut übertrieben dargestellt und das ich ja so nie war. Trotzdem führte ich ihn mir zu Gemüte und er fesselte mich von der ersten bis zur letzten Sekunde! Die oft mit einer wackeligen Kamera gedrehten Bilder zogen mich in ihren Bann. Es war als würde man als würde man mit den Personen in einem Raum sein. Doch nach dem emotionalen Höhepunkt bei dem Tracy mit ihrer Mutter und Evie und ihre Stiefmutter aufeinandertreffen fehlte mir ein Hinweis darauf ob Tracy es schafft wieder ein einigermaßen normales Leben zu führen und ob sie sich mir ihrer Mutter vollends versöhnt hat. Das aprupte Ende in dem Tracy an einer Art Metallsstange hängt sich im Kreis dreht und aus voller Kehle schreit könnte vielleicht andeuten, dass sie ihre innerlich angestauten Emotionen endlich hinausschreien kann und sie somit auf dem Weg der Besserung ist, aber das ist nicht eindeutig.
Nichtsdestotrotz ist Dreizehn ein Film den mal schaut und dann nicht so schnell wieder vergisst. Also 4,5 Sterne!