Der dreizigjährige Antoine Andrieux hat einen großen Traum, er will professioneller Billiardspieler werden, und er besitzt das Talent dieses Ziel zu verwirklichen. Doch als er Zeuge eines Kunstraubes wird und dem Täter erfolglos den Fluchtweg versperrt, wird er dabei so schwer verletzt, daß seine rechte Hand amputiert werden muß. Andrieux kann sich nicht mit der Tatsache abfinden ein "Krüppel" zu sein und seinen Traum nie verwirklichen zu können. Der Leser wird Zeuge der hervorragend herausgearbeiteten Seelenqualen und dem nachvollziehbaren Rachedurst des Hauptakteurs. Dabei geht die Gedankenschilderung nicht zum Nachteil der Geschichtshandlung, die spannend, dramatisch und lebendig präsentiert wird. Trotz der verbissen geführten Verfolgung der Täter und der resoluten Erforschung der Tathintergründe bleibt der tiefverletzte Andrieux "Mensch" und wird nicht zum blutrünstigen "Tier". Dierser Wesenszug macht den "Ich"-Erzähler Andrieux, der während des Romanes eine "schleichende" Persönlichkeitswandlung erfährt, sympathisch und der Leser kann mit ihm fühlen und leiden.
Die Handlungshintergründe sind absolut logisch und verständlich zusammengesetzt. Das Eintauchen in die Welt der "Bildenden Künste" ist ein tolles Thema und die detaillierten Bild- und Szenenbeschreibungen geben dem Roman einen zusätzlichen Reiz. Am Schluß wartet zudem eine interessante und unkonventionelle Überraschung.
Zu beachten bleibt allerdings, daß der Erwerbspreis für ein Taschenbuch erstaunlich hoch ist und weit über dem Durchschnittspreis vergleichbarer Lektüre liegt.
Dennoch ein tolles Buch, das mit 5 Sternen belohnt wird.