Auf Grund der Kurzbeschreibung war ich skeptisch, aber auch neugierig. Zum Glück hat die Neugier gesiegt und ich konnte mich über einen wunderschönen Roman freuen.
Die Kettles sind keine Bilderbuchfamilie, selbst die Drillingsschwestern entsprechen nicht dem gängigen Klischee. Lyn ist ein Kontrollfreak, Cat eine Kämpferin und Gemma eine kleine Chaotin.
Wie in jeder Familie gibt es kleine und grosse Katastrophen und diese darf man miterleben. Ich sage "darf", weil sie einfühlsam, aber auch sehr witzig erzählt werden. Cat schlittert in eine Krise, Lyn bekommt Panik und Gemma versucht eine tief verwurzelte Angst zu überwinden. Das sind eigentlich ernste Probleme, aber was daraus wird, ist wirklich lesenswert. Wenn Charlie beiläufig seine Schwester erwähnt, denkt man: "O Gott, das musste ja so kommen" und freut sich heimlich auf die nächste "mittlere Katastrophe". Da der Roman sehr lebensnah geschrieben ist, erkennt man Situationen und Reaktionen öfters wieder, und fühlt sich in die Handlung einbezogen.
Marian Keyes Beschreibung passt sehr gut: frisch, sehr witzig, unterhaltsam, intelligent und frei von Kitsch.
Wenn man den Roman unter Fremden liest, kann man leicht in die, im Prolog, beschriebene Situation geraten: Also ich war gestern am Strand...,und da war eine Person, die hat aus heiterem Himmel angefangen vor sich hin zu kichern. Möchte mal wissen, was denn so komisch war?! Oder hat sie nur zu lange in der Sonne gelegen?" Ich habe oft gelacht, angefangen bei Maximes fataler Begegnung mit Frank, über Gemmas Erklärung der Halbeier, bis hin zu der Sache mit der Glühbirne(die ich rührend fand).
Ich hoffe, dass ich den liebenswerten Kettle-Clan in ein paar Jahren wiedertreffe, vielleicht wenn Kara ihren ersten, und natürlich "völlig unpassenden", Freund mit nach Hause bringt?
Ich kann das Buch nur empfehlen und habe auch den zweiten Roman der Autorin schon bestellt.