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Drei Tage im Paradies
 
 
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Drei Tage im Paradies [Gebundene Ausgabe]

Werner Köhler
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 220 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Auflage (24. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462043013
  • ISBN-13: 978-3462043013
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 353.872 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Werner Köhler
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Atemlos wie ein Thriller, ausdrucksvoll und bildreich wie eine Reiseerzählung von Theroux oder Chatwin, rauschhaft und obsessiv wie ein Film von David Lynch.« Klaus Bittner, Buchhandlung Bittner, Köln

»Spannend. Berührend. Verstörend. Was für ein Buch!« Iris Berben

»Werner Köhlers Drei Tage im Paradies ist ein Buch der vielen Qualitäten. Es ist komplex wie ein Psychodrama, spannend wie ein Familienepos, vielfarbig wie ein Roadmovie und intensiv wie eine Autobiografie. Dies Geschichte legt der Leser am Ende nicht mit dem Buch beiseite. Sie begleitet ihn noch eine Weile weiter – was einer der besseren Nachweise für die Kraft eines Buches ist. Ein Roman wie ein Blitz: Heiß, schnell, umwerfend.« Martin Oehlen, Kölner Stadtanzeiger

»Eine wuchtige, schicksalsträchtige Geschichte.« Babro Schuchardt, Kölnische Rundschau

»[...]Drei Tage im Paradies zeichnet sich vor allem durch hervorragend konstruierte Momentaufnahmen aus. Egal, ob eine Sterbende im Krankenhausbett oder eine menschenleere Großstadt vor Sonnenaufgang – die Darstellung der Bilder ist intensiv und stimmungsvoll, sie erscheinen vor dem inneren Auge des Lesers und halten in zum Verweilen ein.« Kreuzer

Kurzbeschreibung

Eine Verwirrung, eine Entscheidung, schließlich das Paradies.

Santiago de Chile. Ein Gewitter entlädt sich über der Millionenstadt. Trinidad Faber, Fotograf, hockt auf der Kante seines Hotelbetts, einen Brief von dem Mann in Händen, den er seit 40 Jahren für tot hält. Einen Brief seines Vaters, der ihn wiedersehen will. Verwirrt und zutiefst verunsichert flieht Faber vor den aufbrechenden Erinnerungen in den Süden des Landes. Patagonien mit seinen weiten Steppen, der Magellanstraße und dem einzigartigen Torres del Paine Nationalpark. In der Landschaft spiegelt sich sein bisheriges Leben ebenso wie in den wenigen Menschen, denen er dort begegnet. Er weiß, dass er eine Entscheidung treffen muss. Endlich bereit sich seiner Vergangenheit zu stellen, reist Faber nach Griechenland und begibt sich auf die Suche nach dem Vater. Was er dort findet, ist die lange verdrängte Geschichte seiner Kindheit. Aber hat er damit auch die Wahrheit gefunden?


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Er heißt Faber, Trinidad Faber, doch sein Autor lässt ihn jede Ähnlichkeit mit Max Frischs berühmter Romanfigur sofort dementieren. Sein Name stamme daher, dass er als Kind immer einen weichen Faber-Castell Stift hinter dem Ohr trug, eine Gewohnheit, die er fast unverändert bis in seine vierziger Jahre beibehält. Er hat immer einen Faberstift bei sich.

An die fünfzig ist Trinidad Faber, als er in Santigao de Chile, wo er hingereist ist, um seine sterbende Schwester zum letzen Mal zu sehen, einen Brief seines Vaters erhält. Ein Mann, einen Griechen, den Faber seit vierzig Jahren für tot hält, so hat es ihm seine Mutter jedenfalls immer erzählt. Doch seine Schwester hat ihm auf ihrem Sterbebett die Augen geöffnet. Sie berichtet von jahrelangem sexuellem Missbrauch durch den Vater, und ist sich absolut sicher, dass auch Trinidad sein Opfer war. Der träumt immer wieder vom "Mondmann", der nachts an sein Bett tritt. Ob es der vermutete Missbrauch durch den Vater war, oder die Tatsache, dass der Vater über Nacht verschwand, als sich die Schwester der Mutter offenbarte - Trinidads kindliche und auch jugendliche Seele ist schwer gestört. In einer geschenkten Kamera findet er Trost und sie bleibt ihm bis in die Jetztzeit des Romans ein unverzichtbares Gerät, mit dem er zwischen einer als unerträglich empfundenen Realität und sich selbst eine lebensrettende Barriere schiebt.

Trinidad Faber wird als Fotograf immer erfolgreicher und er selbst übernimmt immer mehr riskante Aufträge an die Kriegsfronten dieser Welt. Er erlebt Schreckliches, fotografiert es und verdient mit diesen Bildern Unmengen an Geld. Mit fortschreitender Handlung gelingt es Werner Köhler meisterhaft, im Leser langsam aber stetig einen Zusammenhang herzustellen zwischen der Vergangenheit Fabers und seinen Kriegsfotografien, die er fast manisch macht. Doch ein auch für ihn traumatisches Erlebnis zwingt ihn zur Aufgabe dieses Jobs und er verdingt sich als Werbefotograf. Auch in diesem Metier bleibt er gefragt und man zahlt ihm jede gewünschte Summe. Die Kamera bleibt sein Schutzschild, die ihm eine Wirklichkeit zurückhält, für die er nicht kräftig genug ist. Eine Psychotherapeutin, bei der Faber in New York über viele Monate in Behandlung ist, kann ihm etwas weiterhelfen. Seiner Assistentin Sandra erzählt er davon nichts: Sie vermutet eine Affäre, was ihr insofern nicht egal ist, da sie, die von Deutschland aus Fabers Aufträge, Reisen und seine Buchhaltung managt, diesen Faber liebt und auf eine dauerhafte Beziehung mit ihm hofft, nachdem er einmal mit wenig innerer Beteiligung mit ihr geschlafen hat.

Sandra weiß von dem Brief des Vaters und sie wird voller Liebe am Ende des Buches da sein, wenn Faber nach dem schwersten Kampf seines Lebens endlich bereit ist für das Leben und eine echte Liebe.
Zuvor aber sucht er auf einer abenteuerlichen Reise nach Feuerland Abschied zu nehmen von seiner Schwester. Dort in der Einöde reift auch die Entscheidung nach Griechenland zu fliegen, um dort auf einer kleinen, der Insel Hydra vorgelagerten Felseninsel seinen Vater zu treffen. Bis nach Ostern sei er dort anzutreffen, hatte der in dem Brief geschrieben. Die New Yorker Therapeutin, mit der Faber immer wieder in telefonischem Therapiekontakt steht, rät ihm dringend zu dieser Reise. Wenn er bereit sei, alle Gefühle dort dem Vater gegenüber zuzulassen, werde es ein Leben retten. Drei Tage bleibt Faber im Paradies, wie der Vater auf einem Schild seine selbst errichteten Gebäude auf der kleine Insel nennt. Drei Tage, die für ihn zur Hölle werden.

Natürlich läuft alles auf diesen dramatischen Schlussteil, zu, doch auch die ersten 150 Seiten des Buches sind große Literatur. Die Geschichte eines Mannes, dessen selbst erlittenes Leid ihn von dem Leid anderer nicht loskommen lässt, allerdings immer unter dem Schutz seiner Kamera: "Wenn ihn etwas ängstigte, nahm er die Kamera hoch und betätigte den Auslöser, brachte einfach das Stück Metall zwischen sich und die anderen." Und die Geschichte einer missbräuchlichen Vater- Sohn -Beziehung, die der Sohn so bewältigen kann, dass zum ersten Mal in seinem Leben so etwas wie Heilung, Ruhe und auch Liebe einkehrt.

Würde ich gefragt, welche 20 Bücher aus 2011 ich auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis setzen würde, dieses Buch wäre mit Sicherheit dabei.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Hier stimmt was nicht." 18. April 2011
Von Regina Berger TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Etwas stimmt nicht mit dem Kriegsfotographen Trinidad Faber, der sich hinter der Anonymität eines Spitznamens versteckt, und durch chilenische Landschaften (wie den Nationalpark Torres del Paine) reist, bevor er sich auf den Weg macht, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Die Suche nach seinem Vater, den er 40 Jahre lang für tot hielt, wird zur Selbstfindung. Was er letztendlich in der väterlichen Heimat Griechenland findet, ist die lange verdrängte Geschichte seiner Kindheit. Damit wird klar, dass seine reservierte Verstörtheit mit seinen Erlebnissen aus Kindertagen zu tun hat.

Werner Köhler bedient sich in seinem Roman >Drei Tage im Paradies< eines Helden, der nicht nur durch seinen Beruf, sondern auch durch seine Kindheit traumatisiert ist. Distanziert nennt der Autor ihn schlicht "Faber". Plastisch charakterisiert er einen Mann auf der Suche; eine nach außen kühle, starke Figur, die undurchdringlich und innerlich unsicher ist. Beklemmend ist das Leben Faber`s, voller Tod und Leid, dass er nur durch Verdrängung durch das Leben kommt, emotionale Barrieren errichtet, und seine Kamera als Schutzschild nutzt. So bleiben starke Gefühle wie auch das Leben an sich immer vor seiner Linse, er ist stiller Beobachter und Nichts kann ihm etwas anhaben. Bis zu dem Zeitpunkt, als er sich aufgrund eines Briefes von seinem Vater mit der Vergangenheit auseinandersetzt.

Ich bin ein großer Fan von Werner Köhler`s oft karger Schreibe und liebe seine "Crinelli-Krimis". Bei der Vergabe der Sterne für >Drei Tage im Paradies< habe ich allerdings geschwankt. Sein komplexes Psychodrama lässt den Leser das Verlorensein mit emotionaler Wucht spüren und macht betroffen. Allerdings dauert es etwas, bis man dem Kriegsfotographen auf seiner Reise folgen kann, bis man ihn versteht, bis man weiss, was es mit den Protokollen mitten im Text auf sich hat, bis schlüssig wird, wohin die Handlung sich entwickelt. Doch dann machen die Kapitel "Irritation", "Entscheidung" und "Im Paradies" Sinn, und der gordische Knoten löst sich.

Das Buch liest sich wie eine Momentaufnahme. Und das entspricht genau den Empfindungen von Trinidad Faber. Denn für ihn ist alles, was sich auf der Erde abspielt lediglich eine lange Aneinanderreihung von Einzelbildern.
Im Gedächnis des Lesers prägt sich eine aufwühlende Geschichte ein, keinesfalls paradiesisch leicht, eher schwer beeindruckend.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Selbstfindung 8. Oktober 2011
Von D.R
Format:Gebundene Ausgabe
Werner Köhler legt mit Drei Tage im Paradies" einen fulminanten Roman vor, ein genreübergreifender Stilmix der unter die Haut geht. Trinidad Faber (Protagonist, Fotograf, Selbstsucher) erhält während seines berufsbedingten Aufenthaltes in Santiago de Chile einen Brief von seinem Vater, den er seit 40 Jahren für tot hält. Damit beginnt für ihn nicht nur eine Reise in ein entferntes Land, sondern viel mehr eine Reise in ihn selbst. Ein spannungsgeladener Seelenstriptease par excellence, Kopfkino garantiert.
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