-
Tipp für Studenten
Ein Jahr Prime kostenlos und einen 20% erhöhten Eintauschwert auf Trade-In erhalten alle Studenten die bei Amazon Student angemeldet sind.
| |||||||||||||||
Produktinformation
Möchten Sie die Produktinformationen aktualisieren oder Feedback zu den Produktabbildungen geben?
Ist der Verkauf dieses Produkts für Sie nicht akzeptabel? |
Sportfans dürften in dem Buch voll auf ihre Kosten kommen, man erfährt einiges darüber, was hinter den Kulissen ablief im Leistungssport von den 30er Jahren bis heute denn Adi, Rudolf und ihre Nachkommen lieferten Maßanfertigungen für viele berühmte Sportler, versuchten viele Olympiasieger für sich zu gewinnen und kannten natürlich alle persönlich. Eins der Highlights: Adi Dassler war mit Sepp Herberger befreundet und mischte beim Wunder von Bern mit. Doch was ganz unschuldig mit ein paar geschenkten Schuhen begann, entwickelte sich einige Jahre später unter Adis ehrgeizigem Sohn Horst zum Problem. Der gekaufte Sport, titelte der Spiegel schließlich, als die finanziellen Verflechtungen von Marketing und Spitzensport in den 80er-Jahren zu dreist wurden.
Ein Lehrstück für Manager wird Smits Buch im letzten Drittel. Arroganz, verstaubte Firmenkulturen und eine Abneigung gegen den Wandel brachten sowohl Adidas als auch Puma an den Rand des Abgrunds. Jogging ist kein Sport, höhnten sie angesichts des Fitnessbooms und sahen tatenlos zu, wie Nike und Reebok sie überflügelten und Sportschuhe Teil der amerikanischen Freizeitkleidung wurden. Beide, Puma und Adidas, mussten verkauft werden, und es ist fast ein Wunder, dass sie schließlich doch die Kurve kriegten und heute nicht schlecht dastehen. Obwohl einige der damaligen Investoren später Zellennachbarn im Knast wurden. Das erzählt Smit in ihrem vernüglichen Nachwort, in dem sie nachzeichnet, was aus den Akteuren des Buches später wurde.
-- Sylvia Englert
Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten(Was ist das?)Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
|
Was im deutschen Städtchen Herzogenrauch 1920 begann und schliesslich die ganze Welt in der einen oder anderen Form bewegte, liefert Stoff für mehrere Bücher. Die in Frankreich lebende Wirtschaftsjournalistin Barbara Smit feierte bereits mit einem Werk über die Brauerei Heineken einen Bestseller. Danach recherchierte sie fünf Jahre lang über Adidas und Puma. Dabei durfte sie sich durch so viel Material durcharbeiten, dass Verzicht und Reduktion zur Hauptaufgabe wurden.
Wie bei allen guten Büchern sind auch bei diesem mehrere Lesehaltungen möglich. Mich interessierten vor allem Marketingaspekte, Beziehungsnetze und Machtspiele. Und daher kam ich voll auf meine Rechnung. Spannend war es, Erfolge und Niederlagen durch meine neuen Brillen zu betrachten, die ich mir in den letzten Jahren durch die Beschäftigung mit der Hirnwissenschaft gebastelt habe. Welche Geschichten haben sich in den Köpfen der Menschen verewigt? Wie entstehen Helden? Wo wirken Rituale, wo Schönheit, wo Beziehungen? Welche Zufälle werden im Nachhinein als Planung verkauft und wie korrumpiert Macht scheinbar biedere Menschen und Moralisten? Die Autorin hält sich zum Glück mit ethischen Urteilen meist zurück und überlässt das Deuten menschlicher Schwächen den Lesern. Doch bei einem 370 Seiten dicken Buch kann der chirurgische Blick auf so munteres Geschehen auch nerven und langweilen. Der sterilen Atmosphäre entgeht nur, wer sich selber ein Deutungsmuster zulegt, mit dem er sich diese beiden Unternehmensgeschichten einverleiben will. Liebhaber süffiger Romane werden durch die Fülle an Fakten und Personen den roten Faden leicht verlieren.
Bruder gegen Bruder, Söhne gegen Mütter, Schwestern gegen Manager, Gierige gegen Sanfte, Erfinder gegen Buchhalter, Funktionäre gegen Aktionäre und Medien gegen Standesregeln. Wo es um so viel Geld und Einfluss geht, wird mit allen Mitteln und Tricks um eigene Vorteile gekämpft. Das allgemein Menschliche hält sich nicht an edle Vorsätze und Gebote, das wissen wir auch von den zahlreichen Enthüllungsgeschichten aus dem Vatikan. „Alles ist nur eine Frage der Beziehungen", wird Horst Dassler im Buch zitiert. Das macht Barbara Smit mit ihrer Aufarbeitung von Unternehmensgeschichte ebenfalls auf eindrückliche Weise klar. Gute Ideen und Erfindungen sind zwar ebenso notwendig wie Qualität und Energie, aber wer nicht zur richtigen Zeit, am richtigen Ort bei den richtigen Leuten steht, wird kaum in die Wirtschaftsgeschichte eingehen.
Mein Fazit: Ein Stück Zeit- und Wirtschaftsgeschichte, das mehr Einblicke in unternehmerisches Tun erlaubt als viele Lehrbücher. So lobenswert die Zurückhaltung der Autorin beim Interpretieren der Fakten unter journalistischem Gesichtspunkt auch ist, einige Fakten weniger und ein paar persönliche Anmerkungen mehr hätten den Unterhaltungswert des Buches leicht steigern können.
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|