Alle Figuren des neben "Der Kirschgarten" und "Drei Schwestern" bekanntesten Dramas des russischen Schriftstellers Anton Tschechows werden durch die Kunst zusammengeführt und auch wieder durch sie getrennt. Die alternde Schauspielerin Arkadina, eine Diva, die nicht altern will; ihr Sohn Treplev, der "neue Formen" in der Kunst sucht und sie in seinen Texten weder findet noch in der Lage ist, lebendige Figuren zu schaffen; der Lebensgefährte der Mutter, der Schriftsteller Trigorin, der ständig nach neuen "Sujets" sucht und Nina, die nach dem Ruhm einer Schauspielkarriere strebt, und die schlißlich sowohl dem Künstler Trigorin als auc der Kunst nicht gewachsen ist und erkennen muß, daß ihr, außer eine Rolle zu spielen, die über ihr Talent geht, nichts mehr bleibt. All diese Figuren treffen auf einem Landgut zusammen, abseits von einer Gesellschaft, von der sie entweder weg- oder zu der sie hinstreben. Die Stadt Moskau ruft immer aus der Ferne, doch als Nina dem Ruf folgt, bringt es ihr kein Glück und sie kann nicht an den Bühnen der Hauptstadt - die ihrerseits eine gigantische Bühne ist - bestehen, sondern muß mit Nahverkehrszügen zurück in die Provinz zurückfahren, um dort an kleinen Bühnen zu spielen. Trotzdem aber alle von der Bühne reden oder träumen: Die entscheidenden Handlungen des Stückes, das Tschechow als eine "Komödie in vier Akten" bezeichnet, spielen sich hinter den Kulissen ab. Das, was im bürgerlichen Trauerspiel bei Lessing den ganzen "plot" ausmachen würde, ist hier Hintergrund. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)