Leider erlebte Lotti das Erscheinen ihres letzten Buchs nicht mehr. Es ist die Fortsetzung ihres "Zitronenbuchs", und man merkt, dass sie doch wieder ein paar Jahre gealtert ist und sich die Erlebnisse in ihrem Leben seit dem Zitronenbuch geändert haben. Die Töne sind stiller, besinnlicher geworden, Lotti philosophiert mehr und kommt nicht mehr allzu schrill durch die Zeilen daher. Was jedoch nicht bedeutet, dass sie keine Lebensfreude und keinen Optimismus mehr vermittelt, im Gegenteil, sie gibt das Bild eines rundherum zufriedenen, aber etwas ruhiger gewordenen Menschen. Angesichts ihres baldigen Todes nach Fertigstellung des Buchs kamen mir bei der Stelle die Tränen, als sie überlegte, was sie wohl zum Jahreswechsel 2000 tun würde und dann meinte "wer weiß, vielleicht bin ich ja bis dahin schon gar nicht mehr..." Sehr nett sind übrigens die Cocktailrezepte. Lotti war ja eine große Liebhaberin gepflegter Getränke, die sie uns in ihrem Buch nicht vorenthält, wobei die jeweiligen Getränke auf die einzelnen Passagen abgestimmt sind und die Stimmung widerspiegeln, in der sich Lotti sicher bei deren Schreiben befand. Hoffentlich hat wirklich jemand daran gedacht, ihr eine ordentliche Pulle Sherry in ihr Grab zu legen, so wie sie es sich gewünscht hatte.