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Dass ausgerechnet diese dramatische Geschichte als Vorlage eines Lustspiels dient, ist gewagt. Und im Reigen von Heinz Erhardts Schaffenswerk gehört Drei Mann in einem Boot nicht unbedingt zu den besten Filmen. Sicher aber zu den Populärsten. Das liegt vor allem an der Besetzung: Heinz Erhardt, Walter Giller und Hans-Joachim Kulenkampff waren 1961 echte Kinostars in Deutschland und in Österreich. Und im Endeffekt brauchte man die drei nur agieren lassen -- viel falsch machen konnte man mit ihnen nicht. Kulenkampff und Giller spielen Harry Berg und Jo Sommer, zwei Werbestrategen, die Urlaub am Bodensee machen. Um einer Verehrerin zu entkommen, kaufen die beiden kurzerhand ein Boot, um über den Bodensee in Richtung Rhein davonzuschippern. Ihnen schließt sich in der Folge der Kunsthändler Georg Nolte (Erhardt) an, der dringend ein wenig Abwechslung vom tristen Familienleben braucht. Nur lassen sowohl die lästige Verehrerin und Noltes Frau die Männer nicht einfach davon schwimmen. Kurzerhand nehmen sie die Verfolgung auf.
Der Film funktioniert nach den üblichen Mechanismen des deutsch/österreichischen Lustspiels der 50er- und frühen 60er-Jahre. Ein paar Verwechselungen, ein paar Wirtschaftswunder-Vorzeigejungmänner, Heinz Erhardt -- und fertig. Trotz seiner Schwächen (Heinz Erhardt ist vor allem dazu da, mit seinem trockenen Humor über dramaturgische Schwächen des Drehbuches hinwegzutäuschen) gehört Drei Mann in einem Boot als Literaturverfilmung zu jenen Werken Erhardts, die einer genaueren Betrachtung bedürfen. Und schaut man hinter die an sich simple Kulisse, werden zumindest in Ansätzen einige interessante Aspekte offenbar: So zum Beispiel die Tatsache, dass Erhardt vor seiner Frau flüchtet und über der Bootsfahrt seinem Leben zu entkommen versucht. Erhardt, der Ehebrecher und Aussteiger? Auch Kulenkampff und Giller sind nicht unbedingt klassische Wirtschaftswundervertreter. Vermitteln andere Filme das deutsche Kredo, man lebe um zu arbeiten, sind beide Propagandisten einer gegensätzlichen Einstellung. Sie arbeiten, um Geld zu verdienen, mit dem sie sich ein schönes Leben machen können. Aus dieser Sicht betrachtet, entwickelt der Film einige nette Seitenhiebe auf eine deutsche Gesellschaft, die in ihrem Arbeitswahn, die Verbrechen der Vergangenheit vergessen machen sollte, leider auch vergessen hat, einfach zu leben. Um eine solche Geschichte zu erzählen, bedurfte es tatsächlich einer eher dramatischen Romanvorlage. Leider wird viel dieser Atmosphäre durch das bitter-süße, für die damalige Zeit politisch korrekte Happy End verwässert. --Christian Lukas
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Einziges Manko ist die sonstige Ausstattung der DVD, die einem Heinz Erhardt, dem größten aller deutschen Nachkriegskomiker, nicht in allen Punkten wie Menüführung oder auch Design würdig ist.
Dennoch ein wunderbarer Film für die ganze Familie. Es macht einfach Freude, wenn es wieder heißt: "Ahoi Marianne" und man mit ihr in See stechen darf. :-)
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