Einer meiner heimlichen Lieblingsfilme. Die originalgetreue Umsetzung des Romans (den ich als Hörbuch, gelesen von Hans-Jürgen Schatz, fast täglich zumindest in Teilen anhöre) nach einem Drehbuch von Kästner selbst, mit bis in die kleinsten Nebenrollen hervorragend besetzten Darstellern; für mich persönlich, wenn auch nur mit ganz leichtem Vorsprung vor den anderen, die BESTE der in dieser Dekade entstandene Kästner-Verfilmung (über die danach gedrehten Neuverfilmungen möchte ich hier lieber taktvoll schweigen).
Einziger Wermutstropfen: dass Kästner nicht - wie bei den meisten anderen Filmen, die verbindenden Zwischentexte spricht.
Jahrelang musste ich mit einer VHS-Kaufkassette vorliebnehmen, jetzt endlich erscheint der Film auf Disc - und nicht nur auf DVD, sondern auch auf BD, ungekürzt, wie auf der bereits erwähnten Videocassette.
Um es gleich vorwegzunehmen: die Abtastung ist nativ-HD, das Bild zeigt die Schärfe des hochauflösenden Formats.
Gleichwohl ist die Veröffentlichung nicht perfekt, man sieht dem Film sein Alter an und dem Betrachter wird schmerzlich bewusst, dass in unserem Land leider die Ressourcen fehlen, welche in den USA aufwendige Restaurierungen der alten Filmschätze ermöglichen: Die verwendete 35mm-Kopie ist zwar befriedigend und die insbesondere in der hohen Auflösung deutlich sichtbaren Fehler beschränken sich auf Gebrauchsspuren, wie z.B. Kratzer. Deutlich erkennbar sind die in den Film eingefügten "Stock-shots", also Archivaufnahmen, die unabhängig vom Film aufgenommen und in diesen eingeschnitten wurden (Landschaftsaufnahmen, Aufnahmen von Skiabfahrten u.ä.). Insgesamt ärgerlich ist der mangelnde Bildstand, bedingt durch Abnutzung der Perforation, welcher sich insbesondere bei großen Bilddiagonalen unangenehm bemerkbar machen dürfte.
Diesen Kritikpunkten stehen gegenüber: mehr Bildinformation auf allen Seiten (im Vergleich zur Videocassette), der enorme Zugewinn an Bildschärfe durch die höhere Auflösung, wodurch das mimische Spiel der Darsteller (insbesondere von Günter Lüders und der unvergleichlichen Margarete Haagen) zu einem absoluten Hochgenuss gerät.
Der Leser mag mir verzeihen, wenn ich schon wieder viel zu sehr ins Schwärmen gerate, ich mag diesen Film einfach.
Ich hoffe nur, dass auch hier in Deutschland endlich das Bewusstsein für unsere Filmschätze erwacht, ein Bewusstsein, welches sich dann auch in der Restauration und BD-Veröffentlichung längst überfälliger Klassiker widerspiegelt. Als stark subjektiv geprägte Beispiele seien hier nur genannt: Die Feuerzangenbowle (Rühmann, 1943 - zwar auf BD erhältlich, aber...naja!), Der Hauptmann von Köpenick (Rühmann, 1956), die übrigen, bereits erwähnten Kästner-Verfilmungen, und sämtliche Curt-Goetz-Filme (von und mit ihm selbst und seiner Ehefrau Valerie von Martens). Die letztgenannten sind zwar in liebevollen DVD-Editionen des Münchner Filmmuseums erschienen, bedürfen aber DRINGEND der Restauration.
Zum Schluss: vielen Dank an MFA+ (in meiner zeitweiligen Heimat Regensburg) und Universum-Film für diese wunderbare Veröffentlichung der DREI MÄNNER IM SCHNEE. Für mich mein Weihnachtsgeschenk.
Und an alle Interessierten: meine Kaufempfehlung.