Guten Tag, dies ist meine erste Buchbesprechung. Haben Sie Mitleid! Also, eigentlich wollte ich schon vor drei Wochen über dieses Buch schreiben, aber man hat ja nie Zeit und was soll das eigentlich! Eben sah ich im Fernsehen eine Besprechung mit der Autorin und ich fand, dass das Thema hier eigentlich verfehlt wurde. Es geht nicht um KZ-Erinnerungen und DDR-Erinnerungen. Es geht um kindliche, bedingungslose Liebe zu einem absolut bekloppten Opa. Das kann ich auch nachvollziehen! Es geht auch um Toleranz und um die Fähigkeit Menschen mit ihren Fehlern und ihren hervorragenden Eigenschaften, um Gut und Böse und wenn man das so will um Schwarz und Weiß. Kinder differenzieren dies nicht so wie Erwachsene. In dem Buch beschreibt Frau Voss sehr eindrucksvoll auch ihre Empfindungen als Kind, eben solche Eigenarten als normal bzw. als tolerierungswürdig zu beschreiben. Immer fühlt man beim Lesen dieses Buches die große Liebe eines Großvaters zu seiner Enkelin und auch die Liebe des Kindes obwohl sich dieses eigentlich sicher ist, dass Opi etwas neben der Spur läuft. Es ist ein sehr witzig geschriebenes Buch und es zeigt eine seltene Fähigkeit, nämlich die Fähigkeit auch über sich selbst zu lachen und seinem Schicksal immer die guten Seiten abzugewinnen. Opa hat es trotz seines autoritären Gehabes geschafft, hier einen freien, selber denkenden Menschen zu erziehen. Das ist doch toll, das muss man sich heute mal vorstellen! Ich fand das Buch so klasse, weil ich auch so einen Opa hatte! Opa war im ersten Weltkrieg, worüber er nie gesprochen hat, Präsident eines Karnevalsvereins, obwohl er eigentlich Humor hatte, und wir haben noch nicht einmal linksrheinische Verwandte. Kordeln haben wir allerdings auch gesammelt, Lampen immer ausgeschaltet, das Flachdach (selbstgebaut, war klar) regnete mindestens zwei mal im Jahr durch und Opa kriegte immer einen Hals wenn er von Faschismus hörte, dabei war er noch nicht einmal Kommunist sondern im besten Fall Sozialist und konnte Reglementierung und vorgefasste Meinungen bis zu seinem Tode (1982) nicht ausstehen. Ansonsten war er der absolute Herrscher in seiner Familie und liebte seine Enkelin (ja mich, war auch klar) abgöttisch, genau wie ich ihn. Allerdings waren seine Drachen super und flogen höher als alle anderen!! O.K. ich habe schon mehr geschrieben als vorgesehen, aber ich habe dieses Buch an einem Tag ausgelesen und würde es aufgrund der ganzen Menschlichkeit, die in dem Buch beschrieben wird, mit Kurt Vonnegut vergleichen, nur viel witziger! Am besten fand ich das Kapitel, wo Opa und Enkelin die Hakenkreuze mit roter Farbe übermalt haben und natürlich das Feuerwerk! Gut, eigentlich gab es noch mehr supergute Stellen, aber die sollt Ihr selbst herausfinden!