Rheinische Post, 08. November 2003
[...] Neben ganz viel Piano-Sondermüll und Gebrauchsanleitungen für formal korrekte Klavierabwürfe gibt's köstliche Cartoons - etwa zum Orchestergraben, wörtlich genommen. Überhaupt, die drei Herren Autoren begeben sich, wie sie auch selber im Vorwort schreiben, "auf eine abenteuerliche Klettertour durch die Hochgebirge der Kunst". Wozu auch - einfach herrlich! - ein Versuch über die niederrheinische Zentrifugalgrammatik gehört. Mit "Ich gehe nach Aldi" sowie "Ich muss gegen den Zahnarzt" ... Nicht zu vergessen der "Staunpartikel mit eingesprungener Interrogativvariante" - Boooooawá?!
Und wer erkennt sich nicht selber wieder in der Geschichte "Das Baby"? Mit dem bügelnden, ordentlich verdienenden, fürsorglichen Gatten und seiner Angetrauten, die auf einmal "auf der Stelle" ein Baby will. Panik beim Göttergatten ... Alles in allem ein "Buch zum Bären-Aufbinden", wie Daams betont. Siehe Titelbild. Ein faul daliegender Kragenbär, der sich die Sonne auf den Pelz scheinen lässt.
NRZ, 06. November 2003
[...] Das Lateinische hat sein Mysterium, das Englische auch und das Niederrheinische erst recht. "Wer hört datt Ratt" (Wem gehört das Fahrrad). Die Texte taumeln zwischen tiefsinnig, gemein und albern. Sind Glossen, Satire, nehmen Anleihen bei Echt-Veranstaltungen wie Techno-Messen, Pressekonferenzen mit Bundestagsabgeordneten, Verabschiedung eines Musikschulleiters, im Journalistenalltag. Und sicher ist auch was Wahres dran an der ausgezeichneten Geschichte (2002 Münchener Satire-Förderpreis) über die Ehefrau mit wildem Babywunsch. Es wurde Zeit, dass sich der Verlag "edition anderswo" endgültig einmal zu Kultur äußert. Finden alle Beteiligten. [...]
Kurzbeschreibung
Drei Herren machen sich Gedanken. Doch bleibt es nicht dabei: Sie greifen zu Stift und Feder, Tusche und Tastatur. Und begeben sich auf eine abenteuerliche Klettertour durch die Hochgebirge der Kultur mit ihren manchmal endlos erscheinenden Tälern und unvermuteten Gletscherspalten.
Herabprasselnder Sprachmüll, Verabschiedungen von Musikschulleitern, Treffen von orchestralen Organisationskomitees und die Wahrheit über hormonell angeregte Ehefrauen stehen ebenso im Mittelpunkt wie jener Aktionskünstler, der gerne Klaviere von Schlosstürmen wirft.
Der Verlag über das Buch
Ein Buch zum Bärenaufbinden. Andreas Daams, Franz Neige und Arno Zweden beschäftigen sich mit den zweifelhaften Errungenschaften der Hochkultur, mit gebärwütigen Ehefrauen und mit Stampfkartoffeln.