"Ein Großteil der Gedanken dieses Buches wie auch die meisten Geschichten darin sind bereits vor zehn Jahren innerhalb der Reihe der vier Wege publiziert worden ...". Mit diesem Satz beginnt das Vorwort. Leider steht jedoch nichts davon in der Produktbeschreibung. Ein Fehler wie ich meine, denn es wird sicher Käufer geben, die sowohl das Eine als auch das andere Buch besitzen. Leider bin ich mir nicht sicher, wie der deutsche Titel der ursprünglichen Veröffentlichung lautet, deswegen folgt an dieser Stelle auch kein Link.
Ein Anleitung zur Suche nach dem Weg zum Glück, so formuliert Jorge Bucay den Leitgedanken dieses Buches. Nun gibt es zwischenzeitlich zahlreiche Bücher zum Thema GLÜCK - manchmal mit recht banalen Einsichten. Erfreulicher Weise hat mich das vorliegende Buch jedoch angenehm überrascht. Dass dies so ist, liegt natürlich an den Inhalten, die nicht allzu viel mit GLÜCK zu tun haben, sondern schlicht und einfach Lebensweisheiten anbieten.
Wer bin ich?
Voraussetzung für den Weg des Glücks, ist die Kenntnis der eigenen Richtung. Wer bin ich? Und wer bin ich nicht! Die Erkundungsreise wer ich bin, beginnt mit der Erziehung durch die Eltern. In einer Welt, die sich 'schwindelerregend schnell verändert' (25), benötigen Kinder vor allem das Wissen wie sie die Probleme bewältigen können. Es reicht nicht mehr aus ihnen ein Werkzeug zu geben und zu zeigen, wie man es benutzt, vielmehr müssen sie lernen ihr eigenes passendes Werkzeug zu finden/herzustellen. Daneben betont Jorge Bucay die Bedeutung des Loslassens. Die Kinder auf den Abflug vorbereiten. Ein künstlich aufrechterhaltenes Abhängigkeitsverhältnis hält Bucay für schädlich. Deswegen erläutert er sehr detailliert die unterschiedlichen Abhängigkeitstypen, und wie man sich aus der Abhängigkeit befreien kann. Diese Abhängigkeiten betreffen im Übrigen nicht nur das Eltern-Kind-Verhältnis, sondern gelten z.B. auch für Liebende oder andere Beziehungen. Bucay zitiert hier Glenn Close aus dem Film
Eine verhängnisvolle Affäre (im Buch wird der Film fälschlicherweise als FATALE BEGIERDE bezeichnet): "Wenn ich dich nicht dazu bringen konnte, mich zu lieben oder zu brauchen, wenn du dich weder aus Mitgefühl noch aus Mitleid um mich kümmerst, wenn ich dich nicht einmal dazu veranlassen kann, mich zu h*ssen, dann wirdst du mich jetzt wohl oder übel zur Kenntnis nehmen müssen, denn ab sofort werde ich alles daransetzen, dass du Angst vor mir hast." (50) Aufmerksamkeit um jeden Preis. Der Ausweg lautet: SELBSTABHÄNGIGKEIT (Autodependenz).
Bucay akzeptiert zwar, dass Menschen immer wieder in Situationen kommen, in denen sie in kindliche Verhaltensmuster zurückfallen, dennoch glaubt er, dass man diesem inneren Kind seinen inneren Erwachsenen entgegensetzen kann. Und falls dies nicht möglich ist, so sollte man zumindest Hilfe suchen. Wenn also mein Lebensgefährte keine Lust auf Oper hat, dann gehe ich halt mit einer Freundin. Wenn er Kino nicht mag, dann suche ich mir auch dort eine andere Person als Begleitung. Anders ausgedrückt: Selbstabhängigkeit bedeutet, "dass ich mir weder selbst genüge noch allmächtig bin, dass ich meine Schwachstellen habe und nicht immer alles bekomme, was ich mir wünsche, aber dass ich immer für mich selbst verantwortlich bin."
.... immer noch in Bearbeitung ... Text wird fortlaufend ergänzt ... Bitte Geduld
Wohin gehe ich ?
Und mit wem?