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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geld, Liebe, Arbeit,
Von
Rezension bezieht sich auf: Drei Dollar: Roman (Gebundene Ausgabe)
Schon als 10-Jähriger bekommt Eddie Harnovey die Bedeutung sozialer Unterschiede zu spüren, als die wohlhabende Mrs. Claremont ihm den Umgang mit seiner Kinderfreundin Amanda verbietet.Gerade mit der Highschool fertig, lernt Eddie seine große Liebe Tanya kennen. Beide beginnen in Melbourne zu studieren, sie Geisteswissenschaften, er Chemieingineurwesen. Tanya, die sich in der Hochschulpolitik und am Studententheater engagiert, beginnt eine Affäre mit Gerard, auch Student mit Interesse am Theater. Als Eddie Tanya im nächsten Universitätsjahr wiedertrifft, ist die Ära Gerard bereits vorbei und die beiden ziehen schließlich zusammen. Eddie macht seinen Master und arbeitet bei der Bundesbehörde für Planung und Umwelt, wo er sich den Ruf eines besessenen Gegners der Umweltverschmutzung erwirbt. Die sozialbewusste Tanya bekommt ihr Studium nie zu Ende, ist Tutorin, beginnt eine Dissertation, die sie, immer wieder von Depressionen heimgesucht, nicht beenden wird. Eddie ist 28 Jahre, als er und Tanya heiraten und einen hohen Kredit für ein eigenes Haus aufnehmen. Kurz vor der Hochzeit begegnet Eddie - nach neuneinhalb Jahren - Amanda, seine wunderschöne Kinderliebe. Trotz des Vermögens ihres Vaters, der eine gut gehende Consulting-Firma hat, arbeitet Amanda in der Verwaltung. Nach mehreren gescheiterten Beziehungen lebt sie mit Gerard zusammen, Tanyas Ex-Freund. Einige Jahre später wird im Rahmen von Umstrukturierungen in Eddies Abteilung ein Manager eingesetzt - Gerard, Ex-Freund von Tanya und Amanda. Als er Eddie auffordert ein Regierungsgutachten über die ökologischen Folgen einer Verhüttungsanlage für Schwermetalle, die ausgerechnet Amandas Vater gehört, anzufertigen, gerät Eddie in ein moralisches Dilemma, das für ihn ein endgültiges Abgleiten aus der gebildeten Mittelschicht zur Folge hat, welche sich aber schon Jahre zuvor abgezeichnet hat. Diese Geschichte um Eddie ist für Elliot Perlman die Grundlage, auf der er seine eigentlichen Anliegen darlegt. Präzise, scharfsinnig und poetisch rechnet Perlman Geld und Gefühle gegeneinander auf. Obwohl "Drei Dollar", Perlmans Debütroman, bereits vor 12 Jahren in Australien erschien, liest sich Eddies Krisengeschichte wie eine aktuelle, global gültige Zustandsbeschreibung. Er führt dem Leser vor Augen, was der Kapitalismus mit den Menschen, ihren Lebensentwürfen und Beziehungen macht. Dabei beschränkt sich der Autor nicht auf einen Aspekt. Gekonnt und genau analysiert er durch Nebenschauplätze die Bereiche Geld, Liebe und Arbeit. Der Roman ist in der Ära Reagan/Thatcher angesiedelt. Mit viel Humor und Gefühl spricht Perlman durch seine Figuren über universelle Themen der Politik, Wirtschaft und Soziologie: Arbeitslosigkeit, die immer weiter aufgehende Schere zwischen Reich und Arm, Bildung, Gesundheit, Kürzung sozialer Leistungen, Angst vor dem sozialen Abstieg. Trotz der gewichtigen Themen hat das Buch eine angenehme Leichtigkeit, denn Eddie reagiert auch auf schmerzhafte Ereignisse mit einer großen Portion Selbstironie. Die sozioökonomischen Kommentare sind bisweilen böse-sarkastisch. Das Buch dreht sich, wie das Leben, um Politik, Moral und Liebe - bewegend und witzig. Eddie verliert nie seine Integrität, obwohl es "im Grunde die Geschichte eines postindustriellen Niedergangs war". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ja, genau so ist es,
Rezension bezieht sich auf: Drei Dollar: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Ja, genau so ist es", ging mir immer wieder durch den Kopf, als ich dieses Buch las. Eigentlich alles richtig gemacht, aber trotzdem geht's irgendwie schief, die Arbeit ist weg und alles geht den Bach runter. Nur vorübergehend natürlich und es geht dann doch gut aus. Aber was dazwischen passiert, ist ganz schön heftig und könnte jeden von uns mehr oder weniger so treffen. Glücklicherweise halten Eddie und Tanya trotz aller Stürme fest zusammen, so dass das Buch auch von einer großen Liebe erzählt. Am Ende hatte ich das Gefühl, zusammen mit den Beiden ein großes Unwetter überstanden zu haben, an dessen Ende die Sonne langsam wieder zum Vorschein kommt. Hoffnungsvoll. Habe mich selten von einem Buch so angesprochen gefühlt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gelegentlich überambitioniert,
Von Andreas Schröter "Andreas Schröter" (Dortmund) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Drei Dollar: Roman (Gebundene Ausgabe)
Elliot Perlmans schon vor zwölf Jahren im Original erschienener Debutroman "Drei Dollar" wird von der Literaturkritik hochgelobt. Bei aller Zustimmung dafür sollte nicht unerwähnt bleiben, dass dieses Buch stellenweise etwas schwergängig und auch langatmig daherkommt.Hauptfigur ist Eddie, der ein ganz normales leben lebt. Er geht zur Schule und zur Uni, heiratet eine nicht unproblematische Kommilitonin, wird Angestellter in einer australischen Umweltbehörde und kommt finanziell nur so gerade eben über die Runden. Schließlich verliert er seinen Job, weil er sich weigert, ein Umweltgutachten zu verfälschen. Am Ende findet er sich mit nur noch drei Dollar in der Tasche in der Gosse wieder. Eine Freundin aus Kindheitstagen namens Amanda, die der Protagonist zufällig alle neuneinhalb Jahre trifft, spielt eine Nebenrolle (und nicht eine Hauptrolle, wie uns der Klappentext weismachen will). "Drei Dollar" ist also ein Entwicklungsroman mit starken gesellschaftskritischen und moralischen Anklängen. Auf der Positivseite steht ein intelligentes Buch mit vielen psychologisch stimmigen Passagen, bei denen man als Leser häufig leise "Genauso ist es" murmelt, sowie ein Buch, das den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ist-Zustand heute und vor zwölf Jahren nicht nur in Australien klug nachzeichnet. Dagegen halten muss man jedoch eine gelegentliche Über-Ambitioniertheit des Autors, die zu allzu abgehobenen Textstellen führt, die den Lesefluss bremsen, und eine Handlung, die erst im letzten Drittel wirklich fesselt. Allzu durchschnittlich und spannungsarm verläuft Eddies Leben auf den 300 Seiten zuvor. Der 1964 geborene Australier Elliot Perlman wurde in Deutschland bekannt durch seinen zweiten - hier aber zuerst veröffentlichten - Roman "Die sieben Seiten der Wahrheit", der im Februar 2008 erschien. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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