Drei Affen ist die Geschichte einer jüdischen Familie im Göteborg der Achtziger Jahre, erzählt aus der Perspektive des dreizehnjährigen Jacob. Die zentrale Handlung lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen: Jacobs Eltern trennen sich kurz nach seiner Bar Mitzwa. Der Vater zieht aus, Ingemar, der nicht-jüdische Freund der Mutter, zieht ein, und Jacob und seine jüngere Schwester Mira müssen sich mit der neuen Situation abfinden. Dass die Mutter den Kopf des Vaters auf dem Familienfoto im Wohnzimmer mit Ingemars Konterfei überklebt hat, kann jedoch nicht über den schmerzlichen Bruch hinwegtäuschen, den sie verursacht hat. Die Scheidung spaltet auch die Großeltern väterlicher- und mütterlicherseits, ein Konflikt, der dadurch auch die kleine jüdische Gemeinde von Göteborg (mit ihren vielen faszinierend- eigenwilligen Charakteren) erreicht, die ohnehin mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen hat. Gleichzeitig verkraftet Jacobs Vater die Trennung von der Mutter nicht und fällt in eine tiefe Depression.
Durch den raffinierten Aufbau des Romans entwickeln sich für den Leser viele einschneidende Ereignisse, die das Leben Jacobs und seiner Familie prägen, erst allmählich, und die Spannung bleibt bis zuletzt gewahrt.
Stephan Mendel-Enk erzählt diese - ohne zuviel verraten zu wollen - äußerst dramatische Familiengeschichte aber nicht als sentimentalen Schmöker, sondern literarisch sehr versiert, abwechslungsreich und mit vielen skurrilen Episoden und viel schrägem Humor, und der Roman ist trotz seines inhaltlichen und stilistischen Anspruchs sehr unterhaltsam. Ein rundum gelungener Familienroman. Wer feine literarische Perlen aus Skandinavien und trockenen jüdischen Humor mag, wird "Drei Affen" lieben und verschlingen!