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Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie
 
 
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Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie [Taschenbuch]

Sigmund Freud , Reimut Reiche
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 150 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 9., Aufl. (1. Mai 1991)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596104408
  • ISBN-13: 978-3596104406
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,3 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 298.326 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Sigmund Freud
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Das Erscheinen von Sigmund Freuds "Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie" jährt sich 2005 zum hundertsten Mal. Der Reprint der Erstausgabe enthält die Originalgestalt des seinerzeit vom Verlag Franz Deuticke vorgelegten Freudschen Texts, mitsamt den auf dem Rand stehenden Stichworten. Sämtliche heute auf dem Buchmarkt erhältlichen Ausgaben der "Drei Abhandlungen" geben den Wortlaut der Ausgabe letzter Hand wieder, also der vom Autor letztmals revidierten sechsten Auflage von 1924/25. Wie schon 1999 durch den Reprint der Erstausgabe der "Traumdeutung" ist es nun zum ersten Mal möglich wahrzunehmen, wie fundamental sich der Urtext von der Ausgabe letzter Hand unterscheidet.

In seinem Nachwort unterstützt Reimut Reiche den Leser beim Entdecken dieser Unterschiede. Überdies entwirft er eine farbige Skizze des Zeithintergrunds, auf dem der Begründer der Psychoanalyse seine Sexualtheorie entwickelte.

Mit einem Nachwort von Reimut Reiche und einer Notiz zum Reprint der erstausgabe von Ilse Grubrich-Simitis. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Über den Autor

Sigmund Freud wurde 1856 in Freiberg (Mähren) geboren. Nach dem Studium der Medizin wandte er sich während eines Studienaufenthalts in Paris, unter dem Einfluss J.-M. Charcots, der Psychopathologie zu. Anschließend beschäftigte er sich in der Privatpraxis mit Hysterie und anderen Neurosenformen. Er begründete die Psychoanalyse und entwickelte sie fort als eigene Behandlungs- und Forschungsmethode sowie als allgemeine, auch die Phänomene des normalen Seelenlebens umfassende Psychologie. 1938 emigrierte Freud nach London, wo er 1939 starb. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Das Buch 'Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie' wird eingeleitet durch Reimut Reiche, der die Psychoanalyse grob skizziert und einige Anmerkungen zu Sigmund Freud, dessen Leben und dessen Werke anführt. Die Abhandlungen selbst sind von Sigmund Freud verfaßt, der sich mit dem Thema der Sexualität unter dem Blickwinkel der Psychoanalyse beschäftigt. Das direkte Werk von S. Freud ist dahingehend sehr interessant und informativ gestaltet, als daß er die Ansicht der Psychoanalyse vor dem Gebrauch noch einmal kurz aufgreift und die Fachtermini vorab erklärt. Die 'Sexualität' als komplexes Ganzes wird in diesem Werk in Einzelheiten zerlegt. Das Buch ist so aufgebaut, daß neben dem Text die wichtigsten Stellen mit ihrer Hauptaussage herausgestellt sind. Typisch für Freud ist, daß er seine Niederschrift im Nachhinein noch einmal mit Fußnoten überarbeitet. Diese Anmerkungen sind meistens sehr leicht verständlich, einige wenige sind sehr konfus, weil sie auf andere Literaturquellen verweisen. Ich bewerte das Buch mit fünf Sternen, da der Inhalt sehr gut formuliert und vor allem nicht nur für Psychoanalytiker verständlich ist. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
beginnen wir sofort, ihn davon zu überzeugen, daß dies doch nicht möglich sei, anstatt uns zu fragen, warum ihm solch absonderliches einfiele, unsere Aufmerksamkeit zu erlangen."

Die Sexualität in ihrer Bedeutung für die Rückwirkung auf die psychische Entwicklung und die Entstehung von Neurosen ist zentraler Untersuchungsgegenstand von Freud.
Die psychoanalytische Libidotheorie geht dabei nach Freud von der Annahme aus, dass das Kind Keime von Sexualität mit zur Welt bringt und schon bei der Nahrungsaufnahme sexuelle Befriedung genießt, die es sich dann in der Tätigkeit des Nuckels immer wieder beschafft.

Die Sexualbetätigung des Kindes entwickelt sich jedoch nicht im gleichen Schritt wie seine sonstigen Funktionen, sondern tritt nach einer kurzen Blüteperiode vom 2. und 5. Jahre in die sogenannte Latenzperiode ein.
In derselben würde die Produktion sexueller Erregung keineswegs eingestellt, sondern halte an und liefere einen Vorrat an Energie, der großteils zu anderen sexuellen Zwecken verwendet werde, nämlich einerseits zur Abgabe der sexuellen Komponenten für soziale Gefühle, andererseits - mittels Verdrängung und Reaktionsbildung - zum Aufbau der späteren Sexualschranken. Demnach würden die Mächte, die dazu bestimmt sind, den Sexualtrieb in gewissen Bahnen zu halten, im Kindesalter auf Kosten der Sexualregungen unter Mithilfe der Erziehung aufgebaut.
Ein anderer Teil der infantilen Sexualregungen entgehe diesen Verwendungen und könne sich als Sexualbetätigung äußern. Daran könne man erfahren, dass die Sexualbetätigung des Kindes aus vielerlei Quellen fließe. Vor allem entstehe die Befriedigung durch die geeignete sensible Erregung sogenannter erogener Zonen, als welche vermutlich jede Hautstelle und jedes Sinnesorgan, vermutlich jedes Organ fungieren könne, während gewisse ausgezeichnete erogene Zonen existieren, deren Erregung gleichsam durch gewisse organische Vorrichtungen gesichert sei.
Des Weiteren entstehe sexuelle Erregung gleichsam als Nebenprodukt bei einer großen Reihe von Vorgängen im Organismus. Sobald dieselben nur eine gewisse Identität erreichen, ganz besonders bei allen stärkeren Gemütsbewegungen, seien sie auch peinlicher Natur.
Die Erregungen aus all diesen Quellen setzten sich noch nicht zusammen, sondern verfolgten jede vereinzelt ihr Ziel, welches bloß der Gewinn einer gewissen Lust ist. Der Geschlechtstrieb sei also im Kindesalter nicht zentriert und zunächst objektlos, autorotisch.
Eine Wandlung der Sexualität setzt dann nach der Libidotheorie mit Eintritt der Pubertät ein. Die Pubertät ist der Entwicklungsabschnitt, in dem die infantile Sexualität in ihre entgültige, den Erwachsenen entsprechenden Gestaltung übergeführt werden soll. Hierzu Freud: "Der Sexualtrieb war bislang vorwiegend autoerotisch, er findet nun ein Sexualobjekt. Er betätigte sich bisher von einzelen Trieben und erogenen Zonen aus, die unabhängig voneinander sexuelle Lust als einziges Sexualziel suchten. Nun wird ein neues Sexualziel gegeben, zu dessen Erreichung alle Partialtriebe zusammenwirken, während die erogenen Zonen sich dem Primat der Genitalzonen unterordnen. Da das neue Sexualziel den beiden Geschlechtern verschieden Funktionen anweist, geht deren Sexualentwicklung nun weit auseinander".
Wie dies im Einzelnen aussieht erklärt Freud detailliert. Wie die Sexualentwicklung sich dann den weiteren Jahren äußert wird ebenfalls thematisiert und problematisiert.

Freud plädiert für ein freieres und ungehindertes sexuelles Ausleben, um Neurosen zu vermeiden. Er weiß, dass die Bewältigung des Sexualtriebes durch Sublimierung, durch Ablenkung der sexuellen Triebkräfte vom sexuellen Ziel weg auf höhere kulturelle Ziele nur einer Minderzahl gelingt und wohl auch dieser nur zeitweilig, am wenigsten leicht in der Jugend.

Freud hält u.a. fest, dass Menschen, die zur Neurose disponiert sind, am wenigsten sexuelle Abstinenz vertragen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Freuds "Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie" sind sicherlich nicht sein am leichtesten lesbares oder zugängliches Werk. Es gibt oftmals ellenlange Fußnoten, seine Referenzpunkte sind aufgrund des geschichtlichen Abstandes doch merklich verblasst, er antwortet oftmals implizit auf damalige theoretische Dogmen und Gemeinplätze. Auch die Sprache ist sperrig und wissenschaftlich, viele Begriffe werden gemünzt (Kernbegriffe u.a. der Psychoanalyse, die in den allgemeinen Sprachgebrauch integriert wurden - weshalb es interessant sein kann, sie in ihrem ursprünglichen Kontext anzutreffen), hier ist einer am Werk, etwas ganz neues zu sagen, eine ganz neue Wissenschaft aufzubauen. Eben deshalb ist dieses Werk unverzichtbar und so spannend. Vieles ist noch nicht in Stein gehauen, dogmatisiert und verschult. Hier sieht man so etwas wie ein "work in progress", hier sieht man aber auch einen ersten und im Ganzen doch etwas zaghaften Versuch, einen wissenschaftlichen Durchbruch zu leisten, für den man nicht nur Lob kassieren wird, für den man möglicherweise seine ganze Karriere einkassieren könnte, seinen guten Ruf ruinieren, sein Lebenselixier verlieren - Mut ist hier zu spüren, direkt ein Wagemut weht zwischen den Zeilen. Nicht nur deshalb kann die Lektüre natürlich bereichern - sie bietet einem auch die Gelegenheit, seine Horizonte zu erweitern, die Dinge und Verhältnisse neu kennen zu lernen. Geradezu umstürzlerisch kann z.B. die zentrale These auf die Wahrnehmung wirken, Kinder hätten eine Sexualität, Kinder würden sogar mit endlosem Einfallsreichtum und unheimlicher Raffinesse ihre polymorphe Sexualität entwickeln. Ein Kind stellen wir uns oftmals als notwendig asexuell dar. Auch die Kunstgeschichte zeigt immer wieder Kinder als in einem heillos heilen Jenseits der Sexualität stehend - rote Wänglein und ein bescheidenes Lächeln, vielleicht listige Äuglein aber niemals sexuell stierende Blicke sind zu sehen. Mit diesen Vorstellungen räumt Freud auf der Basis seiner jahrzehntelangen Praxis auf. Bedeutet das einen "Pansexualismus", also eine Reduzierung aller menschlichen Aktivität und Kultur auf die Sexualität? Ich glaube nicht. Zum Beispiel führt die Sexualität hier die Kinder dazu, sich (fast poetisch) etwas einfallen zu lassen. Sie leiten die sexuelle Energie um was das Zeug hält. Ihre polymorphe Sexualität, ihr selbstgenügsamer Kreislauf von sexueller Energie, die zur Autoerotik führt und Autoerotik, die sexuelle Energie kanalisiert wird nicht nur als Perversion, sondern auch als Teil der menschlichen Grundfähigkeit, aus seinem "tierischen" Dasein auszubrechen und sich ein (Sprach-)Universum zu erschaffen. Der Begriff "polymorph" taucht dann auch später bei Foucault auf, der in seinem Buch "Der Wille zum Wissen" aus einem etwas obskuren oder nebensächlich wirkendem Punkt in den "Abhandlungen" ein ganzes Thema schöpft für eine wissenschaftliche Arbeit - bei Freud taucht der Begriff "Wisstrieb" auf, der eine zentrale Schneise ist um von der Sexualität auf die Geistesaktivität zu kommen. Sexualität und Wissen, der Körper und der Geist schließen sich hier nicht aus, sondern eine Energie gleißt in die andere oder wird in die andere auf ganz natürliche Weise konvertiert. Hier ist ein Denken am Werk, das Körper und Geist völlig einheitlich aber dennoch voneinander unterschieden versteht. Das macht besonders auch dieses Buch so reizvoll - hier geht es nicht um Symboltheorien oder Literaturinterpretationen, die vielleicht heutzutage altbacken und unhaltbar wirken, hier geht es um eine Beobachtung der Schnittstellen zwischen zwei Aspekten unseres menschlichen Daseins, und das kann uns auch in den derzeitigen Debatten der Hirnforschung helfen. Fast sieht man die Blitze zucken zwischen den Zeilen. Insofern ist Freuds Werk ein echter Klassiker, der uns die Beziehungen von Menschen zu sich selbst und zur Umwelt neu einschätzen lässt, der uns einen Denker vorführt, der in Transition ist, der etwas wagt und noch nach einer Sprache für dieses Wagnis sucht, hier sieht man eine Begriffswelt entstehen, die man meint schon zu kennen. Holzschnittartig ist dieser Klassiker dennoch weil er im Ganzen doch gröbere Züge aus dem Holz hobelt, weil die Gestalten nicht immer ganz klar zu erkennen sind und manchmal etwas grobkörnig erscheinen. Geduld aber wird den Leser sicherlich belohnen.
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