Gerhard Schormanns 1985 erschienene Darstellung über den Dreißigjährigen Krieg bietet eine ganz grobe Einführung in die Jahre 1618-1648. Nach knapper Skizzierung der Ausgangslage und des Kriegsverlaufs, wirft der Autor gegen Ende des Buches einen Blick auf das Finanzierungssystem des Krieges und dessen Auswirkungen auf die einfache Bevölkerung.
Schormanns Darstellung leidet am selben Manko wie eigentlich jede Einführung zur Geschichte des Dreißigjährigen Krieges. Das Kriegsgeschehen mit den häufig wechselnden Allianzen und dem für Anfänger unentwirrbaren Gemisch aus politischen, konfessionellen und auch persönlichen Motiven der Beteiligten ist ohne ein genaues Vorwissen über Struktur und Verfassung des Alten Reiches nicht zu verstehen. Besonders verwirrend mutet daher das Kapitel über den Kriegsverlauf an. Auf über 30 Seiten reiht Schormann Schlacht an Schlacht, Bündnis an Bündnis, Vertrag an Vertrag und der Leser fragt sich, warum denn auf einmal der Kurfürst von Bayern mit den Franzosen verhandelt, obwohl die beiden Parteien doch kurz vorher noch Todfeinde gewesen waren, um nur ein Beispiel zu nennen.
Sinnvoll sind die abschließenden Kapitel über strukturelle Elemente des Krieges. Vor allem das Kontributionssystem erklärt viel über Strategie und Dauer des Kampfes. Dennoch ist das Buch als Einführung nicht uneingeschränkt zu empfehlen, da zu vieles im Unklaren bleibt. Zur Ergänzung sollte unbedingt auch eine Einführung zur Verfassung und Struktur des Alten Reiches gelesen werden. Empfohlen seien die Darstellungen von Barbara Stollberg-Rillinger und Axel Gotthard.