Das Buch (ca. 250 Seiten im Reclam-Postkartenformat) ist als bündige Gesamtdarstellung des Dreißigjährigen Krieges konzipiert, die versucht, das Geschehen in einen breiteren Kontext einzuordnen.
Vom Aufbau her beginnt das Buch nach einer Einleitung zur bisherigen Geschichtsschreibung über das Thema mit einem Abriss der Vorgeschichte in Deutschland und Europa seit dem Augsburger Religionsfriede. Dabei werden sowohl religiöse als auch machtpolitische Aspekte einbezogen. Es schließt sich der Hauptteil an, in dem im Stile eines klassischen Geschichtsbuches der Lauf der Ereignisse 1618-48 beschrieben wird, gegliedert nach den einzelnen Kriegsabschnitten. Nachdem sich das Buch bisher hauptsächlich 'aus der Vogelperspektive' mit der Abfolge der wichtigen Ereignisse befasst hat, geht der Fokus des etwa 50 Seiten umfassenden dritten Teils auf die Perspektive der Soldaten, der Zivilbevölkerung und der aufkommenden Druckmedien (wie Flugblätter, Zeitungen). Auf letzteres Thema legt der Autor einen deutlichen Schwerpunkt. In einer Schlussbetrachtung geht es noch kurz um die Nachwirkung des Krieges und des Westfälischen Friedens.
Der Autor sieht den Konflikt als Ausfluss von Machtpolitik, gepaart mit der Unfähigkeit zu Kommunikation, Verständigung und Kompromiss, der aus den noch immer nicht verarbeiteten Folgen der Konfessionsbildung in Folge der Reformation resultiert. Der "Gewinn" des Krieges ist in diesem Sinne die mit vielen Millionen Menschenleben bezahlte Erkenntnis, dass es durchaus möglich ist, dass an einem Siedlungsort bzw. in einem politischen Gemeinwesen eine katholische, eine lutheranische und eine calvinistische Kirche in leidlichem Frieden nebeneinander bestehen können. Dem Autor gelingt der Spagat, auf knappem Raum sowohl die Ereignisse selbst als auch deren wirtschaftliche und religiöse Hintergründe zu skizzieren. Auch die historiographischen Probleme durch mittelmäßige Quellenlage und eine konfessionell bedingt unterschiedliche Auffassung des Krieges und seiner Ergebnisse werden erwähnt.
Ein paar Probleme macht das Buch aus optisch-didaktischer Sicht und hinsichtlich des Leserkreises, für das es geeignet ist. Der vollständige Verzicht auf Karten, Grafiken, Zeittafeln und tabellarische Darstellungen macht den Text zwar nicht schlechter, erschwert aber Orientierung und Einordnung. Auch wird nicht recht klar, aus welchen Gründen der Autor an manchen Stellen ins Detail geht (und dabei teilweise ausführlich Quellen zu Wort kommen lässt) und andere Bereiche nur kurz streift. In Sachen des Leserkreises ist das Problem, dass das Buch einerseits deutliche Anforderungen an das Hintergrundwissen des Lesers stellt. Wer sich in der europäischen Geschichte der frühen Neuzeit nicht einigermaßen auskennt (Deutsches Reich; Reformation und Gegenreformation; Haus Habsburg und dessen Konflikt mit Frankreich; Freiheitskampf der Niederlande), der wird die historischen Bezüge, die in großer Zahl ohne weitergehende Erläuterungen gemacht werden, häufig nicht nachvollziehen können. Andererseits geht das Buch, dass im Hardcover-Format wohl wenig mehr als 100 Seiten zählen würde, platzbedingt nur an wenigen Stellen in die Tiefe. Wer also schon solide Grundkenntnisse über den Dreißigjährigen Krieg hat, wird nicht viel Neues erfahren und sollte lieber zu umfassenderen Darstellungen greifen. Für Einsteiger und Fortgeschrittene ist das Buch also gleichermaßen wenig geeignet.
Geeignete Leser wären in diesem Sinne historisch Interessierte, die in diesem prominenten Thema eine Wissenslücke haben und sie schließen wollen. Nahezu ideal ist es wohl für Geschichtsstudenten, die sich z.B. im Rahmen eines Hauptseminares wohl oder übel mit dem Thema befassen müssen und einen Einstieg suchen. Denn der Autor liefert in allen Kapiteln und Abschnitten Hinweise auf vertiefende Sekundärliteratur.