Das Buch, das auf dem Umschlag als Kriminalroman bezeichnet wird, entpuppt sich tatsächlich als spannender Thriller mit atemberaubendem Finale.
Eine Filmdiva plant ihre Biografie zu verfassen, was einigen Widerstand in der Branche hervorruft, kennt sie doch so manch dunkles Geheimnis. Sie engagiert dazu die Romanheldin, Clara Bodenstein, ihres Zeichens Chefredateurin eines dieser Hochglanzmagazine (wir kennnen diese Medienformate zur Genüge). Die Interviews dazu sollen während der Dreharbeiten zu einem Film (der Titel ist Programm) auf Mallorca stattfinden. Dabei wird die Diva wiederholt bedroht und verwirft letztlich den Plan zu dieser Lebensbeichte. Dennoch verschwindet sie nach Abschluss der Dreharbeiten noch vor dem Abschlussfest, das am Drehort stattfindet. Nachdem zuvor eine Verlegerin vermisst wurde und der Leser wohl erschließen kann, dass es sich um die in einem Ritual ermordete Person handeln muss, das gleich zu Anfang beschrieben wird, ist auch klar, dass es sich dabei nicht um einen Mediengag oder eine berufliche Auszeit handeln wird. Dann spitzen sich die Ereignisse am Schauplatz Berlin zu.
Es fällt schwer, allzuviel von der Handlung zu schildern, ohne sofort einen Hinweis auf die Lösung zu geben, was nicht daran liegt, dass es die Autorin nicht perfekt schaffte, Spannung und zugleich Verwirrung zu erzeugen, doch sind Handlung als auch Schauplätze perfekt wie zu einem soliden Bauwerk aufgeschichtet. Eine Sequenz baut auf der anderen auf, dazwischen ganz zart einzelne Hinweise, die man zu erkennen vermeint, dann aber wieder verwirft, weil plötzlich die Handlung dreht, ein neuer Aspekt in den Focus gelegt wird. Ich gebe zu, ich lass mich bei Krimis ganz gern an der Nase herumführen, doch Rossbacher hat förmlich mit mir gespielt, mir immer wieder ein paar Körner Erkenntnis hingeworfen, dann aber wieder ein Ästchen Zweifel; als dann die Lösung (immerhin knapp 50 Seiten vor Schluss) klar wird, setzt der Thrill ein, das Tempo nimmt nochmals zu, einfach packend!
Witzig jedenfalls auch die ironischen Seitenhiebe auf die Bussi-Bussi-Gesellschaft, die einen glaubwürdigen, entlarvenden (wenn auch nicht ganz klischeefreien) Einblick in die Welt der Prominenz gewährt.