Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Drehbücher der neuen Art, 24. September 2007
Der aktuelle Action-Reißer im Kino, der Popcorn-Film des Sommers, das Event-Movie im TV - warum interessiert mich das seit Jahren nicht mehr? Ratlos frage ich mich das manchmal. - Hier setzt Katharina Bildhauers Buch ein und öffnet einem die Augen. Diese Filme sind nach einer traditionellen Dramaturgie gemacht, die wohl viele Menschen, die im Medienzeitalter aufgewachsen sind, derart verinnerlicht haben, dass sie keine Überraschungen mehr birgt. Die Folge ist Langeweile. Katharina Bildhauer setzt dagegen eine moderne Dramaturgie, welche bekannte Erzählmuster aufbricht. Sie belegt dies an Beispielfilmen wie Memento, Fightclub usw., die neue Erzählmuster entwickelt haben, welche auch ein erfahrenes Publikum überraschen.
Bis hierher würde das Buch glatte fünf Sterne verdienen. Leider jedoch ist der Schreibstil so trocken, dass es staubt. Was ein ziemliches Kunststück ist, bei so einem farbigen Thema wie dem aktuellen Hollywood-Kino. Das Buch liest sich wie eine Doktorarbeit ... huch ... vorne nachgeschaut ... es ist auch eine.
Nachdem Katharina Bildhauer gängige Drehbuch-Lehrbücher referiert hat, erzählt sie die Inhalte der modernen Filme nach, analysiert ihre Erzählstruktur. Leider traut sie sich zu selten ein prägnantes Urteil zu, bleibt oft beim Nacherzählen. So bleibt der Erkenntnisgewinn eingeschränkt und geht kaum hinaus über ein: Ach ja, so kann man auch erzählen.
Ihren Lieblingsbegriff "kompletive Analepse" (was ist das eigentlich?) hätten Doktorvater, Herausgeber oder Lektor vielleicht wenigstens bei jedem zweiten Erscheinen im Manuskript herausstreichen sollen. Oder wenigstens einmal erklären.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Was hat James Bond mit Aristoteles zu tun?, 1. Juni 2008
Nach Katharina Bildhauer sehr viel. Aristoteles hat in seiner Poetik die erste Dramenkonzeption entworfen. Anfang, Mitte und Ende, Exposition, Konflikt, Auflösung sind ihre Kategorien. Dieses Konzept war so erfolgreich, dass es sich nicht nur im antiken Drama, sondern auch noch im Kinofilm der Neuzeit wiederfindet. Auch in James-Bond-Filmen. Nach Kathrina Bildhauer sind vorwiegend die Drehbuchhandbücher vom Typ Syd Field dafür verantwortlich, dass sich diese Dramtaturgie so festgesetzt hat.
Sie plädiert für eine andere Form. Für eine alineare, akausale, offene Form des Aufbaus der Drehbuchgeschichte. Sie will nicht nur den Einfluss der Aristotelischen Poetik verdrängen. Sie will auch den Einfluss der Drehbuchmanuale von Field auf die Arbeit der Autoren eindämmen. Dieses Eintreten für eine neue Erzählstragie im Drehbuch ist sympathisch. Es schafft mehr Raum für künstlerische Freiheiten. Die Liste der Filmbeispiele, in denen diese neuen Erzählformen schon verwirklicht sind, ist beachtlich: Memento, Fight Club, Abre los Ojos...
Gekonnt entwirft sie eine Art Typologie dieser offenen Erzählformen im neueren Film des beginnenden 21. Jahrhunderts. Die achronologische Form des neuen Erzählens bediene sich einer Erzählerstimme (voice over), die Vor- und Rückblenden erlaubt. Das Erzählen ist mal mehr oder weniger glaubwürdig (reliable/ unreliable). Die Kategorien, um diese Unterscheidungen zu treffen, entnimmt sie den etablierten Erzähltheorien von Stanzel, W.C. Booth u.a. Hier wird auch einbeachtliches Maß an interdisziplinärem Arbeiten sichtbar.
Die vorliegende Arbeit hat die Autorin unter anderem Titel als Dissertation eingereicht. Das verleitete Bildhauer dazu, den terminologischen Apparat extrem aufzubrezeln. Ein Beispiel: im Film wird erzählt. Der Erzähler ist allerdings in der Dialog-Form des Drehbuchs selbst nicht einfach nachzuweisen. Deshalb nennt Katharina Bildhauer dieses Phantom Erzähler manchmal - Zitat: diegetische Instanz, die in den Varianten als homo- oder heterodiegetische Form auftreten könne. Die Summe all dieser narrativen Entscheidungen sei ein impliziter Inszenator oder Initiator. Auch das ist eine Anleihe aus dem terminologischen Repertoire von Booth.
Abre los Ojos... Schau mir in die Augen, Kleines. Musste das sein?
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Drehbuch Reloaded: ein Must-Read!, 20. September 2007
DREHBUCH RELOADED hebt sich wohltuend von den gängigen Drehbuch-Manualen ab, was nicht zuletzt an der hervorragenden Auswahl der untersuchten Werke liegt. Mit Filmen wie MEMENTO, FIGHT CLUB, DONNIE DARKO oder SWIMMING POOL hat Katharina Bildhauer die Prachtstücke des anspruchsvollen aktuellen Erzählkinos zu ihrem Untersuchungsgegenstand gemacht. Darüber hinaus beleuchtet sie das ¼uvre zwei der innovativsten zeitgenössischen Drehbuchautoren: Charlie Kaufman (BEING JOHN MALKOVICH, ADAPTATION, ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND) und Guillermo Arriaga (AMORES PERROS, 21 GRAMS, BABEL).
Katharina Bildhauers Buch füllt eine Lücke in der bisherigen Drehbuchliteratur. Hier geht es um die Sache an sich, um Drehbücher und deren präzise Analyse anstelle von Anekdoten und fragwürdigen Regeln. DREHBUCH RELOADED liest sich weniger als Leitfaden für Autoren, denn als Anleitung und Anregung für alle, die sich nachhaltig mit Film auseinander setzen möchten.
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