Obwohl einige Dinge in dieser Geschichte übertrieben sind, versteht es der Autor in seinem Debütwerk dennoch, eine interessante Geschichte zu erzählen.
Mit sehr viel Gefühl bringt Riesslegger seine Charaktere ins Spiel. Jeder der Schattenläufer und deren Gegenspieler erhalten eine sehr tiefgehende Geschichte. Riesslegger beschreibt ausführlich deren Vergangenheit, Gegenwart und ihre Wünsche für die Zukunft. Sie entsprechen keinen plakativen Superhelden, die dem Kampf gegen das "Böse" lächelnd entgegentreten.
In einem lockeren Erzählstil, in dem der Leser geduzt wird, wird die Geschichte vorgebracht, welche sich scheinbar um einen der größten Schattenläufe des Jahrhunderts dreht. Dabei achtet der Autor sehr genau darauf, dass der österreichische Umgangsslang beibehalten wird. Anglizismen, wie sie eigentlich typisch für die Romane "Shadowruns" sind, werden wenn möglich vermieden oder ersetzt. Das allein macht diesen Roman schon zu etwas Besonderem. Dazu gesellt sich die Tatsache, dass Christian Riesslegger die Gegebenheiten der Politik des Alpenstaates und die Mentalität der Österreicher mit einfließen lässt. Es hat den Anschein, als würde der Autor seiner teilweise sehr überspitzten Darstellung seiner Frustration über die jetzigen politischen Gegebenheiten Luft machen wollen. Man kommt nicht umhin, bei den sehr bildhaften Beschreibungen von Land und Leuten und ihrer Mentalität doch zu lachen, weil es einfach nicht wahr sein kann.
Der Autor versteht es, die unterschiedlichen Handlungsfäden zusammenzuführen. Damit endet das Buch leider und man muss auf den zweiten Teil warten.
Da dieser Roman keinen typischen Schattenlauf erzählt, sondern eher das Drumherum, entsteht der Eindruck, dass es sich hierbei um eine sehr lange Einleitung handelt. Doch selbst, wenn dem so ist, sollte man es sich nicht nehmen lassen, dieses Buch zu lesen. Zumindest Freunde von "Shadowrun"-Romanen sollten es sich einmal zu Gemüte führen.
Fazit:
Bei dieser interessanten, teilweise auch spannenden Geschichte wird man gut unterhalten. Mit Abstrichen ist dieses Buch zumindest mal etwas anderes, weg vom typischen Schattenlauf. Es macht auf alle Fälle Lust auf Teil zwei, "Cash Flow", wo es hoffentlich zur Sache geht.