Nach dem phänomenalen Album "Warm strangers" war die Erwartungshaltung groß, wobei wir nach dem ersten Hören von "Dreaming through the noise" geteilter Meinung waren. Grund dafür war, dass sich Vienna Teng von dem "mainstream" Pop (auf höchstem Niveau allerdings) auf "Warm strangers" entfernt und ihre Wurzeln findet. Das macht das neue Album vielschichtiger, sperriger, eben nicht so eingängig. Nach mehrmaligen Hören haben sich die anfänglichen Vorbehalte in Begeisterung umgewandelt, "Dreaming through the noise" ist einfach genial und dokumentiert die Weiterentwicklung der Interpretin. Frau Teng lotet hier mehr Stilrichtungen aus (Pop, Country, Bar-Jazz), die Mehrzahl der Stücke aber entziehen sich einer Einordnung. Absoluter Höhepunkt ist Track 10 ("Pontchartrain"), ein leises, Stück, das sich zwischen Melancholie, Schmerz und Hoffnung bewegt. Die Instrumentalisierung ist reduziert, teilweise nur Klavier, Baß, Schlagzeug und darüber ihre wunderschöne Stimme; die Aufnahme ist sehr präzise und eröffnet ein weites Klangbild.