Wenn sich überhaupt jemand in Deutschland an die Niederländerin Greetje Kauffeld erinnert, dann zumeist nur aufgrund ihres 1964er Schlagers "Wir können uns nur Briefe schreiben", der die Geschichte eines Paares erzählt, dass durch den eisernen Vorhang getrennt wurde. Doch der Schlager ist ein Metier, das die gebürtige Rotterdamerin schon lange hinter sich gelassen hat. Bereits seit Ende der 60er Jahre ist sie eine ernstzunehmende Jazz-Interpretin, die mit Größen wie Stan Getz (bekannt für sein "Desafinado") zusammengearbeitet hat. Ihr Album "Dreaming" -der Titel ist Programm, denn alle Songs drehen sich um das Thema "träumen" - hat sie mit den Spitzenmusikern Jerry van Rooien und Jiggs Whigham zusammengeführt. Sängerin und Musiker harmonieren perfekt miteinander; man merkt, dass Greetje Kauffeld mit beiden Herren schon des öfteren zusammengearbeitet hat. In einer sehr dichten und intimen Athmosphäre klingen Jazzklassiker wie "When I grow too old to dream" oder "Dream a little Dream of me" so verführerisch wie schon lange nicht mehr. Dass die drei auch Uptempo-Nummern bestens interpretieren, beweist "This time the dreams on me". Mein persönlicher Anspieltipp ist "The Boulevard of broken Dreams". Für einen romantischen Candelight-Abend allein oder zu zweit ist dieses gelungene Album einfach unverzichtbar.