Bei "Dream Cruise" handelt es sich um die 13. Folge der zweiten Staffel der Anthologie-Serie "Masters of Horror", bei welcher namhafte Genre-Regisseure einen Freibrief ausspielen konnten um bei festem Budget und fester Drehzeit einen knapp einstündigen Beitrag zur Reihe zu leisten.
Dabei kommt "Dream Cruise" eine Sonderstellung innerhalb der Staffel zu, denn während alle anderen Folgen in Vancouver gedreht wurden entstand diese in Tokio (ähnlich der Takashi Miike-Folge "Inprint" in der ersten Staffel). Regisseur Norio Tsuruta ("Ring 0", "Premonition") setzte dabei eine Schauergeschichte um, wie sie japanischer vielleicht kaum sein kann.
STORY:
Jack Miller (Daniel Gillies) ist ein amerikanischer Anwalt in Tokio, der unter einem Kindheitstrauma leidet und seither panisch Angst vor Wasser hat. Dumm, dass einer seiner wichtigsten Kunden, Eiji (Ryo Ishibashi), ihn für ein Gespräch mit auf eine Bootstour nimmt. Eine in mehrfacher Hinsicht fatale Reise, denn Jack hat eine Affäre mit Eijis ebenfalls anwesender Frau Yuri (Yoshino Kimura). Und nicht nur sprichwörtliche Geister der Vergangenheit trachten den Dreien bald nach dem Leben...
MEINUNG:
Das Drehbuch von Naoya Takayama und Norio Tsuruta basiert auf einer Geschichte des "Dark Water"- und "Ringu"-Autors Koji Suziki. Wenn man diesem etwas vorwerfen will, dann, dass auch diese japanische Geistergeschichte nicht ohne blassen, weiblichen Rachegeist auskommt. Dabei ist es Regisseur/Autor Tsuruta und den engagierten Darstellern anzurechnen, dass trotz der konventionellen Geschichte ein recht spannender Film entstanden ist.
Daniel Gillies ("Spider-Man 2", "Captivity") liefert eine ordentliche Leistung ab und zeigt sich im DVD-Bonusmaterial auch beim Dreh sehr engagiert. Seine beiden Co-Stars Ryo Ishibashi (in Japan ein sehr bekannter Musik-Star) und die schöne Yoshino Kimura stehen ihm da nicht nach. Effekte und Bauten des "Kammerspiels auf offener See" wissen ebenso zu gefallen wie der Wechsel ruhiger Szenen und wohldosierter Schocks.
Im Gegensatz zu den anderen 12 Episoden der Staffel gibt es von "Dream Cruise" neben dem hier vorliegenden 57-Min.-Schnitt auch eine längere 82 Min.-Fassung. Zwar ist es schade, dass diese Version, mit naturgemäß mehr Charakterzeichnung, nicht ebenfalls auf DVD vorhanden ist, andererseits ist das Tempo der vorliegenden Fassung genau richtig.
DIE DVD:
Optisch ist die Metalpak-Verpackung sehr schön geraten. Leider hat sie den Nachteil, dass das Innenfutter sehr stark staubartige, schwarze Ablagerungen auf der DVD hinterlässt. Diese kann man zwar mit einem weichen Tuch abwischen, dennoch stört es. Am besten lagert man die DVD nach der Erstreinigung separat oder steckt sie in eine Papiertasche.
Technisch gibt es nichts zu meckern. Der deutsche und englische 5.1-Ton ist frei von Tadeln und bietet einige hübsche Surround-Effekte, das Bild ist ohne auffälligen Makel. Neben einer Trailershow mit diversen Titeln des Labels (u.a. "The Black Cat" aus der "Masters of Horror"-Reihe, jedoch ohne den Trailer zu "Dream Cruise") wird noch die Dokumentation "Behind Tokyo Cruising" geboten. In 33 Minuten bekommt man ein ordentliches Making-of mit Kommentaren aller wichtigen Beteiligten u.a. auch zu den Kommunikationsproblemen.
Wer damit nicht genug hat kann seinen Wissensdurst durch den interessanten (moderierten und untertitelten) Audiokommentar von Hauptdarsteller Daniel Gillies und Produzent Mick Garris stillen.
FAZIT:
Eine aufgrund des sehr konventionellen Drehbuchs etwas zu klassisch geratene aber durchaus spannende und sehr sauber produzierte japanische Geistergeschichte, die mit einigen ordentlichen Effekten und Schockszenen (für FSK 16-Verhältnisse) aufwarten kann und auf einer guten DVD präsentiert wird. Für alle Freunde der "Masters of Horrors" und / oder japanischen Horrors ein Muss, für jeden anderen eine kleine aber feine Entdeckung.